Der britische Forscher Steve Morris ist jedoch nervös. Es ist bereits Mitte November, und die Wanderung der Krabben aus dem Regenwald im Innern der Insel zur Küste hätte längst beginnen müssen. Doch der Monsun lässt auf sich warten, und nur er verwandelt die Roten Landkrabben von schläfrigen Höhlenbewohnern zu Marathon-Läufern. Bis zu acht Kilometer weit ist ihr Weg an die Küste, an der die Männchen Paarungshöhlen bauen. Zwölf Tage nach der Befruchtung laichen die Weibchen im Meer - kurz vor Neumond.
Morris will diese Aktivitäten mit seinem Team verfolgen. Er stattet einige Krabben mit Sendern aus, um zu verstehen, wie sie den kürzesten Weg zum Wasser finden. Es ist ein riskanter Weg. Obwohl Ranger des Nationalparks Straßensperren und kilometerlange Zäune errichten, um die Krabben vor Autos zu schützen, kommen zahlreiche Tiere unter die Räder. Auch entwaldete Flächen und mangelnde Feuchtigkeit sind lebensbedrohlich, die Tiere drohen auszutrocknen. Noch gefährlicher sind Begegnungen mit Yellow Crazy Ants, eingeschleppten Ameisen, die riesige Kolonien gebildet und bereits 35 Millionen Krabben getötet haben.
Wenn es den gepanzerten Gärtnern des Waldes nicht gelingt sich fortzupflanzen, verändert sich langfristig das gesamte Ökosystem, mit unabsehbaren Folgen für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt der Weihnachtsinsel.







per E-Mail verschicken










Facebook
Twitter
RSS

