An der “Loxford School” im Norden von London werden 1500 Schüler unterrichtet, die meisten gehören ethnischen Minderheiten an. Viele kommen aus Indien, Bangladesch, Pakistan, dem Kongo oder aus dem Kosovo. Für die vielen Schüler, die nicht oder nur schlecht Englisch sprechen, ist eine eigene, vom Staat finanzierte Abteilung eingerichtet worden: Englisch als Fremdsprache „English as an Additional Language“, kurz EAL, bietet viele zusätzliche Aktivitäten und Programme an, zum Beispiel morgendliche Leseübungen.„Es hilft mir, flüssig zu lesen. Ich lese dadurch viel mehr und finde es besonders interessant Erzählungen zu lesen“, sagt die 13 jährige Lubna über dieses zusätzliche Angebot. Lubna ist im Januar 2004 mit ihren Eltern und ihren beiden jüngeren Geschwistern von Bangladesch nach England gezogen. In ihrer alten Schule war sie Klassenbeste, aber Englisch konnte Lubna nicht, als sie an die “Loxford School” kam. Doch mit Hilfe der Sprachassistentin und Bengalilehrerin Dila Hossain aus dem EAL Programm kommt Lubna mittlerweile in fast allen Fächern gut zurecht.
Die 15-jährige Bipata tut sich dagegen sehr schwer. Sie kommt aus dem Kongo und ihre Muttersprache ist Lingala. Keiner der Begleiter aus dem EAL Programm spricht diese Sprache. Die Schule wollte eigens für Bipata jemanden einstellen, hat aber niemanden gefunden. Erschwerend kommt hinzu, dass Bipata durch den Bürgerkrieg in ihrem Land noch nie eine Schule besucht hat. Statt sich in der Mittagspause mit der englischen Sprache zu beschäftigen, tobt sie sich lieber im Trommelworkshop aus, der zur gleichen Zeit angeboten wird.
Da nicht nur die ausländischen Schüler mit der englischen Sprache Probleme haben, wird zu Beginn jeder Unterrichtsstunde lesen geübt. Jeder darf sein eigenes Buch mitbringen. Auch die Muttersprache der meisten Schüler wird unterrichtet. Hier ist es ein Privileg noch eine andere Sprache zu sprechen, immerhin ist für fast 87% der Schüler Englisch nicht die Muttersprache. Trotzdem schneidet die Schule im nationalen Ranking sehr gut ab. Das liegt zu einem großen Teil an einer optimistischen „Can Do“ Kultur. Sie orientiert sich daran, was erreicht werden soll. Wenn etwas nicht funktioniert, werden neue Wege beschritten. Lernen wird individualisiert. Die Schulphilosophie lautet: Bildung gibt dir bessere und größere Chancen im Leben! Und dafür wird alles getan.
Dokumentation von Adama Ulrich
ARTE/ZDF, England, 2005, Erstausstrahlung






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