Tatsächlich kommt die Geschichte der Familie Mann wie ein großer Roman des 20. Jahrhunderts daher. Um so erstaunlicher ist es, dass sie jetzt erst verfilmt wurde. Aber wer sich dieser Familiengeschichte nähert, muss auf der Hut sein. Die Faszination, die auch von allen Kindern und keineswegs nur von den großen Schriftstellerbrüdern Thomas und Heinrich Mann ausgeht, kann so groß werden, dass die Trennungslinie zwischen dem gelebten Leben und dem schriftstellerischen Werk aufgehoben scheint.Heinrich Breloer hat diese Gefahr natürlich gesehen und sie mit seinem Co-Autor Horst Königstein und seinem ganzen Team geschickt gemeistert. Einmal mehr durch die virtuose Einbindung des dokumentarischen Materials, aber auch durch seine offene, unprätentiöse Zeitzeugin und Erzählerin, die heute 83-jährige Elisabeth Mann-Borgese. Sie ist das letzte noch lebende Kind von Thomas und Katia Mann und war hier erstmals bereit, über die Familie zu sprechen.
So erfüllt sich in der Verfilmung noch einmal der Repräsentationsgedanke wie ihn Thomas Mann schon für sein Deutschtum formuliert hat: Nicht nur, dass dort Deutschland ist, wo er steht - die Geschichte seiner ganzen Familie kann insgesamt für das dramatische 20. Jahrhundert in Deutschland stehen.






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