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29.02.2008 - 23.45 / 01.03.08 - 03.00 : Tracks - 02/09/08

Die Metal-Szene experimentiert

Speedriffs, Gegrunze und ernste Gesichter: Immer dasselbe bei Metal. Doch selbst in der spießigen Metal-Szene macht sich die Experimentierfreude breit: Next Life aus Norwegen verknüpfen Computerspielsounds mit Death Metal. Sunn O))) aus den USA machen Metal auf Valium. Und der elektronische Death Metal der Norweger KILLL hört sich schon mal nach Free Jazz an.

KILLL gucken über den Metal-Tellerrand: Are zum Beispiel ist bildender Künstler, Gitarrist Erlend hat in der Popband JR Ewing gespielt, Drummer Martin ist bei Jaga Jazzist. Und selbst Ares Gerätepark ist total Metal-untypisch: Teile davon benutzen normalerweise Trance-DJs.
Das Stroboskoplicht ist wesentlich für KILLLs Auftritte, denn Licht und Musik beziehen sich aufeinander. Bunte Farben zum Beispiel stehen für chaotischen, noisigen Sound. KILLL wollen ihre eigene visuell-akustische Folterkammer erschaffen und sich so vom satanistischen Mummenschanz anderer Metalbands abheben.
Die einen sind auf Speed, die anderen auf Valium: der Zeitlupen-Metal von Sunn O))) lässt Herzen langsamer schlagen. Damit sind die Kalifornier nicht nur in den USA die unangefochtenen Hohepriester des experimentellen Metals. Zeremonienmeister Greg Anderson und Stephen O’Malley tragen Mönchskutten - auf der Bühne und im Interview wollen sie nicht erkannt werden. Das ist mysteriös und gehört zur Show. Außerdem sind sie schüchtern. Sie wollen nur eins: einen Sound, den man von Kopf bis Fuß spürt.
Das erreichen Sunn O))) durch hintereinandergeschaltete Verstärker, Verzerrung und tiefe Frequenzen. Drone Metal nennt sich das: ein Ton in der Tiefe, der sich ganz langsam verändert. Ihr Name kommt vom gleichnamigen 80er Jahre Verstärker. Live spielen Sunn O))) mit befreundeten Musikern. Damit’s optisch zusammenpasst, tragen alle Mönchskutten – wie eine Uniform. Nichts soll von der Musik ablenken.
Die einen zelebrieren Schallwellen-Messen, die anderen spielen lieber Playstation: Next Life bestehen aus Computernerd Hai Nguyen und Kumpel Trond. Sie verbinden Sounds alter Computerspiele mit Metal. Heraus kommt Gameboy-Deathmetal. Die Essenz der Next Life-Konzerte ist die völlige Hingabe an Metal. Diese Ekstase schlaucht – deswegen dauern ihre Shows auch nie länger als fünfzehn Minuten. Besonders geeignet für den Next Life Sound: Klänge der Computerspiele von vor 1995. Die haben ein geringes Spektrum an Tönen und klingen deswegen nicht so perfekt, wie Computerspiele von heute.
Zwar gibt’s auch heute noch den typischen Metalfreak. Doch: die einst konservative Szene öffnet sich mittlerweile auch anderen Sounds. Und eins haben alle Metaller gemeinsam : Ob in Zeitlupe oder superschnell, ob mit wehender Metal-Matte oder ohne - es schlägt in ihnen allen: das Herz aus Metall.

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Links
  • Kill
>> Website von KILL
>> MySpace von KILL
KILL Live
>> Are Mokkelbost ist bildender Künstler

  • Sunn O)))
>> Website von Sunn O)))
Sunn O))) Live

  • Next Life
>> Website von Next Life
>> Myspace von Next Life
MySpace player von Next Life


Albums



Electric Violence (2006) von Next Life
bei Cock Rock Disco.



Altar (2006) von Sunn O)))
bei Southern Lord



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TRACKS
Freitag, den 29. Februar 2008 um 23.45 Uhr
Wiederholung am 1. März 2008 um 03.00 Uhr
Redaktion: BR
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Erstellt: 27-02-08
Letzte Änderung: 02-09-08


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