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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

360° - GEO Reportage

SAMSTAG, 30. APRIL 2005 UM 22.05 UHR - 15/04/05

Die Minensucher von Kabul

Reportage von Jaqueline Steigner
Deutschland 2002, ARTE, Stereo, 26 Min.


Zehn Millionen Minen sollen vor dem 11. September 2001 in Afghanistan vergraben worden sein. Jetzt kommen noch Hunderttausende nicht detonierter Streuminen hinzu. Minensuchhunde sollen helfen, sie zu finden und zu entschärfen. Mario Boer bildet Hunderte Afghanen zu Hundeführern aus und lehrt sie, Welpen innerhalb von 18 Monaten zu Minenspürhunden abzurichten. "360º - Die Geo-Reportage" begleitet ihn und die Minenhundsuchtruppe bei ihrer gefährlichen Arbeit in den Minenfeldern Afghanistans und beobachtet das Training und die Ausbildung der Suchhunde.

Cora zerrt an ihrer Leine. Mit der Nase tief über dem Boden, schnüffelt die deutsche Schäferhündin über den kargen Feldboden. Abdul, der afghanische Halter, folgt ihr auf dem Fuß. Plötzlich hält Cora inne, wittert etwas, bellt kurz und setzt sich hin. Sofort bleibt auch Abdul stehen. Jeder weitere Schritt wäre lebensgefährlich. Tief in die Erde gegraben liegt eine Landmine. Ein falscher Tritt, und sie wird explodieren. Nirgendwo sonst auf der Welt liegen derzeit mehr versteckte Sprengkörper als in Afghanistan. Über 2.000 von den Sowjets hinterlassene Landminen hatte das Team von Mario Boer aufgespürt und entschärft, bis die USA Afghanistan angriffen. Damit waren zehn Jahre Arbeit des MDC , dem der Berliner Sicherheitsexperte vorsteht, vergeblich. Alle zuvor geräumten Gebiete müssen nochmals abgesucht werden. Für diese Aufgabe reichen die 180 Minensuchhunde nicht aus. In Afghanistan setzt man große Hoffnung auf die gut trainierten Hunde aus Deutschland. Zentimeter für Zentimeter wird das Gelände abgesucht, die Minen liegen überall. Die Tiere sind sechs Stunden täglich im Einsatz. Haben sie Sprengstoff gerochen, setzen sie sich hin. Das nachfolgende Räumungspersonal gräbt die Minen mit der Hand aus und entschärft sie. Schätzungsweise wird es 15 Jahre dauern, bis Afghanistan von den vergrabenen Minen befreit ist.

Erstellt: 29-03-05
Letzte Änderung: 15-04-05