Andrea Fies
Ich habe bei Walter Jens in Tübingen Rhetorik studiert und damals meine Leidenschaft dafür entdeckt, was Sprache alles vermag. Dann habe ich in Paris französische Literatur studiert und meine Leidenschaft für dieses „Land neben Deutschland“ entdeckt. Fast zur gleichen Zeit wurde arte aus der Taufe gehoben und es war klar: das ist mein Ziel!
Das alles liegt jetzt bald 20 Jahre zurück und ich hatte das große Glück, viele spannende Aufgaben in diesem Sender übernehmen zu dürfen: als Redakteurin habe ich noch die erste Nachrichtensendung 8 1/2 erlebt, als Hauptstadtkorrespondentin liefere ich seit inzwischen 10 Jahren aktuelle Reportagen, und als Moderatorin durfte ich neben meinen Kollegen den Nachrichten, den Themenabenden, vielen spannenden Kulturevents und seit nunmehr 8 Jahren arte-reportage ein Gesicht geben.
8 Jahre, in denen sich diese Sendung und unser Team immer weiter entwickelt hat. Jetzt freue ich mich besonders darauf, zusammen mit meinem französischen Kollegen William Irigoyen eine neue Seite aufzuschlagen: Europa! Bisher waren wir im „Rest der Welt“ unterwegs, um besser zu verstehen, was sich hinter den Schlagzeilen dort verbirgt. Jetzt werden wir dies auch hier auf unserem Kontinent tun, denn auch wenn uns das Geschehen nah und vertraut scheint – es braucht Zeit, starke Bilder und Bekenntnisse, um diese Welt wirklich zu verstehen. Und all dies haben wir bei arte-reportage!
William Irigoyen
17 Jahre im Nachrichtengeschäft bei France 2, France 3, RFI, TV5 und ARTE – das hat mich geprägt und meine Reflexe geschliffen, beinahe im Pawlowschen Sinne. Es wurde hohe Zeit für mich, nach diesen vielen Jahren eine neue Herausforderung anzunehmen – die des Blicks hinter die Schlagzeilen...
Es war eine spannende Zeit beim ARTE Journal, auch mit einigen Sondersendungen zwischen 2004 und 2011 – wir berichteten aus Nordkorea, aus Israel, aus Russland und Italien – aber an Stelle des Wettlaufs um die neueste Schlagzeile möchte ich mich lieber mit darum kümmern, die Hintergründe des Weltgeschehens für die Zuschauer verständlich aufzubereiten.
Deshalb freue ich mich sehr darauf, ARTE Reportage gemeinsam mit meiner sehr geschätzten Kollegin Andrea Fies moderieren zu dürfen: Eine Sendung, die sich Zeit dafür nimmt, genau hinzuschauen, sich den Menschen hinter den Schlagzeilen zu nähern, ihnen zuzuhören, ihre Geschichten zu erzählen – alles das, wozu in der heißen Aktualität keine Zeit bleibt.
Ich freue mich auch darauf, gemeinsam mit meinen Kollegen die neuen journalistischen Formen im Internet, die Webdokumentationen, weiter zu entwickeln – schließlich gehörte ARTE Reportage zu den Pionieren dieses neuen journalistischen Genres.
Ich möchte dazu beitragen, die internationale Aktualität mit einem besonderen, einem anderen Blick zu betrachten: Zuhören, was die Experten dieser Welt in eigener Sache zu sagen haben, und auch die Leute aus der Kultur – denn auch sie haben etwas zu sagen über die Zustände, die sie umgeben. Und auch auf diese Weise reißen wir die Mauern ein zwischen den Menschen und den Genres.







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