1. SiegfriedDer heldenmütige Siegfried bricht auf, um die Gunst der schönen Kriemhild von Worms zu erlangen. Als er bei ihrem Bruder Gunther, König der Burgunder um ihre Hand anhält, ahnt der bis auf eine Stelle unverwundbare Held nicht, dass die Hochzeit mit Kriemhild ihn das Leben kosten wird...
Der junge Siegfried, Sohn des Königs Sigmund, hat seine Ausbildung in der Schmiede des Zwerges Mime beendet, als er von der wunderschönen Prinzessin Kriemhild, Schwester des Königs Gunther von Worms, hört. Sofort bricht er auf, um um ihre Hand anzuhalten. Auf seinem Weg muss er es mit einem gefährlichen Drachen aufnehmen und tötet diesen im Kampf. In der Hoffnung die Unverwundbarkeit zu erlangen, nimmt er ein Bad im Blut des Drachen. Währenddessen fällt Siegfried unbemerkt ein Blatt auf die Schulter, die somit, nicht vom Blut des Drachen bedeckt, verwundbar bleibt. Er nimmt seine Reise wieder auf und begegnet bald darauf dem heimtückischen Zwergenkönig Alberich, Hüter des Nibelungenhortes. Nach kurzem Kampf kommt er in den Besitz seines Schwertes Balmung und einer Tarnkappe des Nibelung. Am Hofe der Burgunden in Worms hält Siegfried schließlich Einzug und bittet König Gunther um die Hand von dessen Schwester Kriemhild. Doch um Kriemhild zu bekommen, fordert König Gunther des Helden Hilfe bei seinem Plan, die kriegerische Brunhild zu besiegen und so als Frau zu gewinnen. Unter der Tarnkappe versteckt, kann Siegfried Brunhild besiegen und es so aussehen lassen, als sei sie von Gunther überwältigt worden. Er erfüllt damit seinen Soll und es kommt zur Doppelhochzeit Siegfrieds mit Kriemhild und Gunthers mit Brunhild. Noch einmal wird Gunther Siegfrieds Hilfe erbitten, um die unbändige Brunhild zu bezwingen - in seiner Hochzeitsnacht. Es kommt zum Streit der Königinnen Kriemhild und Brunhild, in dem das Geschehen der Hochzeitsnacht offenbar wird. Brunhild ist außer sich vor Wut und fordert von Gunther Siegfrieds Leben für die erlittene Schmach. Durch einen heimtückischen Plan, gebilligt vom König, findet Siegfried schließlich den Tod durch das Schwert Hagen von Tronjes, dem königlichen Gefolgsmann und Ratgeber Gunthers. Kriemhild schwört Rache für Siegfried.
2. Kriemhilds RacheVerraten und voller Schmerz verlässt Kriemhild die Stadt Worms, um ein neues Leben an der Seite des hunnischen Königs Etzel zu beginnen. Nachdem ihr Gatte, König Siegfried, heimtückisch von Hagen von Tronje und mit Einwilligung ihres Bruders König Gunther getötet wurde, ist ihr einziger Gedanke der Wunsch nach Vergeltung ...
Nachdem König Siegfried, Kriemhilds Mann, heimtückisch durch Hagen von Tronje, dem Ratgeber des burgundischen Königs Gunther, ermordet wurde, bricht die verratene Schwester Gunthers verbittert und voller Rachegedanken ins Hunnenland auf. Dort wird sie, verfolgt von den Geistern der Vergangenheit, ein neues Leben an der Seite König Etzels beginnen. Bald gebiert sie einen Sohn. Zu diesem Anlass und um ihren Racheschwur in die Tat umzusetzen, lädt Kriemhild König Gunther und sein Gefolge an den Hof Etzels. Noch in der Nacht der Ankunft setzt Kriemhild hunnische Krieger auf Hagen von Tronje an und verspricht eine reiche Belohnung für dessen Kopf. Am darauffolgenden Tag wird ein Festbankett in König Etzels Palast gegeben, zu dem die Gäste trotz merklicher Bedrohung erscheinen. Die Atmosphäre ist mehr als angespannt und nach einiger Zeit attackieren hunnische Krieger die burgundische Gefolgschaft. Als die Nachricht um das Gefecht den Festsaal erreicht, eskaliert die Situation auch hier. Im Tumult tötet Hagen von Tronje König Etzels und Kriemhilds Sohn. Die Burgunden verschanzen sich nun im Festsaal, der von den Hunnen belagert, beschossen und in immer neuen Angriffswellen bestürmt wird. Das wiederholte Angebot Kriemhilds, das Leben der Burgunden bei einer Auslieferung Hagens zu verschonen und ihnen freien Abzug zu gewähren, wird zurückgewiesen. Es kommt zum tragischen Ende einer blutigen Auseinandersetzung.
Fritz Lang und Thea von Harbou konzipierten den zwischen 1922 und 1924 entstandenen Nibelungenfilm in zwei Teilen, "Siegfried" und "Kriemhilds Rache". Für das Drehbuch bevorzugte von Harbou bewusst die nordische Sage gegenüber der populären Wagner-Oper. Konsequent fortgesetzt wurde dieser Ansatz in der Stilisierung, die Fritz Lang, seine Architekten und Kostümbildner für die Dekorationen, Kostüme und die Schauspielführung entwickelten, und nicht zuletzt in der Entscheidung der Musikbegleitung: Statt Wagner-Motive zu verwenden, komponierte Gottfried Huppertz ein neues Werk. "Die Nibelungen" war die bis dahin teuerste deutsche Filmproduktion. Die Vorbereitungszeit für Drehbuch, Bauten und Kostüme umfasste ein halbes Jahr, in dem ein künstlicher Wald mit neun Meter hohen Bäumen im Studio erbaut und ein 21 Meter langes Drachenmodell erschaffen wurde. Die Dreharbeiten begannen im Herbst 1922 und endeten nach der Uraufführung des ersten Teils im Frühjahr 1924 mit letzten Aufnahmen für den zweiten Teil. Die Ufa nutzte diese Zeit pressewirksam aus: Regelmäßig erscheinende Tagesberichte priesen die kreativen und technischen Höchstleistungen, die für diese Produktion in Babelsberg absolviert wurden. Ihr spektakuläres Ende fand der werbewirksame Verkauf der Dreharbeiten mit dem Finale des Films: Für das Niederbrennen des Etzelpalastes durch Feuerpfeile der Hunnen wurde die Presse zum Nachtdreh eingeladen. Fritz Lang selbst soll den ersten Feuerpfeil abgeschossen haben.
Obwohl der zweite Teil unvollständig bleiben muss, ist die filmische Überlieferung von "Die Nibelungen" beispiellos: Neben internationalen Verleihkopien aus Italien, England, Russland, Uruguay und den USA, sind auch unvollständige Kameranegative im Filmarchiv des Bundesarchivs in Berlin und im Deutschen Filminstitut in Frankfurt am Main erhalten. Bisher war "Die Nibelungen" in schwarz-weiß geläufig. Die in schwarz-weiß hergestellten Kopien wurden viragiert, das heißt in einem Farbbad gefärbt, wodurch alle transparenten Teile farbig erscheinen.
Erst mit der aktuellen Restaurierung ist es möglich, dieses Meisterwerk in Licht und Schatten in einer fotografischen Qualität zu zeigen, die die ästhetischen und visuellen Leistungen des Films wieder nahe bringt.
Bei ARTE findet die deutsch-französische Erstausstrahlung der restaurierten HD-Fassung statt.