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Am Tag des Überfalls läuft zunächst alles planmäßig: Clay kann das Geld an sich bringen und unerkannt entkommen. Weder er noch seine Komplizen ahnen zu diesem Zeitpunkt, dass Sherry Peatty ihr Vorhaben ihrem Geliebten Val Cannon verraten hat. Die Folgen sind fatal...
ZUSATZINFORMATION
"Du hast noch nicht kapiert, dass du im Leben wie jedermann sonst sein solltest: Die vollkommene Mittelmäßigkeit - nicht besser und nicht schlechter", sagt der Ex-Ringer Maurice in Stanley Kubricks drittem Spielfilm "Die Rechnung ging nicht auf" (1956) zu dem Profiräuber Clay. Genau diesen Ratschlag nehmen sich Clay und die um ihn versammelte, bunt zusammen gewürfelte Räuberbande nicht zu Herzen. Kubrick hat in ihnen Figuren geschaffen, die das Träumen nicht verlernt haben, die sich nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden geben wollen. Doch bereits der Titel des Heist-Movies - Räuberfilm, Thriller und Komödie in einem - gibt unmissverständlich zu verstehen, dass sich die Herren Räuber in ihrem schönen Plan vom großen Geld gründlich verrechnet haben. Den Gefallen eines Happy Ends tut Kubrick seinem Publikum nicht, vielmehr verdeutlicht er in dem letztendlichen Scheitern seiner Protagonisten, dass Mut zum Risiko und zur Individualität auch immer nah am Abgrund beheimatet sind.
In "Die Rechnung ging nicht auf" verbindet Kubrick perfekt inszenierte Action mit einer sorgfältigen Charakterdarstellung seiner Figuren, deren Motive er psychologisch nuanciert ausleuchtet. Lucien Ballards eindrucksvolle Kameraarbeit trägt zur atmosphärischen Dichte des Films bei. Außergewöhnlich an Kubricks Inszenierung sind zudem die Rückblenden, die die Geschehnisse aus der Perspektive einzelner Figuren wiederholt aufnehmen. Diese Erzählweise musste der Regisseur gegenüber seiner Produktionsfirma, die überforderte und verwirrte Zuschauer fürchtete, erst durchsetzen - erfolgreich: Mit seiner innovativen Dekonstruktion der narrativen Linearität wurde "The Killing", wie der Film im englischen Original heißt, zur Inspirationsquelle für spätere Filme wie Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" (1992) und "Pulp Fiction" (1994).
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