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Internationaler Frauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März sendet ARTE von Dienstag, dem 3. bis zum Sonntag, den 8. März ein Sonderprogramm zum Thema.

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Der Mond in dir - 27/02/09

Die Regisseurin

Diana Fabiánová wuchs in der Slowakei als Tochter einer Hippie-Mutter und eines Psychologen-Vaters auf. Sie ist heute 27 Jahre alt. „Der Mond in dir“ ist ihr erster Dokumentarfilm.


2005 bereitete Diana Fabiánová ihren Abschlussfilm für die Filmhochschule in Katalonien vor. Die Themenwahl war ungewöhnlich: Menstruation. Diana empfand es nie als selbstverständlich, eine Frau zu sein, denn die Monatsblutung war für sie immer ein aufwühlendes Thema. Just zur Zeit der Vorbereitung ihrer Abschlussarbeit lernte sie den in Spanien angesehen Kameramann Jerónimo Molero kennen. Gemeinsam beschlossen sie, den Abschlussfilm der Filmhochschule zu einem Dokumentarfilm weiterzuentwickeln. Er sollte zu einer vierjährigen Reise in den inneren Kern eines Tabuthemas werden. Die Weltenbummlerin Diana durchquerte alle Kontinente, um Rat und Wissen von Experten und Therapeuten, aber auch von Betroffenen einzuholen.

Warum dieser Film?


„Als ich sechs Jahre alt war, starb meine Großmutter an Gebärmutterkrebs. Aufgrund unglücklicher Umstände war ich davon überzeugt, dass alles meine Schuld sei. Ein Jahr später wurde die gleiche Krankheit bei meiner Mutter diagnostiziert. Wie kann es sein, dass ein simples Organ so viel Leid verursacht? Dann bekam ich zum ersten Mal meine Tage, das war nach meinem Jungmädchenurteil die gerechte Strafe für meine früheren Missetaten. Mich trieb immer wieder ein und dieselbe Frage um: Warum müssen Millionen von Frauen leiden wie ich? Welches Verbrechen haben sie begangen? Mit der Zeit begriff ich natürlich, dass das alles so nicht stimmt. Zu spät: Ich war unwiederbringlich in der Problematik der Regelblutung gefangen. Irgendetwas in mir lehnte sich jedoch dagegen auf, schweigend zu leiden. Wie konnte man hinnehmen, dass dieses „Naturereignis“ von den meisten Frauen als Leid empfunden wird? Wie lässt es sich erklären, dass das Zeichen der sonst so gerühmten Fruchtbarkeit in der Umgangssprache so reizende Ausdrücke bekommt wie „the curse“ - der Fluch – oder „to be on the rags” – in Lumpen gehen - im Englischen und „les anglais débarquent“ – die Landung der Engländer - im Französischen? Warum können die meisten Männer nicht ohne rot zu werden über Menstruation sprechen? Der Film „Der Mond in dir“ (The moon inside you) will Stück für Stück den Mythos der Menstruation zerstören, indem er das Schweigen bricht und den Frauen das Wort erteilt, sie ihre Erfahrungen mitteilen lässt, aber auch die Männer hört. Letztendlich zeigt er, dass es sich hier sowohl um eine höchst persönliche, intime Erfahrung handelt, als auch um ein gesellschaftliches Konstrukt.


Alle Mittel sind recht, um gegen Aberglauben und gesellschaftliche Klischees zu kämpfen.


Neben meinem eigenen Erfahrungsbericht und dem anderer Frauen ist für diesen Film vor allem der Bericht von Dominika, einem 12-jährigen Mädchen aus der Slowakei, von entscheidender Bedeutung. Ihr Filmtagebuch per Videocam vermittelt eine andere, zwischen Hoffen und Bangen schwankende Wahrnehmung der Weiblichkeit. Um mich nicht allein auf die physiologischen Begebenheiten zu beschränken, wollte ich das vorhandene Wissen und den Stand der Forschung nutzen, indem ich weltweit mit Fachleuten sprach, die sich mit diesem Phänomen aus medizinischer, anthropologischer oder philosophischer Sicht oder auch mit einem weniger klassischen Ansatz genähert haben, so z.B. einer Tanztherapeutin und einer auf alternative Heilmethoden spezialisierten Taoistin. Meine besten Waffen gegen Vorurteile sind Humor und Kreativität. Alle Mittel sind recht, um gegen Aberglauben und gesellschaftliche Klischees zu kämpfen.“

Diana Fabiánová

Erstellt: 18-02-09
Letzte Änderung: 27-02-09