Über 70 000 Peacekeeper sind heute weltweit in 18 Missionen im Einsatz. Vom Libanon bis Zypern, vom Kongo bis nach Osttimor.
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- 56'30"Was haben die UN-Blauhelme seit ihrem Bestehen erreicht und was bringen künftige Einsätze? Unter diesen Gesichtspunkten haben unsere Reporter zwei Missionen unter die Lupe genommen:
- Der mit 17 000 Mann derzeit größte Einsatz vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in der Demokratischen Republik Kongo.
- Die bisher längste Mission auf Zypern. Wo sich angesichts des relativen Friedens die Frage nach einer Exit-Strategie stellt.
Unser Gesprächspartner dieser Sondersendung ist der direkte „Chef“ der UN-Blauhelme, Jean-Marie Guéhenno. In seiner Funktion als Stellvertretender UN-Generalsekretär ist er für die Peacekeeeping-Missionen weltweit zuständig.Moderation: Nathalie Georges
Warten ist die Kunst des Blauhelms
Von Michael Unger und Emmanuel Royer - ARTE GEIE – Frankreich 2006
Seit 42 Jahren schieben UN-Soldaten auf Zypern einen bescheidenen Dienst. Es ist eine der ältesten UN-Missionen: Der Blauhelm-Einsatz auf Zypern. 860 Mann hat die UNO dort immer noch stehen. Kanadier waren dort, Finnen, Österreicher und Briten. Ihr Auftrag: Frieden und Stabilität auf der geteilten Insel sichern und wieder normale Verhältnisse schaffen. Quer durchs Land erstreckt sich eine Pufferzone, in der die Friedenssoldaten für Recht und Ordnung sorgen. Auch heute, 42 Jahre nach den Kämpfen zwischen griechischen Zyprioten im Süden und türkischen Zyprioten im Norden ist die Insel immer noch geteilt - und Peacekeeper patrouillieren weiterhin zwischen den verfeindeten Volksgruppen.
Alle sechs Monate verlängert der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das Mandat der UNFICYP um ein weiteres halbes Jahr. Diese fast schon routinemäßige Prozedur beweist, dass auch nach dreieinhalb Jahrzehnten die Notwendigkeit der UN-Präsenz in Zypern außer Frage steht. Ein früherer Generalsekretär der Vereinten Nationen hat die Grenzen und bescheidenen Möglichkeiten der UNFICYP so beschrieben: "Eine den Frieden erhaltende Maßnahme, wie erfolgreich sie auch sein mag, kann nicht die Lösung eines politischen Problems herbeiführen. Wohl aber vermag sie das Problem unter Kontrolle zu halten. Auch kann sie den betroffenen Menschen zu leidlich normalen Lebensumständen verhelfen und eine Situation herbeiführen, in der eine dauerhafte Problemlösung mit mehr Aussicht auf Erfolg gesucht werden kann."- UNFICYP : United Nations Peacekeeping Force in Cyprus
Dem. Rep. Kongo : Sondermission für Friedensssoldaten
von Michel Dumont und Eric Bergeron – ARTE GEIE – Frankreich 2006
Von den insgesamt 17 000 Blauhelmen, die im Rahmen der Mission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) in Ex-Zaire stationiert sind, haben 4 000 den besonderen und gefährlichen Auftrag, die verschiedenen Milizen in der Region Ituri zu bekämpfen. Die Provinz, die im äußersten Osten an der Grenze zu Uganda liegt, ist seit dem Sturz von Diktator Mobutu Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden, stark bewaffneten Gruppen. Die einzelnen Formationen werden von den Nachbarstaaten Uganda und Ruanda finanziert, beide Länder suchen Zugang zu den reichen Rohstoffvorkommen der Provinz Ituri. Seit 1999 sind bei den Gefechten nach amtlichen Schätzungen mindestens 60 000 Menschen getötet worden, 500 000 sind auf der Flucht. Erst im Jahre 2003 haben französische Truppen unter UN-Mandat die Operation „Artemis“ gestartet, auch sie sollten das Unwesen der Milizen stoppen. Die Franzosen sind danach von UN-Blauhelmen abgelöst worden, deren Auftrag auch die logistische Unterstützung der offiziellen Armee der Dem. Rep. Kongo war. Der Truppe gehören Soldaten aus Bangladesch, Pakistan, Marokko und Uruguay an. In Ituri dürfen die UN-Friedenssoldaten ausdrücklich von ihren Schusswaffen Gebrauch machen, Blauhelmen in Kashmir oder im Kosovo ist dies nicht gestattet.
- MONUC : UN Mission in DR Congo
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Zypern: Warten ist die Kunst des Blauhelms
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