Von Philippe Brachet und Elsa Kleinschmager – ARTE GEIE – Frankreich 2007
Am 17. Oktober, am Weltgedenktag gegen Hunger und Elend, wird die Organisation ATD Vierte Welt erneut auf die Armut in der Welt aufmerksam machen. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) wurde 1957 von Pater Joseph Wresinski im französischen Noisy le Grand gegründet; Grundidee war, dass die Armut nur dann besiegt werden könne, wenn die Ärmsten an diesem Kampf beteiligt werden. Seit fünf Jahrzehnten hilft die Organisation verarmten Familien in inzwischen 29 Ländern, unter ihnen auch die Philippinen. In der Hauptstadt Manila hat ATD Vierte Welt bereits vor 20 Jahren ein eigenes Büro eröffnet. Ein Drittel der 90 Millionen Einwohner des Inselstaates leben unterhalb der Armutsgrenze, die meisten von ihnen hausen unter Brücken oder zwischen den Gräbern der größten Friedhöfe der Stadt. Neben der materiellen Hilfe bietet die NGO auch Möglichkeiten für einen Dialog und Erziehungsprogramme an, die nach Überzeugung der Organisatoren die Würde der Menschen wiederherstellen und zu einem wirklichen Selbstvertrauen führen können. Fünf ATD-Mitarbeiter beraten bei der Formulierung eines Stipendienantrags oder organisieren Termine bei verschiedenen Behörden der Stadtverwaltung, wo das Wohnungsamt die gefragteste Anlaufstation ist. Bei dieser Hilfe in den ganz alltäglichen Problemen des Alltags sollen die Betroffenen lernen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Raul Detona ist nur ein Beispiel: Als Clochard hat er erfolgreich für eine Einzimmerwohnung gekämpft, heute berät er andere bei der mühsamen Wohnungssuche. Eine Woche lang haben ARTE-Reporter alle Aktivitäten der ATD Vierte Welt in Manila beobachtet.
ONLINE-BONUS:
Weltweiter Tag gegen ArmutInformationen zum Aktionstag am 17. Oktober 2007
ATD Vierte Welt: INTERVIEWS
Video - 22'Gazastreifen : die ersten 100 Tage der Hamas-Regierung
Von Barbara Lohr Joseph Gordillo und Florence Thouly - ARTE GEIE – Frankreich 2007
15. Juni 2007: Der Machtkampf im Gazastreifen hinterlässt ein Blutbad. Die Hamas hat die Auseinadersetzung mit den Anhängern der Fatah für sich entscheiden können, die Islamisten haben die Vertreter in der Palästinensischen Autonomiebehörde verjagt, sie sind nun die neuen Herren über den nur 365 Quadratkilometer großen Küstenstreifen. 100 Tage danach: Was ist aus Gaza und seinen Bewohnern geworden? Die neuen Machthaber sind international nicht anerkannt worden, wirtschaftlich steuert der Landstreifen mehr und mehr in eine Katastrophe, Einfuhren werden von Israel nicht länger toleriert. Gaza gleicht einem Gefängnis unter freiem Himmel. Das Land wird mit eiserner Hand regiert. Dafür sorgt die gefürchtete Hamas-Miliz: Es herrscht Ordnung aber nicht das Gesetz, Stimmen der Opposition sind mundtot gemacht worden. Ein Land ohne Richter und Gerichtsverfahren; im Gefängnis lesen und studieren die Inhaftierten den Koran, dies in der Hoffnung, mit einer milden Strafe davon zu kommen. Die Hamas hat den Menschen Sicherheit gegeben, ihnen dafür aber ihre Freiheiten genommen.
ONLINE-BONUS:
- Interview Nicolas Pelham
International Crisis Group – Jerusalem
Ortstermin - Wiederaufbau am Hindukusch 1/3
Von Michael Unger, Emmanuel Royer et Frédéric Grimm – ARTE GEIE – France 2007
Über 3 000 deutsche Soldaten leisten Wiederaufbauhilfe am Hindukusch. In Afghanistan galten die sogenannten ISAF Truppen („International Security and Assistance Force“) in den letzten sechs Jahren sozusagen als die „Gutmenschen“ der Nato. Im Süden die Amerikaner, Kanadier und Briten mit ihrer „Operation Enduring Freedom“ auf der Jagd nach den Taliban – im Norden die „netten“ Deutschen, Schweden und Ungarn als bewaffnete Entwicklungshelfer.In Deutschland muss der Bundestag diesen Herbst neu darüber entscheiden, ob Berlin der Nato ein weiteres Jahr Soldaten zur Verfügung stellt und ob auch Deutsche an den Kämpfen im Süden teilnehmen dürfen.
In der Reihe ORTSTERMIN stellen unsere Reporter Michael Unger und Emmanuel Royer drei Bundeswehrangehörige bei ihrer Tätigkeit in Mazar-e-Scharif vor. Drei Schnappschüsse, die helfen, ein Urteil über die Sinnhaftigkeit des ISAF-Einsatzes in Nordafghanistan zu fällen.
•CIMIC
Jürgen H. (Name von der Redaktion geändert) ist CIMIC Hauptfeldwebel. Zum vierten Mal ist der gelernte Bautechniker im Auslandseinsatz. Im Süden und Osten Afghanistans kann von Wiederaufbau kaum eine Reden sein, denn dort wird an der Seite der Amerikaner heftig gegen die Taliban gekämpft. Aber auch im bisher relativ ruhigen Norden stagniert der Wiederaufbau mittlerweile. Vor allem seit es auch hier verstärkt Selbstmordanschläge gegeben hat, verlassen die Nato-Soldaten kaum noch ihre Lager.
Nicht so Jürgen H.: Brücken hat er mitgebaut, Brunnen saniert, zusammen mit den Afghanen ein paar einfache Schulgebäude hochgezogen. Wenn er in die glücklichen Augen der Dorfbewohner schaut, fragt er sich nicht mehr, ob sich sein Einsatz gelohnt hat.







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