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Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

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Samstag, 23. Februar 2008 um 19.00 Uhr - 07/03/08

Die Reportagen

Weitere Artikel zum Thema

Soweto: Maponyas Konsumtempel
Von Frédéric Méon, Wissam Charaf und Anne Rigollet – ARTE GEIE – Frankreich 2008

Video - 12'

Das Einkaufszentrum „Maponya Mall“ ist eines der modernsten Südafrikas - und liegt mitten in Soweto. Genau an dem Ort, bei dessen Nennung viele an „schwarzes Ghetto“, Kriminalität, Armut und Gewalt denken. Aber die „Maponya Mall“ ist kein gewöhnliches Einkaufszentrum.

Auf einer Fläche von 65 000 Quadratmetern gibt es hier 196 Läden, in denen 3500 Angestellte arbeiten – fast ausschließlich Bewohner von Soweto selbst. 40 000 Kunden besuchen den Konsumtempel täglich.

Gegründet wurde die Shopping-Meile von Richard Maponya (82), ebenfalls ein Kind Sowetos. Nach einer bewegten Karriere als Ladenbesitzer, Autohändler, Tankstellen-Geschäftsführer und Fuhrunternehmer ist Maponya heute ein best- situierter Immobilienmagnat. Und inzwischen auch drittwichtigster Rennpferdbesitzer Süd- afrikas – eine Leidenschaft, mit der er schon begann, als dieser Besitz im Apartheidsystem ausschließlich der weißen Elite vorbehalten war.

Heute hat Richard Maponya einen Traum verwirklicht, den er schon seit 28 Jahren träumte: ein eigenes Einkaufszentrum mitten in Soweto. Im September 2007 wurde es feierlich eröffnet von seinem Freund Nelson Mandela …

Interview mit Richard Maponya - eine Erfolgsgeschichte trotz Apartheid (10'16)


Arktis: Die Gruft der Körner
Von Laurent Cibien und Alain Guillon – ARTE GEIE – Frankreich 2007

Video - 22'

Am 26. Februar dieses Jahres wird in Longyear- byen, der Hauptstadt des norwegischen Sval- bard-Archipels, wohl eines der kuriosesten Bau- werke der letzten Jahrzehnte eingeweiht: Es liegt nahe eines Fjordes, rund 1000 Kilometer südlich des Nordpols und ist ein 130 Meter langer Tunnel, an dessen Ende sich drei Panzerkammern befinden.

Was hier bei konstanten 20 Grad unter Null gelagert werden soll, ist fast die gesamte Arten- vielfalt des landwirtschaftlichen Pflanzenbaus: über 100 000 Sorten Reis, 200 000 Sorten Getreide, 80 000 Sorten Mais und 4000 Apfel- sorten… Tausende von Jahren sollen die Säme- reien dort überdauern können – ein Projekt zur Rettung der globalen Artenvielfalt – mit Namen „Global Seed Vault“ (Globale Samen-Schatzkammer) oder auch „Arche Noah der Nahrungspflanzen“. Unterstützt wird das Vorhaben von der norwegischen Regierung, der UN-Ernährungsorganisation und der Bill-Gates-Stiftung.

Unser Team hat den Haupt-Organisator dieser „Arche Noah“, den Amerikaner Cary Fowler, von Svalbard bis auf die Philippinen begleitet. Von der Samengewinnung bis hin zur geplanten „Schatz- kammer“. Dieses spektakuläre Bauwerk ist sozu- sagen ein letzter Aufschrei gegen den fortschrei- tenden Rückgang der Artenvielfalt auf den land- wirtschaftlichen Flächen, der weitgehend der Modernisierung der Landwirtschaft zuzuschreiben ist. Auch die nationalen und internationalen Gen-Banken, die im vergangenen Jahrhundert angelegt wurden, sind finanziell oft nur mangelhaft ausgestattet und können den Artenreichtum kaum retten.

Jedoch nur aus einem breiten Artenreichtum heraus könnten sich noch Lösungen finden lassen, wie eine künftige Landwirtschaft den derzeitigen Klimaverände- rungen angepasst werden kann.


Ortstermin: Peru - Die Goldmine von Yanacocha (3/3)
Von Ralph Weihermann und Mirjam Leuze - ARTE GEIE / Kigali Films – Deutschland 2008

Die Yanacocha Goldmine in Nordperu ist die größte Goldmine Lateinamerikas und die ertragreichste der Welt. Auf 4000 Metern Höhe werden hier in den Hoch- anden jährlich 2,5 Millionen Unzen Gold gewonnen. Der Höhenflug des Gold- preises Anfang des Jahres mit einem Höchststand von 930 US-Dollar pro Unze bescherte der amerikanischen Bergbaufirma Newmont und der peruanischen Minera Yanacocha S.R.L. Höchstgewinne.

Die Menschen, die im unmittelbaren Umfeld der Mine leben, haben hingegen nichts von den Reichtümern. Sie leiden im Gegenteil unter Umweltbelastungen, denn das Gold wird mit Zyanid, einer hochgiftigen Chemikalie aus dem Boden extrahiert. Und nicht nur das: die Mine hat die Bevölkerung gespalten, es herrscht ein Klima der Angst und des Misstrauens zwischen den Menschen. Konflikte zwischen der ländlichen Bevölkerung, den Minenarbeitern und der Polizei enden immer häufiger in gewalttätigen Auseinandersetzungen. Drei Bauernführer wurden in den letzten Jahren ermordet. „Ortstermin“ stellt drei Menschen aus dem Umfeld der Mine vor: den Bauern Miguel Garcia Hernandez, den Ex-Minenarbeiter Percy Portillas und den Priester und Umweltschützer Marco Arena von der Menschenrechtsorganisation GRUFIDES.

Percy Portillas
Bis vor einem Jahr gehörte Percy Portillas zu den Gewinnern in der Minenstadt Cajamarca. Er hatte einen gut bezahlten Job in der Goldmine. Doch dann wurde er krank, schwere Durchfälle, heftige Magenkoliken und plötzlich auftretendes unkon- trolliertes Zittern machten ihn arbeitsunfähig. Monatelang ließen ihn die Werksärzte der Mine über die Ursache seiner Beschwerden im Unge- wissen. Erst ein unabhängiger Arzt in einem 500 Kilometer entfernten Ort eröffnete ihm, dass er unter einer Quecksilbervergiftung leide. Quecksilber, das sich im Lauf von sechseinhalb Berufsjahren als Arbeiter in der Goldmine in seinem Körper angesammelt hatte, denn der Boden von Yanacocha enthält nicht nur Gold, sondern auch Quecksilber. Im November wurde Percy Portillas ganz plötzlich entlassen, ein kleiner Unfall auf dem Werksgelände wurde ihm zum Vorwurf gemacht. Erst bei einem weiteren Arztbesuch erfuhr er, dass er auch aus der Betriebskrankenkasse ausgeschlossen worden war. Schwer krank und arbeitslos, damit stehen er und seine Familie jetzt vor dem Nichts.

Links:
“No dirty gold” – KonsumentInnenkampagne
MISEREOR unterstützt die Menschenrechtsorganisation GRUFIDES in der Bergbaustadt Cajamarca
www.grufides.org (spanische Seite)
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samstags um 19.00 Uhr
Wiederholung samstags um 6.00 Uhr

Erstellt: 21-02-08
Letzte Änderung: 07-03-08