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ARTE Reportage

Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

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Samstag, 15. März 2008 um 19.00 Uhr - 27/03/08

Die Reportagen

Tata Nano: Autorevolution aus Indien?
Von Michael Schehl – ARTE GEIE / Gaffer u. Grip – Deutschland 2008

Video - 12'

Als im Januar Ratan Tata, Präsident einer der größten indischen Unternehmens- gruppen auf der Automobilmesse in Neu Dehli den Tata Nano der Weltöffent- lichkeit präsentierte, hat die billigste Limousine der Welt Experten aus allen Ländern in zwei Lager gespalten: die einen sprechen von einem Wunder, einer wirtschaft- lichen und technologischen Revolution. Das Auto, das ab diesem Herbst für rund 1700 Euro auf den Markt kommen soll, sei Ausdruck eines ungebrochenen Fortschrittsglaubens.

Anderen, wie etwa dem Klimaschützer und Nobelpreisträger Rajendra Pachauri, bereitet der Tata Nano und die Produktion von billigen Kleinwagen schon jetzt Alpträume. Denn Umweltschutzgruppen und Verkehrsexperten warnen vor den verheerenden Folgen des Klimakillers. Und die Massenmotorisierung Indiens und anderer Schwellenländer steht erst am Anfang. Schon heute werden in über 90 indischen Städten die Grenzwerte regelmäßig überschritten, Indien liegt mittler- weile mit seinem CO2-Ausstoß weltweit an vierter Stelle.


Thailand: Die Witwenfarm
Von Hans Jürgen Westermann – ARTE GEIE / Krossover Media – Deutschland 2008

Pro Jahr besuchen 14 Millionen Urlauber Thailand, wo sie buddhistische Ruhe unter tropischer Sonne finden wollen. Dass 600 Kilometer entfernt von der Trauminsel Phuket ein grausamer Bürgerkrieg tobt, der bisher über 2800 Todes- opfer gefordert hat, weiß kaum einer der aus- ländischen Besucher. Bomben explodieren, Mönche werden verfolgt und angezündet und Lehrer geköpft. In den Provinzen Pattani, Narathiwat und Yala an der Grenze zu Malaysia vergeht kaum ein Tag ohne Attentate muslimischer Extremisten, die für Autonomie kämpfen und gegen einen repressiven thailändischen Staat, der sich offensichtlich wenig um die Einhaltung von Menschenrechten schert.

In Narathiwat hat das thailändische Königshaus ein Modelldorf für 150 Kriegswitwen entstehen lassen. Die Buddhistin Pornthip Boon-In (41) und die Muslimin Suniyah Thiangwong (33) haben im Dorf mit ihren Kindern ein neues Leben beginnen können. Das ARTE Reportage-Team konnte das Dorf besuchen und Filmaufnahmen im Krisen- gebiet machen. Streng geheime Polizeivideos und Interviews mit den bekannten Bürgerrechtlern Ex-Senator Kraisak Choonhaven und Angkana Neelpaijit machen deutlich, dass ein Ende der blutigen Ausein- andersetzungen nicht abzusehen ist. Ganz im Gegenteil rechnen Experten sogar damit, dass die Terroristen früher oder später auch Thailands Tourismuszentren angreifen werden.


Ortstermin - Russland: die Menschen von Sachalin – Julia und Kostia (2/4)
Von Vladimir Vasak, Liza Zamyslova, Sergueï Sokolov und Florence Touly – ARTE GEIE – Frankreich 2008

Nachdem die Russen ihren neuen Präsidenten gewählt haben, besuchte ARTE-Reporter Vladimir Vasak für die Reportage-Rubrik "Ortstermin" die Insel Sachalin, um die Lebensbedingungen der Menschen unter extremen klimatischen Verhält- nissen zu recherchieren. Die Insel, 10 000 Kilo- meter von Moskau entfernt, liegt im Pazifischen Ozean, bis 1945 standen Teile von ihr unter japanischer Besatzung. Seit mehreren Jahren schon nimmt die Bevölkerung zu, die gigantischen Reserven an Erdgas und Erdöl versprechen langfristige und sehr gut bezahlte Arbeitsplätze. Russen, Amerikaner und Europäer, Angestellte der internationalen Energiekonzerne mischen sich unter die 700 000 Einheimi- schen, die ihre Insel nicht verlassen wollen, obwohl viele die Zerstörung ihrer natürlichen Umwelt durch die Erdölförderung beklagen.

Früher einmal – bevor der Ort zu einer sprudeln- den Quelle für Erdöl und Gas wurde – war die Insel Sachalin für ihren reichen Fisch- bestand vor der Küste bekannt. In der 20 000 Einwohner zählenden Hafenstadt Nevelsk, ganz im Südwes- ten der Insel haben wir Kostia und Julia getrof- fen – ein Paar aus der russischen Mittelschicht. Sie hat eine lokale Nachrichtenagentur gegründet – er ist Fischer. Trotz der 10 000 Kilometer Entfernung von Moskau und trotz der Fischereikrise sind die beiden felsenfest davon überzeugt, dass ein starkes Russland ihren Kindern noch eine blühende Zukunft bieten wird.
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ARTE Reportage
Das internationale Nachrichtenmagazin
samstags um 19.00 Uhr
Wiederholung samstags um 6.00 Uhr

Erstellt: 13-03-08
Letzte Änderung: 27-03-08