10/04/06
Die Rückkehr der reitenden Leichen
Donnerstag, 20. April 2006 um 00.30 Uhr
Die Bewohner eines mittelalterlichen portugiesischen Dorfes setzen sich erfolgreich gegen grausame Tempelritter und ihre blutigen Rituale zur Wehr. Doch bevor die verurteilten Templer verbrannt werden, schwören sie Rache. 500 Jahre später steigen sie aus ihren Gräbern und sorgen für ein blutiges Massaker.
Spielfilm, Spanien / Portugal 1973, ARD
Regie: Amando de Ossorio, Drehbuch: Amando de Ossorio, Kamera: Miguel Fernández Mila, Musik: Antón García Abril, Schnitt: José Antonio Rojo, Produktion: Ancla Century Films, Produzent: Ramón Plana
Tony Kendall (Jack Marlowe), Fernando Sancho (Mayor Duncan), Esperanza Roy (Vivian), Frank Braña (Howard), Lone Fleming (Amalia)
In der Nähe eines kleinen mittelalterlichen portugiesischen Ortes treibt in einer alten Abtei ein Tempelritterorden sein teuflisches Spiel: Die Templer rauben Jungfrauen aus dem Dorf und töten sie in einem grausamen Ritual, um durch das Blut der Mädchen Unsterblichkeit zu erlangen. Als die erzürnten Dorfbewohner endlich ihre Angst überwinden und die Abtei der Templer stürmen, gelingt es ihnen, die Teufelsanbeter zu besiegen. Doch diese schwören auf Unsterblichkeit und eine grausame Rückkehr, bevor sie von den Dorfbewohnern verbrannt werden. Noch 500 Jahre später feiert das portugiesische Dorf alljährlich ein Fest, bei dem im Angedenken an die Verbannung der Templer mittelalterlich gekleidete Puppen verbrannt werden. Als der Feuerwerks-Spezialist Jack in das Dorf geholt wird, um diese Feier besonders leuchtend zu gestalten, fällt sein Eintreffen just auf das Jahr, für das die hingerichteten Templer ihre Vergeltung angekündigt haben. Und tatsächlich scheint sich ihre Rückkehr bereits durch unheimliche Zeichen anzukündigen. Doch erst einmal trifft Jack im Dorf auf seine Ex-Freundin Virginia, und vergangene Zwistigkeiten und Probleme flammen wieder auf. Als dann die dörflichen Feierlichkeiten in vollem Gange sind, steigen tatsächlich die Tempelritter aus ihren Gräbern: gesichtslos, düster, in staubigen Gewändern. Ein blutiges Massaker beginnt ...
Leichen, die in wallenden Mönchskutten auf geisterhaften Pferden reiten, gierig nach Rache und nach dem Blut lebender Menschen - wer das Fürchten bei Amando de Ossorios erstem "Leichen"-Film noch nicht gelernt hat, bekommt dazu mit "Die Rückkehr der reitenden Leichen" eine weitere Gelegenheit. In der Typologie des Horrorfilms würde man die Untoten aus Amando de Ossorios Filmen als Zombies bezeichnen: Gestorbene, die durch magische Kraft am Leben gehalten werden und ihr Unwesen treiben. Allerdings geht es hier nicht um die mystische Erotisierung der Gotik, wie man sie aus klassischen Horrorfilmen kennt, sondern um die Darstellung eines monströsen Teufels-Sabbats, eines sich ständig steigernden, apokalyptischen Infernos des Grauens. Amando de Ossorio produzierte zwischen 1952 und 1984 insgesamt 20 Filme, die weitgehend um Horror, Grusel und Schrecken kreisen, denn, so der spanische Regisseur selbst: "Jeder möchte wieder das schöne Gruselgefühl erleben, das ihm als Kind in der Geisterbahn so gefallen hat. Ich möchte unterhalten, und zur Unterhaltung diente immer schon das Schreckliche, damit der zufriedene Bürger wieder feststellen kann, wie ordentlich und ruhig er lebt."

Wenn Ihnen "Die Nacht der reitenden Leichen" und "Die Rückkehr der reitenden Leichen" gut gefallen hat, vielleicht wegen Amando de Ossorio eigenwilliger Kameraführung: "Auf- und Abzoomen" und andere 'schwenkende' Kamerabewegungen, dann wagen Sie doch einen Blick auf die Werke von Ossorios Landsmann, der unbeschreibliche Jesus Franco.
Erstellt: 24-02-06
Letzte Änderung: 10-04-06