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Genitalverstümmelung

Weltweit leiden 160 Millionen Mädchen und Frauen unter den Folgen grausamer Genitalverstümmelung, jährlich kommen nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation drei Millionen Mädchen hinzu.

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6.02.2007 um 21.25 Uhr - 16/09/08

Die Sache

Feldzug gegen ein Tabu


Fatuma ist sieben Jahre alt, als die Eltern ihr ein „großes Fest“ versprechen, weil sie dann „zur Frau“ wird. Was sie ihr nicht sagen: An diesem Tag werden ihre Genitalien auf grausamste Art verstümmelt.

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60 Min.
Dokumentation, Deutschland 2006, Erstausstrahlung
Regie: Heike Mundzeck

Vor sechs Jahren haben Rüdiger Nehberg und Annette Weber mit ihrer Menschrechts- organisation Target einen Feldzug gegen diese brutale Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika begonnen und von Anfang an alles mit der Kamera dokumentiert, darunter auch die Beschnei- dung der kleinen Fatuma. Die schockieren- den Bilder, hier zum erstenmal einer breiten Öffentlichkeit vorgeführt, rüttelten endlich auch die höchsten Rechtsgelehrten und Religionsführer aus vielen islamisch gepräg- ten afrikanischen Staaten auf. Sie hatten sich auf Einladung von Target Ende November 2006 in Kairo versammelt, um über die bisher mit dem Koran begründete Rechtfertigung des mehr als 4.000 Jahre alten Rituals zu diskutieren. Das grandiose Ergebnis: Einstimmig wurde die weibliche Genitalverstümmelung als nicht mit dem Islam vereinbar, als Verbrechen und zur „Sünde“ gegen das Gebot der Unversehrbarkeit des weiblichen Körpers erklärt und ihre Abschaffung eingeleitet.

Betroffen sind 160 Millionen Mädchen und Frauen weltweit, vornehmlich in 28 afrikanischen Staaten oberhalb des Äquators sowie einigen asiatischen Ländern. Alle zehn Sekunden wird - immer noch - ein Mädchen verstümmelt. Der Film zeigt die jahrelange engagierte Aufklärungskampagne der beiden Menschenrechtler mit ihrer „Pro Islamischen Allianz“, die in Mauretanien, Djibouti und Äthiopien bereits nachweislich Erfolge aufweist. Mehrere Wüsten- konferenzen, die Einrichtung einer fahrenden Krankenstation und ihre Kooperation mit dem Islam haben die Menschen beeindruckt. In den besuchten Gebieten ist die Genitalbeschneidung zurückgegangen. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht jedoch die Geschichte von Amina, einem heute zwölfjährigen Mädchen aus dem Nomadenstamm der Afar in der Danakil-Wüste im Osten Äthiopiens. Amina wurde als Siebenjährige nach Sitte ihres Stammes „pharaonisch“ brutal beschnitten. Weber und Nehberg haben eine Patenschaft für sie übernommen und lassen das Mädchen nun in Addis Abeba zur Schule gehen und ausbilden.

Im Sommer 2006 begleitete die Hamburger Filmemacherin Heike Mundzeck die beiden Menschenrechtler und ihr Kamerateam nach Äthiopien. Dargestellt werden von der Autorin und Regisseurin auch die histori- schen Hintergründe, die soziologische Bedeutung und die medizinischen Formen und Folgen der auch FGM genannten Geni- talverstümmelung in drei Ländern, in denen die Rate zwischen 70 und 90 Prozent liegt. Betroffene Frauen, Ehemänner, Brüder, Kritiker, ein Arzt, eine Ärztin, ein Lehrer, eine Kulturwissenschaftlerin geben Auskunft über das Ritual und seine Auswirkungen. So soll der Film nicht nur dokumentieren, sondern auch aufklären und zum Engage- ment auffordern: gegen eine der grausam- sten Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen, eine lebensgefährliche Folter, denen zumeist Mädchen unter zwölf Jahren hilflos ausgeliefert sind und an der ein Drittel von ihnen unmittelbar oder an den Folgen stirbt.
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FGM - Die Verstümmelung der Töchter 
6.02.2007, ab 20.40 Uhr
Themenabend         

Erstellt: 31-01-07
Letzte Änderung: 16-09-08