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DVD-News - 19/03/05

Die Siebtelbauern

Ein Film von Stefan Ruzowitzky


Ein Heimatwestern
aus Österreich

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  • cover_siebtelbauern.jpg.imageDataSynopsis
 
Ein österreichisches Bergdorf in den 20er Jahren: Die alte Rosalind hat den Bauern erstochen. Seine Mägde und Knechte erben den Hof, und versuchen sich in einem Kollektiv. Den anderen Großbauern passt das gar nicht. Mit krudesten Mitteln versuchen sie „die göttliche Ordnung“ selbst wieder herzustellen.
 
  • Der Kommentar zum Film
 
Im Heimatfilm – dem einzigen (!) genuin deutschen Filmgenre - geht es um existentielle Themen: Um Leben und Tod, um Freiheit oder Knechtschaft. Die Siebtelbauern bilden da keine Ausnahme. An einem Ort, an dem sich partout nichts ereignen mag startet Ruzowitzky ein spannendes Experiment, das im wirklichen Leben so wahrscheinlich nie hätte stattfinden können.
 
Der böse Bauer vererbt seiner Gemeinschaft der Mägde und Knechte seinen Hof. Im Grunde ja nur, weil er ihn sonst niemandem gönnt, in der Hoffnung, „sie mögen sich totschlagen, wenn sie darum streiten.“ Doch seine Bediensteten sind schlauer als alle gedacht hätten, sie halten zusammen. Die anderen Bauern fühlen sich aufs Ärgste provoziert, denn „ein Knecht kann kein Bauer, ein Armer kein Reicher, eine Frau kein Mann sein“. Aber die sieben neuen Bauern – jeder ein „Siebtelbauer“ verhalten sich genau so, als ginge das.
 
Ruzowitzky erklärt sein Konzept des Heimatwesterns: „Im Heimatfilm ist das Land schon verteilt: eine statische Welt ohne soziale Dynamik, in der sich Menschen gegen ein Schicksal auflehnen, das über sie hereinbricht. Im Western aber, da wird Land erstritten, da gibt es Helden, die Mut und Entschlossenheit fordern.“ Yippieee yeahh! Ruzowitzky hat sie gefunden, seine Helden, und für diese ein hervorragendes Schauspielerensemble. Allen voran die drei anführenden Siebtelbauern, der „Findling“ Simon Schwarz, der „Dahergelaufene“ Lars Rudolph und „das freche Weibsbild“ Sophie Rois.
 
Es macht richtig Freude, den „neuen Reichen“ zuzusehen, wie sie mit ihrem Hof umgehen, den sie mit völlig neuen Augen sehen, obwohl sie zuvor bereits alle jahrelang auf ihm gearbeitet haben. Da gibt es wilde Kissenschlachten, die Jungs markieren ihr Revier, indem sie an ihr eigenes Haus pinkeln und alle haben sie zum ersten Mal in ihrem Leben den Sonntag frei. Doch das Glück währt nicht lange, denn der „Geldadel“ und die anderen Großbauern macht dem Kollektiv das Leben schnell zur Hölle, um die alte „göttliche Ordnung“ wider herzustellen. Dieser Film ist beseelt von einer anarchischen Energie, wie sie sehr selten in deutschsprachigen Produktionen zu finden ist.
 
Nana A.T. Rebhan
 
  • Die Siebtelbauern
Österreich 1998
Regie: Stefan Ruzowitzky
Buch: Stefan Ruzowitzky
Kamera: Peter von Haller
Schnitt: Britta Nahler
Produktion: Dor Film - A 1998
Ton: Heinz Ebner
Darsteller: Sophie Rois, Simon Schwarz, Lars Rudolph, Ulrich Wildgruber, Julia Gschnitzer, u.a.
DVD PAL, ca. 90 Min., Farbe
 

Erstellt: 15-03-05
Letzte Änderung: 19-03-05