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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 03.Juni 2004 - 02/06/04

Die Spielwütigen

Langzeitdokumentation über
vier Schauspielstudenten
 
Synopsis: Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler und Prodomos Antoniadis haben eine Gemeinsamkeit: Sie wollen auf jeden Fall Schauspieler werden. Andres Veiel begleitete die vier sieben Jahre lang von der Aufnahmeprüfung bei der Schauspielschule bis zum ersten Theaterengagement.
 
Kritik: In Zeiten, in denen Deutschland des öfteren den „Superstar“ sucht, sind Dokumentationen wie DIE SPIELWÜTIGEN eine Rarität. Andres Veiel, der bereits mit seinen beiden vorherigen Dokumentarfilmen DIE ÜBERLEBENDEN und BLACKBOX BRD bekannt wurde, hat sich ganze sieben Jahre für seine Langzeitdokumentation genommen. Von anfänglich 1000 Bewerbern für die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin wählte er im ersten Anlauf 200, dann 40, dann 20 potentielle Kandidaten für seinen Film aus - übriggeblieben sind schließlich vier.
 
Da gibt es einmal die stets ernste Constanze Becker, die sofort für die tragenden, aber eher älteren Rollen besetzt wird, und die stets für „Wahrhaftigkeit“ kämpft. Karina Plachetka ist offen und verspielt, aber im Laufe der sieben Jahre entwickelt sie eine Ernsthaftigkeit, die am Ende des Films fast schon resignativ wirkt. Prodomos Antoniadis reibt sich an allem, und Kritik verträgt er ganz schlecht. Fast wird er deshalb nach der Probezeit der renommierten Schule verwiesen, aber er bekommt die Kurve grade noch so. Stephanie Stremler schließlich schafft die erste Bewerbungsrunde nicht, studiert erst mal Theaterwissenschaften. Ein Jahr später bewirbt sie sich erneut, und wird schließlich auf der „Ernst Busch“ angenommen. Aber jede neue Rolle bedeutet für sie einen neuen Kampf, den sie mit ganzer Kraft aufzunehmen bereit ist.
 
Andres Veiel hat seine vier Darsteller nach den Kriterien „Unbedingtheit“ des Berufs des Schauspielers und „Spielwut“ ausgesucht. Oft und gerne zeigt er deshalb Szenen aus Proben und Theaterstücken, die chronologisch in den Film eingebaut werden. So gewähren sie einen Einblick in die persönlichen Fortschritte jedes einzelnen Schauspielschülers. Dabei findet es der Filmemacher durchaus legitim, einige Szenen nachzustellen oder gar zu inszenieren , etwa bei diversen Proben, die mit Schuss-Gegenschuss-Einstellungen aufgelöst werden. Stephanies durch ein Gipsbein bedingte depressive Phase verpasste Veiel, und lässt sie anschließend nachstellen. Aber all dies wirkt innerhalb des sehr dichten und gut recherchierten Films durchaus legitim. Durch zahlreiche Close Ups und Details schafft er eine Nähe zu den jeweils dargestellten Personen. Andres Veiel gelingt es, die Leidenschaft seiner Darsteller für ihre Passion nachvollziehbar zu dokumentieren.
 
Veiel: „Am Ende steht die eigentliche Bewährungsprobe: der Sprung ins Berufsleben. Plötzlich stellen sich alle Fragen neu. Was ist Erfolg? Und was ist der Preis dafür? Was ist nach sieben Jahren aus den Träumen und Wünschen geworden?“
 
Nana A.T. Rebhan
 
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Ein Dokumentarfilm von Andres Veiel
Darsteller: Prodromos Antoniadis, Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler
Deutschland 2004, 35 mm, Format 1:1,85, 108 Minuten, Uraufführung im Panorama der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2004
www.die-spielwuetigen.de

Erstellt: 01-06-04
Letzte Änderung: 02-06-04