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Dienstag, 6. Dezember 2005 um 22.45 Uhr - 06/12/05

Die Sprinterin

"Mama, was würdest du sagen, wenn deine Tochter Schweizer Meisterin im 800-Meter-Lauf wäre? Oder Olympiasiegerin?" Die 15-jährige Sabine unternimmt alles, um ihr Ziel zu erreichen.


Sabine, 15, will professionelle Läuferin werden. In einigen Wochen ist der entscheidende Wettkampf, der ihre weitere Zukunft bestimmen wird. Während sie auf ihren großen Tag wartet, trainiert sie viel und setzt alles daran, die Beste zu sein. Mit ihrem Trainer, Gelewski, versteht sie sich nicht besonders gut; der hätte es lieber, wenn sie 400 Meter laufen würde anstatt 800 Meter.
Trotz des harten Trainings stellen sich ihr nicht erwartete Hindernisse in den Weg: die Angst vor dem Scheitern ist groß und ihr eigener Körper scheint sich zu verändern. Schließlich bekommt sie es mit dem Läufer Rudi zu tun, den sie mehr als nett findet, und erhofft sich, mit seiner Hilfe die Lösung für ihre Probleme zu finden.


"Die Sprinterin" entstand für die zehnteilige ARTE-Reihe "Männlich/ Weiblich", in der anerkannte und aufsteigende Autoren und Regisseure die Mechanismen des Geschlechterrollenwandels in der europäischen wie nicht-europäischen Gesellschaft beleuchten.


Mit ihrem Debütfilm setzt die Regisseurin Ursula Meier, wie eine ihrer Heldinnen, die Latte sehr hoch an. Ihre Kamera haftet hautnah an den Personen und lässt sie nicht los. Der Zuschauer wird in die Welt des Spitzensports hineingezogen; ein Wespennest der hochambitionierten Egozentriker, in dem zarte Gefühle kaum Platz haben und sich dennoch Bahn brechen.

Ursula Meier, 1971 in Besançon geboren, wurde am Institut des Arts de Diffusion in Paris ausgebildet. Erste erfolgreiche Kurzfilme waren "Le songe d'Isaac" (1994), der sich für den Oskar nominierte, "Schlaflose Stunden" (1999, auf ARTE am 12.10.2000), der den großen Preis auf dem Festival Toronto 1998 bekam und "Tischmanieren" (2001, auf ARTE am 20.08.2002), der den Publikumspreis und den Preis der Presse auf dem Festival in Clermont Ferrand 2001 erhielt.
Zuletzt fand vor allem ihr Dokumentarfilm "Pas les flics, pas les noirs, pas les blancs" (2002, auf ARTE am 31.05.2002) große Aufmerksamkeit; er wurde auf dem Dokumentarfilmfestival in Nyon 2002 als bester Schweizer Film ausgezeichnet. Für "Die Sprinterin" bekam sie den Preis für den besten französisch-sprachigen Film bei dem Festival Tout Ecran in Genf 2002.

Die junge Läuferin wird gespielt von Louise Szpindel, die seit 2000 zur angesehenen Nachwuchsschauspielerin avancieren konnte. Erste Rollen hatte sie in den Fernsehproduktionen "Une femme d'Honneur" (2000) von Philippe Monnier und "Avis de Tempête" (2001) von Christiane Leherissey. In "Fleurs de Sang" (2001) spielte sie an der Seite von Myriam Mezieres und Alain Tanner. Zuletzt überzeugte sie als Mia in dem Kurzfilm "Falscher Schein" (2004, auf ARTE am 03.11.2004). 2002 wurde Louise Szpindel für ihre Rolle der Sabine beim Filmfest in Genf ausgezeichnet.


Der unliebsame Trainer wird gespielt von Jean-François Stévenin, der durch Rollen in über hundert Filmen in Frankreich zum Kultschauspieler wurde. Seine Karriere begann er in den späten 60er Jahren als Regieassistent bei Größen wie Truffaut, Rivette, Fleischmann und Cavalier, die ihn später auch in Nebenrollen als Schauspieler einsetzten. Seine erste große Rolle hatte er als Mörder in Techinés "Barocco" von 1976. Nach weiteren zahlreichen Rollen realisierte er 1978 "Le Passe-montagne" und arbeitete bei "Double messieurs" (1985) und "Mischka" (2001) ebenfalls als Regisseur. Er spielte den Luigi in Patrice Lecontes mehrfach ausgezeichneten Film "L'homme du train" (2002) und zuletzt den Gaston in Jean-Pierre Sinapis Komödie "Camping à la ferme" (2005).


Die Sprinterin (« Des épaules solides »)
Frankreich / Schweiz / Belgien 2002, ARTE F, Synchronfassung, Stereo, Zweikanalton, Erstausstrahlung, 16:9 / 96 Min.
Regie: Ursula Meier, Drehbuch: Ursula Meier, Frédéric Videau, Kamera: Nicolas Guicheteau, Kostueme: Sylvia Gabrielle Marton, Redaktion: Pierre Chevalier, Schnitt: Suzanna Rossberg; Ausstattung: Monika Bregger; Maske: Catherine Riotton; Ton: Luc Yersin, Produktion: GMT Productions, Produzent: Pierre-André Thiébaud, Denis Delcampe, Jean-Pierre Guérin
Mit: Louise Szpindel (Sabine), Jean-François Stevenin (Gelewski), Nina Meurisse (Dani), Dora Jemaa (Fatia), Guillaume Gouix (Rudi), Anne Coesens (Sabines Mutter), Max Ruedlinger (Rudis Vater)

Erstellt: 30-11-05
Letzte Änderung: 06-12-05