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Der neue spanische Film

Almodovar auf ARTE: Erfahren Sie mehr über seine Filme!

Der neue spanische Film

01/09/08

Die Waffen einer Frau

Eine international gefeierte Sängerin begegnet nach 15 Jahren im Ausland ihrer Tochter wieder, die sie ihrer Karriere zuliebe beim Vater gelassen hatte. Diese hat in der Zwischenzeit einen ehemaligen Geliebten der Mutter geheiratet. Sein gewaltsamer Tod führt zur Eskalation des von Schuldgefühlen und Hassliebe geprägte Mutter-Tochter-Verhältnisses.

Becky del Páramo verlässt ihre zwölfjährige Tochter Rebeca, um sich ganz ihrer Karriere als Sängerin zu widmen. Rebeca wächst beim Vater auf, ist aber von der abwesenden Mutter besessen, die sie vergöttert. 15 Jahre später kehrt Becky für eine Reihe von Konzerten nach Madrid zurück und will ihr Leben ordnen, vor allem die Beziehung zu ihrer Tochter. Rebeca, die in allem versucht ihre Mutter zu imitieren - allerdings mit wenig Erfolg - hat Manuel, den früheren Geliebten ihrer Mutter, geheiratet und arbeitet als Nachrichtensprecherin. Manuel hat nie Rebecas Vertrauen gewinnen können. Das besitzt ein Transvestit namens Femme Letal, dessen perfekte Imitation der Becky del Páramo für Rebeca eine Art Mutterersatz ist. Manuel möchte sich von Rebeca scheiden lassen und Becky wieder zu seiner Geliebten machen. Aber Becky weist ihn zurück. In einer der folgenden Nächte wird Manuel ermordet. Am Abend haben ihn drei Frauen besucht: Isabel, seine Geliebte und Kollegin Rebecas, Becky, die ihn mit Isabel ertappt und nach heftigem Streit das Haus verlässt, und schließlich Rebeca, die die Leiche findet. Die Nachforschungen des Untersuchungsrichters Domínguez konzentrieren sich auf Mutter und Tochter. Von ihm erfährt Rebeca, dass ihre Mutter wieder die Geliebte Manuels wurde. Eine unüberbrückbare Kluft tut sich zwischen den beiden Frauen auf. Als Rebeca am Tag von Manuels Beerdigung die Nachrichten verliest, macht sie vor laufender Kamera ein Geständnis. Richter Domínguez glaubt zwar, dass sie jemanden decken will, dennoch muss Rebeca in Untersuchungshaft. Dort bringt sie der Richter mit ihrer Mutter zusammen. Es gelingt den beiden Frauen, sich aus ihren Verstrickungen zu lösen, doch das Geheimnis um Manuels Tod bleibt bestehen und verbindet Mutter und Tochter für alle Zeit.

Almodóvar über seinen Film:
"Die Sehnsucht nach Vater und Mutter ist ein klassisches, zeitloses Thema. Es ist die Basis für viele Melodramen, alte und neue, von 'Stella Dallas', 'Mildred Pierce', 'Imitation of Life' oder 'Paris, Texas' bis hin zu 'Mommie Dearest', 'Terms of Endearment', 'Postcards from the Ede' und 'Goodnight Mother', um nur die zu nennen, die mir gerade einfallen. (...) Obwohl ich das klassische Melodrama liebe, habe ich auf den genreüblichen Dualismus zwischen Gut und Böse und die sentimentale Selbstgefälligkeit verzichtet. 'High Heels' ist ein hartes Melo, sowohl dem Horrorfilm als auch dem Film Noir verpflichtet (und - warum nicht - dem Musical). Es ist auch ein literarischer Film, eine Geschichte, die sich durch Worte entwickelt. (...). Als Kind dachte ich, die Schauspieler wären das Kino. Nach und nach merkte ich, dass es um sie herum noch eine ganze Menge anderer Dinge gibt, Leute zum Beispiel, die die Geschichte erfinden und erzählen. Von diesem Moment an wollte ich derjenige sein, der die Geschichte erzählt. (...) Obwohl ich inzwischen Regisseur geworden bin, denke ich noch immer, dass die Schauspieler das Material sind, aus dem Filme gemacht werden. Sie materialisieren die Geschichte, bringen sie voran, machen sie lebendig und wahr. (...) 'High Heels' ist ein Film, der fast ausschließlich von den Schauspielern lebt. Sie sind die Achse, um die herum sich alles erst entwickeln kann, das Licht, die Ausstattung, die Einstellungen, die Atmosphäre, die Musik, der Schnitt. Alles." (Presseheft) "High Heels - Die Waffen einer Frau" wurde für den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film nominiert. Regisseur Pedro Almodóvar erhielt für den Film einen César und den Golden Kikito beim Gramado Film Festival. Auswahl aus der Filmografie von Pedro Almodóvar: "Pepi, Luci, Bom und andere Mädchen aus der Clique" (1980), "Labyrinth der Leidenschaften" (1982), "Das Kloster zum heiligen Wahnsinn" (1983), "Womit habe ich das verdient?" (1984/85), "Trailer para amantes de lo prohibido" (Fernsehfilm, 1985), "Matador" (1985/86), "Das Gesetz der Begierde" (1986), "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" (1987), "Fessle mich!" (1989), "High Heels - Die Waffen einer Frau" (1991), "Kika" (1993), "Mein blühendes Geheimnis" (1995), "Live Flesh - mit Haut und Haar" (1997), "Alles über meine Mutter" (1999) und "Sprich mit ihr" (2002).

Pedro Almodóvar erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Oscar für das Drehbuch zu "Sprich mit ihr", für diesen Film wurde er auch mit dem Silver Condor von der Argentinian Film Critics Association ausgezeichnet. Und "Alles über meine Mutter" brachte Almodóvar beim Film Festival in Cannes 1999 den Preis als bester Regisseur ein.

"High Heels - Die Waffen einer Frau" wird im Rahmen eines Almodóvar-Schwerpunkts auf ARTE ausgestrahlt. Als weitere Filme des Regisseurs stehen.
Die Waffen einer Frau (Tacones lejanos)
Spielfilm, Spanien 1991, Synchronfassung
Regie: Pedro Almodóvar
Buch: Pedro Almodóvar
Mit: Victoria Abril - (Rebeca), Marisa Paredes - (Becky del Páramo), Miguel Bosé - (Richter Domínguez, Femme Letal, Hugo), Pedro Díez del Corral - (Alberto), Féodor Atkine - (Manuel), Ana Lizarán - (Margarita), Mayrata O'Wisiedo - (Domínguez' Mutter), Miriam Díaz Aroca - (Isabel), Cristina Marcos - (Paula), Bibi Andersen - (Chon), Nacho Martínez - (Juan, Rebecas Vater), Roco Muñoz - (Rebeca als Kind)
Kamera: Alfredo Mayo
Schnitt: José Salcedo < BR>Musik: Ryuchi Sakamoto
Produzent: Agustín Almodóvar< BR>Produktion: El Deseo, Ciby 2000

Erstellt: 29-08-07
Letzte Änderung: 01-09-08