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Wasser in Gefahr

Betrachtet man unseren blauen Planeten von der Internationalen Raumstation ISS aus, kann man schwer glauben, dass es uns an Wasser mangelt.

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Wasser in Gefahr

Betrachtet man unseren blauen Planeten von der Internationalen Raumstation ISS aus, kann man schwer glauben, dass es uns an Wasser mangelt.

Wasser in Gefahr

04/08/10

Bangladesch: Wasser des Lebens und Wasser des Todes…

Überall ist Wasser in diesem kleinen Land am Golf von Bengalen. Soviel, dass andere „trockene“ Länder durchaus Grund zu "Wasser-Neid" haben könnten. Doch ist dieser Reichtum an "blauem Gold" in Bangladesch eher ein Hindernis für die Entwicklung des Landes als ein Vorteil. Die Menschen in Bangladesch erfahren jedes Jahr aufs Neue, wie gefährlich es sein kann, zu nahe an zuviel Wasser zu leben.

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Monsun und Überschwemmungen

Während des Monsuns stoßen die Wolken im Norden des Landes an die Felsen des Himalaya: Sie fluten das kleine Bangladesch mit ihren Regenmassen – bis zu 12 Meter Niederschlag pro Jahr in den regenreichsten Gegenden, das ist das 16-fache der jährlichen Niederschlagsmenge in Deutschland. Und Bangladesch ist das Auffangbecken für das Wasser, das aus dem Himalaya abfließt und sich hier sammelt, begünstigt durch die flache Geografie des Landes. Während des Monsuns bedeckt das Wasser zwischen 15 bis 35 Prozent der ganzen Landesfläche.

Wirbelstürme und Flutwellen

Stürme und hohe Wellen dringen ohne jedes natürliche Hindernis sehr leicht in das flache Land ein. In den meisten Fällen gefährden sie alles Leben in den ohnehin schon überfluteten Teilen des Landes. Der Wirbelsturm Bhola tötete im Jahr 1970 500 000 Menschen; 1991 starben 140 000 Menschen durch einen Tsunami.

Durchfallerkrankungen

Trotz aller Fortschritte ist der fehlende Zugang zu sanitären Anlagen und sauberem Trinkwasser noch immer ein großes Problem: Kaum 40 Prozent der Bevölkerung verfügen über dieses Privileg. Vor allem Kinder infizieren sich sehr leicht mit Durchfallerkrankungen - und für die Kleinsten unter ihnen ist das häufig tödlich.

Arsen-Vergiftung

Arsen ist ein natürlicher Bestandteil der Felsen des Himalayas. Durch die Erosion des Gebirges verteilen sich seine Sedimente über ganz Bangladesch: Im Grundwasser löst sich das Arsen daraus. Wer regelmäßig Wasser aus arsenvergifteten Brunnen trinkt, reichert es in seinem Körper an. Es kommt zu Hautkrankheiten und später, nach langen Jahren, zu Krebs. Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen auf dem Land in Bangladesch vergiften sich auf diese Weise jeden Tag ein wenig mehr.

Versalzung und Anstieg des Meeresspiegels

Im Süden von Bangladesch, an der Küste zum Indischen Ozean, drängt das Salzwasser aus dem Meer allmählich das Süßwasser im Delta immer weiter ins Land zurück. Experten fürchten den Anstieg des Meeresspiegels, bedingt durch den Klimawandel. Das Land ist derart flach, dass es bei einem höheren Meeresspiegel schnell zur Hälfte überflutet wäre. Hinzu kommt, dass immer mehr Bauern vom Reisanbau auf die viel lukrativere Garnelenzucht im Salzwasser umsteigen. Sie fluten ihre Reisfelder mit Meerwasser, indem sie die Deiche durchbrechen. Damit zerstören sie einerseits ihren Schutz vor Tsunamis und begünstigen gleichzeitig das Vordringen des Salzwassers ins Grundwasser.

Erstellt: 18-03-10
Letzte Änderung: 04-08-10