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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

360° - GEO Reportage

06. Januar 2007, um 21.40 Uhr: 360º - GEO Reportage - 03/01/07

Making Of

Hai-Alarm in Polynesien


Drehbericht von Dominique Hennequin

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Die Paradiese dieser Erde sind gefährdet. Das gilt für die Urwälder des Kongo, Heimat der Zwergschimpansen ebenso wie für die blaugrünen Gewässer rund um die Tuamoto-Inseln mit ihren zahlreichen Haiarten. Die Bedrohung geht vom Menschen aus. 2005 haben wir zusammen mit Pascal Lorent über Claudine Andrés Kampf um das Überleben der letzten Bonobos in den Urwäldern der Demokratischen Republik Kongo berichtet. In diesem Film geht es um Yves Lefèvre und seine Schützlinge, die Haie. Den verspielten Bonobo schließen wir schnell ins Herz, doch der Hai wird gefürchtet. Doch trotz ihrer untergleichen Sympathiewerte fällt beiden Arten gleichwohl eine wichtige Rolle in ihrem jeweiligen Lebensraum zu.

Yves Lefèvres Element ist das Wasser. Ausgerüstet mit einer Kamera oder einem Fotoapparat verbringt er unzählige Stunden in den Tiefen der Meere. Oftmals unternimmt er pro Tag bis zu drei Tauchgänge. Lefèvre lebt seit 25 Jahren in der Lagune von Rangiroa auf dem Tuamoto-Archipel, einer zu Französisch-Polynesien gehörenden Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Seine ganze Leidenschaft gehört dem Tauchen. Seine Begeisterung verleiht ihm ungeahnte Energien, was nicht immer reibungslos mit den Zwängen der Dreharbeiten zu vereinbaren war. Seine Kenntnis der Unterwasserwelt ist beeindruckend. Jeder Winkel des Atolls ist ihm vertraut. Wir haben unendlich viel von ihm gelernt. Es ist ihm gelungen, uns die Komplexität der Unterwasserwelt und die Fragilität dieses Universums begreifbar zu machen. Die kaum erforschte Welt der Meere ist bedroht. Vielleicht reicht die Zeit nicht mehr aus, um ihren Geheimnissen auf die Spur zu kommen und der Mensch wird nie erfahren, welchen Reichtum sie birgt.

Ich selbst bin kein erfahrener Taucher. Pascal (über 1.000 Tauchgänge), Yves (über 10.000 Tauchgänge) und Jean-Pierre Couzet nennen mich sicher nicht grundlos eine paddelnde Ente. Sie haben zweifellos Recht, doch mir kommt es nicht darauf an, unter Wasser eine gute Figur abzugeben. Es genügt mir, dorthin zu gelangen, wo ich etwas sehen kann. Und ich habe auf meinen Ausflügen unter Wasser unendlich viel gesehen! Die Lagune von Rangiroa zählt zu den schönsten Tauchplätzen der Welt. Die Artenvielfalt hier ist beeindruckend. Während eines einzigen Tauchgangs habe ich Schildkröten, Barracudas, Delfine, Muränen, Mantarochen und natürlich jede Menge unterschiedlichster Haie gesehen. Aus der Nähe betracht besticht vor allem ihre Geschmeidigkeit. Im Vergleich mit ihnen komme ich mir unbeweglich und schwerfällig wie ein Dickhäuter vor und träume davon, ebenso elegant wie sie durch die Meere gleiten zu können.

Schnell wird klar, dass von den Schwarzspitzen- und Weißspitzen-Riffhaien keine Gefahr ausgeht. Im Gegenteil: Sie sind leicht zu fangende Beute. Zum Glück hat Französisch-Polynesien ein zehnjähriges Haifangverbot vor seinen Küsten verhängt. Das Verbot trat während unserer Dreharbeiten in Kraft. Ein schöner Erfolg für Yves Lefèvre und alle, die sich wie er für den Schutz der Haie einsetzen.

Leider werden Haie anderswo nach wie vor erbarmungslos gejagt. 100 Millionen Exemplare müssen jährlich ihr Leben lassen, in erster Linie wegen der sehr begehrten Haifischflossen.

Bei den Vorbereitungen zu diesem Film war mir Gérard Sourys Buch „Requins en liberté“ sehr nützlich. Der Bildband zeigt die unglaubliche Vielfalt der Haiarten: Vom langschwänzigen Fuchshai über den Blauhai bis hin zum größten Fisch der Welt, dem bis zu 18 Meter langen Walhai. Sourys umfassendes und spannendes Werk macht deutlich, dass die Haipopulationen weltweit geschützt werden müssen. Der Mensch und sein kurzfristiges Gewinndenken sind dabei, diese einzigartige Tierart auszurotten. Das schafft Wut oder Resignation. Es gibt nur einen Weg, diese und andere bedrohte Tierarten wie die Zwergschimpansen für zukünftige Generationen zu erhalten: Aufklärung. Doch ist es hierfür nicht schon zu spät? Industrielle Fangschiffe durchziehen die Meere mit bis zu 80 Kilometer langen Fangleinen, bestückt mit tausenden von Haken. Noch schlimmer sind die engmaschigen Schleppnetze, in denen sich Fische jeder Art und Größe verfangen. Kleine Fische haben keine Chance, das Erwachsenenalter zu erreichen und sich zu vermehren. Die Generationenfolge wird unterbrochen. Würden die Fischer doch einsehen, dass sie dabei sind, ihre eigene Existenzgrundlage zu zerstören! Christophe Boisson aus Rangiroa hat dies offenbar begriffen. Ich danke ihm, dass er bereit war, mit uns an Bord seines Schiffes über dieses heikle Thema zu sprechen. Seine Bereitschaft, mit uns zusammenarbeiten, hat ihm unsere Achtung und unseren Respekt eingebracht, doch er hat sich damit nicht nur Freunde gemacht.

Bedanken möchte ich mich auch bei der polynesischen Bevölkerung. Ich danke Emile Ariipeu, unserem Tontechniker, der uns half, Kontakte zur einheimischen Bevölkerung herzustellen und deren Denkweise, Traditionen und Gewohnheiten besser zu verstehen. Mein besonderer Dank gilt Loyna für ihre Gastfreundschaft. Ich habe selten eine liebenswürdigere und hingebungsvollere Gastgeberin kennen gelernt. Ohne ihre Hilfe wäre es uns nie geglückt, mit den Fischern von Rangiroa über den Haifischfang ins Gespräch zu kommen, denn der Haifischfang ist ein Thema, über das man auf den Tuamoto-Inseln lieber schweigt. Daher mein besonderer Dank an sie für ihre Unterstützung (und für ihren unvergleichlichen Kokosnusskuchen).

Bedanken möchte ich mich auch bei unserem Team: Tristan, François, Denis, Alain, Christian, Anne-Laure, Antoinette, Heike,Tino und natürlich bei meinem Koproduzenten Pascal Lorent, der mir unerschütterlich zur Seite stand.

Ich widme diesen Film meiner Ehefrau Charlotte und meinen Kindern Mathieu, Juliette und Emile, die lange auf mich verzichten mussten, während ich das Paradies erforschte. Ich hoffe, dass dieser Film ihre Liebe zur Natur weiter vertiefen wird.


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Samstag 06. Januar 2007, um 21.40 Uhr
360º - GEO Reportage
Hai-Alarm in Polynesien
Ein Film von Dominique Hennequin und Pascal Lorent
(Frankreich /Deutschland, 2006, 52Min.)
Koproduktion : ARTE, Medienkontor, GÉO, ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 27-12-06
Letzte Änderung: 03-01-07