Seit über 50 Jahren ist Joaquim Mohebe bei der angolanischen Benguela-Bahn als Inspektor angestellt. Mit Haut und Haaren hat er sich der alten Eisenbahnlinie verschrieben. Doch seit in den 80er Jahren alle Lokomotiven in den Auseinandersetzungen des Bürgerkrieges verbrannt wurden, ist der Bahnbetrieb unterbrochen. Verfallene Züge und Waggons, ein völlig heruntergekommenes Schienennetz und permanenter Mangel an Ersatzteilen prägen die Situation. Doch das soll endlich der Vergangenheit angehören. Der einst größte Arbeitgeber und zugleich das wichtigste Transportmittel im Hochland von Huambo wird wieder zum Leben erweckt.

Großer Sprung nach Afrika
Peter Bosshard
Freitag, 2007
Das teuerste Pflaster der Welt
FRANÇOIS MISSER
Die Tageszeitung (TAZ)
Internetlinks
Mikes.railhistory
www.dw-world.org

1903 war mit dem Bau der Bahnlinie begonnen worden. Sie führte von der Atlantikküste 1.300 Kilometer bis zur Grenze der Demokratischen Republik Kongo. Von dort gab es Zugverbindungen bis an die Küste des Indischen Ozeans - nach Dar es Salam in Tansania.
Angolas Hochland gehört zu den fruchtbarsten Regionen Afrikas. Doch während des Bürgerkrieges wurden die Bauern vertrieben und ihre Dörfer verwüstet. Die Menschen litten unter einer grausamen Hungersnot. Bis heute müssen zwischen 60 und 70 Prozent der benötigten Lebensmittel aus dem Ausland nach Angola importiert werden. Auch dafür ist eine funktionierende Bahn von Bedeutung.
Bei der Benguela-Bahn zu arbeiten, ist Joaquim Mohebes ganzer Stolz. Und es ist sein großer Wunsch, dass die Bahn eines Tages wieder auf der ganzen Strecke rollen kann. "360° - Geo Reportage" begleitet den Zug auf seinem Weg in eine bessere Zukunft.







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