Diese Animation wurde mit dem Grimme Online Award 2010 ausgezeichnet.
„Die mit liebevollen Details gestaltete Website“, so die Jury, „ermöglicht das Eintauchen in die Stimmung, die Schauplätze und Ereignisse des historisch entscheidenden 9. Oktobers 1989. Hier wurde ein virtuelles Denkmal geschaffen, das – auch Geschichtsmuffel – für ein Datum sensibilisiert, welches sonst neben dem 9. November 1989 möglicherweise verblassen würde“
Was im September 1989 in der Leipziger Nikolaikirche als Friedensgebet begann, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu machtvollen "Montagsdemonstrationen" für mehr Freiheit, für Reformen und freie Wahlen in der DDR. Die einzige Waffe der Demonstranten ist der friedliche Protest.


70.000 Bürger - mehr als je zuvor - strömen am 9. Oktober 1989 in die Leipziger Innenstadt und demonstrieren. Der Staat hat sich gerüstet mit Wasserwerfern, Schützenpanzerwagen und Maschinenpistolen - aber gegen 70.000 friedliche Menschen ist er machtlos. Der Mut der Demonstranten in Leipzig macht Schule im Arbeiter- und Bauernstaat.
ARTE und MDR präsentieren diesen historischen Tag nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im Netz mit einem interaktiven Rundgang durch Leipzig unter www.arte.tv/leipzig1989.
Hier können Sie die dramatischen Ereignisse des 9. Oktobers 1989 in Leipzig nacherleben und vertiefende Informationen abrufen. Am Computer lässt sich der Weg der Demonstranten entlang des Innenstadtrings verfolgen. An markanten Schauplätzen (z.B. Nikolaikirche, Gewandhaus, Stasizentrale) "öffnen" sich "Türen". Dahinter verbergen sich Filmsequenzen, Augenzeugenberichte, Audios und Fotogalerien, Artikel und interaktive Angebote.
Zehn Schauplätze – zehn thematische Schwerpunkte
Den einzelnen Stationen ist jeweils auch ein thematischer Aspekt zugeordnet – passend zum Standort: So geht es z.B. am Bahnhof um die Ausreisewelle als einem Motor der Friedlichen Revolution, bei der Reformierten Kirche um die Rolle der Medien (vom Turm der Kirche filmen zwei Ostberliner Dissidenten heimlich die Demonstration und leiten ihr Videoband über einen „Spiegel“-Journalisten weiter an die „Tagesthemen“). "
Prof. Dr. Bernd Lindner, einer der Kuratoren der ständigen Ausstellung beim Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig und Autor mehrerer Bücher über die Friedliche Revolution 1989/90 in der DDR, war wissenschaftlicher Berater des Projekts. Der Historiker, der selbst Teilnehmer der Leipziger Montagsdemos war, hat für die einzelnen Stationen Artikel verfasst, in denen er anschaulich die Dramatik des Tages nacherleben lässt und zugleich fundierte Hintergrundinformationen zum jeweiligen Thema anbietet.

Das von ARTE und MDR gemeinsam realisierte Webspecial wurde am 30. Juni 2010 mit dem Grimme Online Award 2010 in der Kategorie „Wissen und Bildung“ für Redaktion und Gestaltung ausgezeichnet.
Die Projektleitung hatten Dr. Thomas Salb (ARTE), Dr. Ulrich Brochhagen und Georg Maas (MDR) inne. Die Redaktion lag bei Angelika Schindler, Aurelie Grosjean und Paula Voigt (ARTE), Lucie Lisiewicz-Barth, Birgit Schulze und Liane Watzel (MDR), die Gestaltung realisierte Christiane Wolf von Rubinmedia, für die Programmierung war Sascha Mandelkow zuständig .
Der Grimme Online Award wurde dieses Jahr zum zehnten Mal vergeben. Die Preisverleihung fand am 30.6.2010 als Abschluss des medienforum.nrw in der Kölner Vulkanhalle statt.

Geschichte zum Nacherleben
Die Firma Broadview TV stellte exklusive Videointerviews mit Zeitzeugen zur Verfügung: Anhand der Erinnerungen der verschiedenen Akteure (SED-Bezirksleitung, Pfarrer, Oppositionelle, einfache Bürger) lässt sich dieser Tag der Entscheidung rekonstruieren.
Außerdem ergänzen TV-Reportagen und Hörfunkbeiträge des MDR sowie Tondokumente und schriftliche Zeugnisse das Angebot an den einzelnen Stationen.
Mit der Kamera dabei…
..war von Anfang an der Leipziger Fotograf Gerhard Gäbler. Mit Gespür für die historischen Augenblicke dokumentierte er mutig - ohne die Schutzgarantie staatlicher Presseorgane - den Umbruchprozess in Leipzig. Vorrangig seine Bilder, aber auch die anderer Fotografen, lassen den User die Stimmung von damals nachempfinden. Seine Fotos sind zur Zeit auch im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig zu sehen, in der Ausstellung "Die geteilte Stadt".
Zur Debatte
Der User kann sich in 8 Foren einbringen, die zur jeweiligen Station passend nach unterschiedlichen Aspekten fragen wie z.B. „Feiern wir den richtigen Nationaltag? Welche Erfahrungen haben Sie mit der Stasi gemacht?“. Wir hoffen nicht nur auf angeregte Diskussionen, sondern auch auf interessante Beiträge von Zeitzeugen: Ein lebendiges Archiv der Erinnerung soll entstehen, das über die Ausstrahlung des Films hinaus Bestand hat.
Die Grafik - von der Agentur RUBINMEDIA aus Köln (Grimmepreisträger 2003 und 2005) erstellt – nimmt den User mit auf den Weg der Demonstranten durch die Stadt, zieht ihn hinein ins Geschehen und lässt ihn zugleich je nach Bedarf verweilen – ohne dass er sich, dank einer übersichtlichen Navigation, verlieren kann.
>>> zurück zur Einstiegsseite des Dossiers "Wir sind das Volk"









per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS


Ihre Meinungen
3 Kommentar(e)
interessant | leipziger tourist
10.07.2010 - 13:54
leipzig ist eine sehr interessante stadt. ich empfehle das forum für zeitgeschichte in der innenstadt.
Titel | Holutz
12.06.2010 - 11:11
Man brauch nur den Herrn Wulff zu zitieren über die Kritik der Bürger: "Wir erleben heute ungeduldiger werdende Bürger, die gelegentlich nicht bereit sind, das zu tun, was die Politiker machen." Dies war auch in der DDR. Ergenis, solche Menschen wurden aus dem öffentlichen leben gefegt. Eine jede Partei, Organisation, Gesellschaft, Staat usw. erblüht oder geht unter, durch den Egoismus der Menschen.
SCHRIFTLICH! | ich will das
13.12.2009 - 15:44
ICH WILL DAS ALLES HABEN!
Kommentieren