Samstag 13. Juni 2009 um 19.00 Uhr - 17/08/09
Der heilige Krieg um die Herzen der Opfer
Von Gwenlaouen Le Gouil und Jean Laurent Bodinier – ARTE GEIE / Cargo Culte – Frankreich 2009
Die pakistanische Armee hat im Swat-Tal einen militärischen Sieg errungen. Nun kämpft die Regierung weiter - gegen die islamistischen Hilfsorganisationen um die Gunst der Flüchtlinge.
Die “Falah-e-Insaniat“ hat die Waffen niedergelegt und verteilt zur Zeit heiße Mahlzeiten an die Flüchtlinge am Rand von Mardan, einer Stadt, die von den Menschen belagert ist, die vor den Kämpfen im Swat-Tal geflohen sind. Die Islamisten-Helfer stehen den heiligen Kriegern des Islam mehr als nahe, sie suchen erfolgreich den Kontakt mit den Menschen in den Flüchtlingslagern der Regierung, um auf diese Weise für ihren Kampf zu werben. Doch die Regierung versucht, das zu verhindern.
Die Hilfsorganisation „Falah-e-Insaniat“ wird als terroristische Vereinigung angesehen und sie wird beschuldigt, an den Attentaten in Bombay beteiligt gewesen zu sein – damals unter dem Namen „Lakshar-e-Taiba“. Unter diesem Namen wurde sie verboten, der Name aber war schnell gewechselt und damit auch die Identität. Nun nutzen ihre Mitglieder die momentane Schwäche des pakistanischen Staates: Der ist zur Zeit kaum in der Lage, die 2,5 Millionen Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen.
Pakistan hat den Fundamentalisten zwar erlaubt, im Nordwesten des Landes das Scharia-Recht einzuführen – doch die Regierung versucht, sie aus dem Swat-Tal und den Stammesgebieten zu verdrängen. Dort befinden sich auch die Rückzugsgebiete der afghanischen Taliban. Unter dem Druck der US-amerikanischen Regierung hat Pakistan den Krieg gegen die Fundamentalisten vorerst gewonnen, jedoch um einen hohen Preis: das Unverständnis und die Wut der Flüchtlinge – sie ergreifen in ihrer Not nun die erste Hand, die sich anbietet, ihnen zu helfen.
Erstellt: 11-06-09
Letzte Änderung: 17-08-09