Samstag, 17. Januar 2009 um 19.00 Uhr - 14/10/09
Der Obama-Effekt oder: der neue Rassismus
Von Thomas Dandois und Pierre Creisson – ARTE GEIE / Camicas Productions – Frankreich 2008
Washington, 4. November 2008: Barack Obama wird zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt - der erste Farbige, der in das Weiße Haus einziehen wird.
Dieses „Yes we can“ der Millionen Amerikaner, die Obama wie einen Erlöser aus den dunklen Bush-Jahren feiern, wird von vielen anderen gefürchtet, von den Reaktionären, den Rednecks, den Rassisten: Sie rotten sich zusammen und sie handeln, auf ihre Weise: Seit der Wahl Obamas wurden in den USA mehr als 200 rassistische Übergriffe gezählt.
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Der Klu-Klux-Klan, der im Wahlkampf empfohlen hatte, für Obama zu stimmen, hat seit der Wahl einen ungeheuren Zulauf von neuen Mitgliedern. In Indiana allein sind 8000 Männer und Frauen neu beigetreten, unter ihnen 2000 junge Menschen unter 18 Jahren. Sie treffen sich in Trainingscamps, die Zahl der rassistischen Übergriffe steigt – und dies belegt die Rückkehr der „White Power“.
In ihren Parolen voller Drohungen und Hass verhüllen die Leader des Klan kaum, dass es sich dabei um Aufrufe zum Mord handelt. Besessen von ihren Vorstellungen des „civil war“ kämpfen sie auch verstärkt mit legalen Mitteln: Petitionen, juristischen Eingaben und politische Demonstrationen. Doch noch erzielen sie keine große Wirkung. In den zwanziger Jahren zählte der Klan gut 2 Millionen Mitglieder in den USA. Heute treffen sich in den 17 unabhängigen Gruppen um die 40 000 Anhänger. Mark Potok, Mitglied des Southern Poverty Law Center und dort Kämpfer gegen den Rassismus, will den neuen Hass nicht dramatisieren – aber angesichts der regelmässigen Mord-Aufrufe im Internet ruft er zur Wachsamkeit auf. Zweimal während der Wahlkampagne deckte das FBI gegen Obama geplante Attentate auf – das war eine erschreckende Premiere in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika.
Verpufft der neue Hass oder wird er sich zu einem neuen Gegenwind aufblähen? Die ARTE-Reporter fuhren in den Süden der USA, in das Kernland des reaktionären Amerika.
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ARTE Reportage
Samstags um 19.00 Uhr
ARTE G.E.I.E. - Frankreich - 43 Min.
Wiederholung montags um 6.45 Uhr und samstags um 6.00 Uhr
Erstellt: 15-01-09
Letzte Änderung: 14-10-09