Um 20.15 Uhr
Von Auschwitz nach Entebbe - Israels Kampf gegen den Terror
Am 3. Juli 1976 begann in Entebbe, Uganda, eine waghalsige Militäroperation, die Israel für immer veränderte. Israelische Luftlandeeinheiten befreiten mehr als hundert Geiseln - die allermeisten von ihnen Landsleute - aus der Gewalt eines deutsch-palästinensischen Terrorkommandos. Es war Israels Antwort auf eine Flugzeugentführung, deren Verlauf finstere Erinnerungen an die Shoah weckte. Ein deutscher Terrorist hatte die Geiseln nach Juden und Nichtjuden getrennt und die nichtjüdischen unter ihnen freigelassen.
Am 27. Juni 1976 entführten die deutschen Terroristen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann mit zwei Palästinensern eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris mit 248 Passagieren und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord nach Entebbe. Am vierten Tag der Geiselnahme kam es zu einer gespenstischen Szene: Die deutschen Terroristen führten unter den Gefangenen eine Selektion durch. Juden mit israelischem Pass wurden ausgesondert und mussten sich in einem abgetrennten Raum sammeln. Einige der Geiseln waren Überlebende deutscher Konzentrationslager der Nazizeit. Alle anderen Entführungsopfer wurden freigelassen. "Die Stimmung in Israel war: Wer macht diese Selektion?", berichtete der israelische Diplomat Avi Primor, "die Deutschen, ausgerechnet die Deutschen!"
Um 21.05 Uhr
Josip Broz, genannt Tito
Als Josip Broz Tito starb, war er bereits eine Legende. Die halbe Welt reiste an, um dem kommunistischen Staatschef die letzte Ehre zu erweisen. Derzeit steht Tito in jenen Staaten, die nach dem Zerfall Jugoslawiens entstanden sind, wieder hoch im Kurs. Viele feiern ihn als Symbolfigur des jugoslawischen Sozialismus und Mitbegründer der Bewegung der blockfreien Staaten. Sie verehren ihn wegen seines geschickten Emanzipationskurses gegenüber Moskau und bekennen sich zu seinem politischen Erbe. Neue Restaurants werden nach ihm benannt, sein Konterfei ziert Andenken und Unterwäsche und sorgt für reißenden Absatz. Andere prangern ihn als brutalen Diktator an, der politische Gefangene auf der berüchtigten Gefängnisinsel Goli otok foltern ließ.
Nach den blutigen Unabhängigkeitskämpfen der Vergangenheit grassiert in ganz Ex-Jugoslawien heute eine regelrechte Tito-Verehrung. Im frisch unabhängigen Montenegro wurde sogar ein "Privatkonsulat der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien" gegründet. Titos Geburtstag wird jedes Jahr feierlich begangen: Seine alten Anhänger finden sich zu einer Parade zusammen, Schauspieler geben seine Reden wieder und spielen seine berühmtesten Glanzleistungen nach.







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