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US-Wahlen 2008

Programmschwerpunkt. Entdecken Sie unsere New York Chroniken. Big Apple einmal anders. Und: Wie gut kennen Sie wirklich das US-amerikanische Wahlsystem?

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US-Wahlen 2008

Programmschwerpunkt. Entdecken Sie unsere New York Chroniken. Big Apple einmal anders. Und: Wie gut kennen Sie wirklich das US-amerikanische Wahlsystem?

US-Wahlen 2008

Dienstag, 21. und 28. Oktober 2008, jeweils ab 23.00 Uhr - 13/10/08

Who's afraid of America

Musikdokumentationen


Quo Vadis, America? Die Dokumentationsreihe bietet schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft

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Quo Vadis, America? Die vierteilige Dokumentationsreihe „Who’s Afraid of America“ spricht mit Musikern, Ghettokids, Politikern, Künstlern, Veteranen und lässt den Zustand einer Nation in der Vorwahlzeit erklingen: schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft. U.a. mit Musikern wie Randy Newman, Arlo Guthrie, Moby, Gospel- Sängerin Tramaine Hawkins, Ice-T, Spider Loc, Dr. John, Ex-Punk Jello Biafra oder Produzenten-Legende Jim Dickinson und Graham Nash sowie mit dem New Yorker Eddy Moretti.


Die Folgen:

Dienstag, 28. Oktober 2008

05:00
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Who's Afraid of America?

(1): Glaube und Freiheit

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Dienstag, 28. Oktober 2008 um 05.00 Uhr

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Who's Afraid of America?
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Tom Theunissen

16:9 (Breitbildformat)

Quo vadis, America? Die vierteilige Dokumentationsreihe "Who's Afraid of America" beschreibt den Zustand einer Nation in der Vorwahlzeit und macht schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft. Sie kommentiert und analysiert das, was die USA so faszinierend und furchterregend zugleich erscheinen lässt - aus der Perspektive der Musik und ihrer Protagonisten. In dieser Folge: Von New York bis in den südlichsten Zipfel des Bible Belt - "Who's Afraid of America" betreibt Spurensuche in God's Own Country. Gläubige und Ungläubige, Fundamentalisten und vor allem jene Individualisten aus Pop und Literatur kommen zu Wort, für die Amerika immer noch das "Land of the Free" ist - und sei es nur ihr eigenes, ganz privates Land, das nur in ihren Köpfen existiert.

(1): Glaube und Freiheit

Wie für frühere Einwanderer beginnt die Reise in New York: Dort treffen Filmemacher Tom Theunissen und sein Kamerateam zwei Freidenker, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Dr. John und Jello Biafra, Sänger der legendären Punkband "Dead Kennedys". Beide machen in der Metropole Station.
Dr. John hat durch Hurrikan Katrina sein Haus verloren und lebt jetzt in Harlem, New York. "I been in the right place, but it must have been the wrong time", sang Dr. John vor 35 Jahren. Dr. John hat mit "City that Care Forgot" (2008) ein zorniges Album veröffentlicht, das sich mit dem Versagen der Politik während der Hurrikan-Katastrophe beschäftigt.
Ungewöhnlich für Dr. Johns bisheriges Schaffen: Verwurzelt in der Geschichte von New Orleans, gibt er zudem Auskunft über die tiefe Religiosität der Bewohner des Mississippi-Deltas, denen er sich verpflichtet fühlt.
Jello Biafra ist seit 2000 Redner eines Hacker-Kongresses, wobei der Begriff "Redner" etwas untertrieben ist: Biafra ist ein Prediger wie schon zu Zeiten der "Dead Kennedys", als er mit wütenden Attacken gegen die Politik der USA Stellung bezog. "Kill the Poor" und "Holiday in Cambodia" heißen die Punk-Klassiker, die musikalischen Punk-Predigten der 80er Jahre. Jetzt predigt Biafra gegen Datenmissbrauch und lässt es sich nicht nehmen, auf dem Hacker-Kongress als Pfarrer aufzutreten.
In Berlin, Ohio, treffen die Filmemacher die Amish People. Sie leben ohne Strom, Telefon, Auto und andere Entwicklungen der Zivilisation. Immerhin hat die Gemeinde sich dem Tourismus ein Stück weit geöffnet. Wie konsequent kann man seinen Glauben leben, jegliche Gegenwart verweigern und sich dennoch frei dabei fühlen? Zudem: Sind die Amish People politisch? Wie informieren sie sich dann über die Kandidaten?
Anders liegt der Fall der spiritualistischen Gemeinde Cassadaga, Florida. 1895 gegründet, ist sie die Heimat der Wahrsager und Erleuchteten, die in den Karten die Zukunft des Landes sehen. Wird Obama Präsident? Das Kamerateam fährt zu Reverend Ben Cox und lässt erklären, warum die Welt hier weniger schlimm ist als anderswo. Am Klavier intoniert der Reverend den Elvis-Gospel-Song "How Great Thou Art". Und auch Conor Oberst von den "Bright Eyes" war schon einmal da, um Kraft zu tanken für die feindliche Welt außerhalb. "Like a newly orphaned refugee, retracing my steps. All the way to Cassadaga to commune with the dead. They said: You'd better look alive" (aus: "Four Winds", Album Cassadaga).
Weiter geht es nach Ave Maria, Florida, wo der Pizza-Milliardär Tom Monaghan eine Gemeinde nur für "echte" Christen aufbaut, um amerikanische Seelen vor der Hölle zu retten. 11.000 Wohnungen sollen es werden, dazu kommt eine "reine" katholische Universität. Einige Hundert Studenten sind schon eingezogen, streng nach Geschlechtern getrennt. Pornografie und Verhütungsmittel sind in Shops der Stadt verboten. Freiwillig beschreiten die Einwohner den Weg der Tugend, den Ex-Präsident Bush scheinbar stets vorgelebt hat.
In Atlanta, Georgia, ist ARTE bei einem Konzert von Tramaine Hawkins dabei, der Gospel-Königin Amerikas. Sie ist zutiefst gottgläubig und ausgestattet mit einem schönen Sopran. Reverend Ben erzählt vor Ort über die Verbindung von Musik und tiefer Gläubigkeit im Bible Belt der USA.
"Who's Afraid of America" fragt: Ist es denn wirklich wahr, dass in Amerika die Uhren der Geschichte rückwärts gedreht werden? Und dass allein das Wort Veränderung - "Change!" in Obamas Wahlkampf - eine Bedrohung darstellt? Da hilft nur der Rückgriff auf jene Freigeister und Individualisten wie Jim Dickinson, der schon mit den Rolling Stones gespielt und für Bob Dylans "Time out of Mind" in die Tasten gegriffen hat. Er gibt ein Ständchen am Klavier auf seiner unaufgeräumten Zebra-Ranch. Dagegen vermittelt Pulitzer-Preisträger Richard Ford sicherlich ein geradlinigeres Bild amerikanischer Befindlichkeit. Mit Ironie und Sarkasmus setzt sich Ford präzise mit dem Thema "Glaube und Freiheit" in God's Own Country auseinander.
Die Protagonisten des ersten Teils: Richard Ford , Jello Biafra (Politaktivist und Punk-Musiker), Dr. John (R&B-Musiker), Amish People, Kreationisten, Jim Dickinson , Tramaine Hawkins , Reverend Ben Cox von Cassadaga, Universität Ave Maria, Victoria Williams

Was so unterschiedliche Musiker wie Randy Newman, Arlo Guthrie, Moby, Gospel-Sängerin Tramaine Hawkins, Ice-T, Spider Loc, Dr. John, Ex-Punk Jello Biafra oder Produzenten-Legende Jim Dickinson und Graham Nash verbindet, ist die Kritik am "American Way of Life", gleich ob sie sie in ihrer Musik zum Ausdruck bringen oder als Aktivisten in einer der zahlreichen Bewegungen, die es in Amerika gibt. Die Dokumentationsreihe will wissen, wann Graham Nash sein Irak-Krieg-"Déjà-vu" hatte und was er für Parallelen zieht zwischen der 68er- und der Friedensbewegung heute. Ice-T gibt Auskunft über die tödliche Spirale aus Armut und Gewalt. Warum produziert der pfiffige New Yorker Eddy Moretti "Heavy Metal in Bagdad", und wie reagieren heimkehrende Soldaten auf Pop und Präsident Bush? Sind Mord und Gangsta-Rap im amerikanischen Alltag wirklich verwurzelt?
"Who's Afraid of America" spricht mit Musikern, Ghettokids, Politikern, Künstlern und Veteranen. Den Soundtrack dieser Reihe liefern außerdem Country-Radiostationen, Pistolensalven aus den Ghettos und das mediale Rauschen des Fernsehens.
Auf der einen Seite sind die Staaten die Wiege und ewige Avantgarde von Pop-Jugend- und Gegenkultur - und somit auch dominante Inspirationsquelle für das "alte Europa". Auf der anderen Seite stehen Mickey Mouse, McDonald's und Hollywood - da reagiert Europa mit Unbehagen und wettert gegen "Mc World". Amerika ist eben überall, und dessen zentrale Widersprüche will die Reihe mit vier Folgen aufdecken. Vom Ghetto in Chicago bis in den südlichen Bible-Belt, von Hollywood bis nach Washington - "Who's Afraid of America" ist on the road. Im Gepäck: Die europäische Sichtweise auf das "Land of the Free" - "Who's Afraid of America" trifft die Menschen hinter den US-Klischees, atmet Weite und Vielfalt.



Mittwoch, 29. Oktober 2008

05:00
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Who's Afraid of America?

(2): Krieg und Frieden

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Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 05.00 Uhr

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Who's Afraid of America?
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Hannes Rossacher

16:9 (Breitbildformat)

Quo vadis, America? Die vierteilige Dokumentationsreihe "Who's Afraid of America" beschreibt den Zustand einer Nation in der Vorwahlzeit und macht schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft. Sie kommentiert und analysiert das, was die USA so faszinierend und furchterregend zugleich erscheinen lässt - aus der Perspektive der Musik und ihrer Protagonisten. In dieser Folge: Weltpolizei oder imperiale Macht? Die moralische Führungsrolle der USA hat nach dem Zweiten Weltkrieg stark gelitten. Wo stehen die USA gegenwärtig bei der Frage "Krieg oder Frieden"? Im zweiten Teil von "Who's Afraid of America" geben Friedensaktivisten, Musiker, Künstler und Veteranen Auskunft über die Stimmungslage der Nation in der Vorwahlzeit. ARTE fragt: Wie soll es weitergehen beim Thema "Krieg und Frieden", wenn neue Konfrontationen anstehen?

(2): Krieg und Frieden

Graham Nash zog vor zwei Jahren mit der "Freedom of Speech"-Tour von "Crosby, Stills, Nash & Young" durch die Staaten. Kaum einer kann besser die Frage beantworten, ob es Parallelen zur Friedensbewegung des Vietnamkriegs gibt und ob es sich tatsächlich um ein "Déjà-vu" handelt - so der Titel seines in den Kinos gerade gestarteten Konzertfilms. Haben die Irak-Gegner heute überhaupt eine gewichtige Stimme angesichts der Macht der Ultrakonservativen?
Denn eines ist sicher: Der Irak-Krieg spaltet Amerika wie schon lange kein Thema mehr. Cindy "Peacemum" Sheehan kandidiert in Kalifornien für ihren Heimatbezirk. Ihr Sohn, der Stabsgefreite Casey Sheehan, war 24 Jahre alt, als er 2004 bei Bagdad ums Leben kam - fünf Tage nach seiner Ankunft im Irak. Im August 2005 hielt sie vor der Ranch des Präsidenten Bush eine Mahnwache, Hunderte begleiteten sie. Eine Begegnung mit dem Präsidenten machte sie nach eigenen Angaben noch zorniger. Ist Cindy Sheehan eine typische Amerikanerin, die einfach selbst das Heft in die Hand nimmt?
An der University of Maryland besucht das Kamerateam den Professor für Zivilgesellschaft Benjamin R. Barber, einer der einflussreichsten Politikwissenschaftler der USA. Er war innenpolitischer Berater der Clinton-Regierung und bezieht Stellung zur Zukunft der Hegemonial-Macht USA und zur "Neuen Weltordnung".
In anschaulicher Weise macht das auch Jon Kessler. Seine ratternden, kreisenden, wackelnden oder wie ein Artilleriefeuer knatternden Installationen können kaum ein Versuch sein, es mit der technologischen Macht der Instanzen aufzunehmen, die Bilder von Terrorismus und Krieg global verbreiten. Letztlich zeigen aber Kesslers Apparaturen die "gordische Verstrickung" der USA in den Krieg.
Aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet dies auch Folk-Sänger Arlo Guthrie. Der Sohn der Folk-Legende Woody Guthrie trat bereits 1967 auf dem New Port Festival und zwei Jahre später in Woodstock auf. Wie kam es aus seiner Sicht zu dieser unheilvollen Verstrickung der USA in den Vietnam- und Irak-Krieg? Und ist die heutige Protestbewegung noch zeitgemäß?
Vielleicht kann El Vez, der selbst ernannte Mexican Elvis, da weiterhelfen. Das Kamerateam fährt nach San Francisco, um seiner Performance beizuwohnen: Verkleidet als Uncle Sam, entert El Vez die Bühne. Sein Motto: El Vez for President 2008. Dabei spielt er mit den weltweit bekannten Bildern und Mythen des King of Rock'n'Roll und macht sich selbst zum Vertreter eines "anderen Amerikas". Was sagt der mexikanische Präsidentschaftskandidat zu Obama? Werden alle Minderheiten im Wahlkampf berücksichtigt? Und wie steht er zu Bushs Irak-Politik?
Für Vietnam-Veteran William Rider ist klar, dass jeder Krieg auch Verlierer hat. Für ihn sind es vor allem die Soldaten, die zurückkehren. Rider ist Leiter der American Combat Veterans of War und gibt jungen Veteranen Hilfestellung um mit PTSD (Post Traumatic Stress Disorder, Posttraumatische Belastungsstörung) fertig zu werden. Etwa 18 Soldaten begehen in den USA täglich Selbstmord; sie werden mit ihren Kriegs-Erlebnissen nicht fertig. Professor Ronald W. Maris, Leiter des Suicide Center in South Carolina, stellt den aktuellen Stand der Forschung vor und schildert, wie Irak-Veteranen wieder integriert werden können.
In New York gibt Amy Goodman der politischen Linken eine Stimme, im wörtlichen Sinn. "Democracy Now!" ist das Flagschiff von Pacific Radio, und Goodman sorgt mit ihrer Radioshow dafür, dass Themen abseits des Mainstreams Gehör finden. Bill Clinton bezeichnete Goodman nach einem Interview als feindlich, streitlustig und respektlos. Für die Journalistin war dies sicherlich ein Kompliment.
Protagonisten des zweiten Teils: Graham Nash, Ronald W. Maris , Benjamin R. Barber , Jon Kessler (Installations-Künstler), Arlo Guthrie , Cindy Sheehan , Matthew Taibbi , Veteran William Rider aus Los Angeles, Amy Goodman (Democracy Now!), El Vez



Donnerstag, 30. Oktober 2008

05:00
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Who's Afraid of America?

(3): Gewalt und Gnade

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Donnerstag, 30. Oktober 2008 um 05.00 Uhr

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Who's Afraid of America?
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Dirk Laabs

16:9 (Breitbildformat)

Quo vadis, America? Die vierteilige Dokumentationsreihe "Who's Afraid of America" beschreibt den Zustand einer Nation in der Vorwahlzeit und macht schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft. Sie kommentiert und analysiert das, was die USA so faszinierend und furchterregend zugleich erscheinen lässt - aus der Perspektive der Musik und ihrer Protagonisten. ARTE zeigt diese Sendung innerhalb des Programmschwerpunkts "USA 2008".#cr##cr#Die dritte Folge von "Who's Afraid of America" ist ein Trip in das Land der Killing-Zones, Amok-Läufe, Gangkämpfe, Serienmörder, der Todesstrafe, Rassenunruhen, der blutrünstigen Videospiele und Filme. Gewalt ist hier nicht Pop, sondern bitterer Alltag, die alltägliche soziale Implosion. Die Folge "Gewalt und Gnade" ergründet die Ursachen der Gewalt, analysiert voreilig gezogene Schlüsse und die möglichen Motive dahinter. "Who's Afraid of America" zeigt Initiativen und Betroffene, die dem Teufelskreis der Gewalt furchtlos entgegentreten. Den Soundtrack der Folge liefern junge Hip-Hopper, die in ihren Texten die Gang-Erfahrungen ungeschönt wiedergeben sowie Hip-Hop-Schwergewichte wie Ice-T oder Spider Loc.

(3): Gewalt und Gnade

Ghettos und sogenannte No-go-Areas gibt es in vielen größeren Städten der USA, auch in Chicago. Ex-Gangster Brian Fairley führt den Zuschauer ein in die jeweiligen Hoods der Millionenstadt, bringt ihn zu Anti-Violence und zu "Cease Fire". Das Projekt begegnet der täglichen Gewalt gleich auf der Straße, um Gnade einzufordern, damit die innerstädtischen Kriege aufhören.
Ex-Gangmitglieder sind hier Street Worker. Mehr als jedes andere Land sind die USA von der Gewalt auf der Straße betroffen, es gibt an die 30.000 Opfer von Schusswaffen pro Jahr.
Denn Amerika ist ein Land unter Waffen, zu besichtigen auf den North Texas Gun Shows in Mesquite, Texas. Jeder Bürger darf halb- oder vollautomatische Waffen erwerben. Nur wechseln zwei von fünf Pistolen ihren Besitzer, ohne dass der Käufer überprüft würde. Auch in Port Clinton trifft das Kamerateam bei der größten Waffenshow der USA auf Lobbyisten der mächtigen New Rifle Association . Sie treten vehement dafür ein, scharfe Waffengesetze wie in Chicago abzuschaffen.
Was sagt ein Rapper des Schlages Spider Loc dazu? Spider Loc war Mitglied der East Coast Crip Gang und ist musikalisch ein Ziehkind 50 Cents. Die Crips sind eine große Straßengang, die einen Teil des Drogenmarkts in Los Angeles beherrschen. Seit den 70er Jahren liefern sich die Crips blutige Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Banden. Die Dokumentation besucht Spider Loc in seinem Studio. Dort hat er immer einen Revolver unter seinem Produzenten-Stuhl. Warum? Aus Angeberei und Machogehabe? Oder gehört das viel mehr zum "normalen" Alltag eines Bandenmitglieds in L.A.?
In Chicago treffen die Filmemacher Ron Holt, seit 17 Jahren Polizist. Sein Sohn Blair wurde erschossen, als er sich im Schulbus schützend vor ein Mädchen warf. Jetzt ist Ron Holt Mitglied von "Purpose over Pain", einer Organisation von Bürgern aus Illinois, die die "liberalen" Waffengesetze der USA so nicht mehr länger hinnehmen wollen.
Die Gewalt in den USA ist extremer, blutiger, gnadenloser und alltäglicher als in Europa. Gangster-Rap-Pionier Ice-T hat das in seiner Zeit in South Central, Los Angeles, erlebt, als er mit "Gang-Life" in Berührung kam. Seine Songtexte Ende der 80er Jahre zeichnen präzise Porträts des Lebens im farbigen Ghetto, ungeschönt, sexistisch und gewaltvoll, aber auch sozialkritisch.
Zum Abschluss trifft das Team Mike Medavoy, einen der gefragtesten Produzenten Hollywoods, der Filme wie "Platoon", "Terminator" oder "Das Schweigen der Lämmer" realisiert hat. Zusammen mit "Los Angeles Times"-Journalist Nathan Gardel bereitet er ein Buch vor, das sich mit dem Aufstieg und Fall Hollywoods und Amerikas Image in der Welt auseinandersetzt.
Medavoy glaubt, dass das Publikum außerhalb der USA die viele Gewalt über hat, wie es auch die gewalttätige US-Außenpolitik satthat. Und so verkaufen sich die amerikanischen Pop-Kultur-Produkte nicht mehr so gut. Wird das zurückschlagen auf die Verhältnisse in den USA?

Was so unterschiedliche Musiker wie Randy Newman, Arlo Guthrie, Moby, Gospel-Sängerin Tramaine Hawkins, Ice-T, Spider Loc, Dr. John, Ex-Punk Jello Biafra oder Produzenten-Legende Jim Dickinson und Graham Nash verbindet, ist die Kritik am "American Way of Life", gleich ob sie sie in ihrer Musik zum Ausdruck bringen oder als Aktivisten in einer der zahlreichen Bewegungen, die es in Amerika gibt. Die Dokumentationsreihe will wissen, wann Graham Nash sein Irak-Krieg-"Déjà-vu" hatte und was er für Parallelen zieht zwischen der 68er- und der Friedensbewegung heute. Ice-T gibt Auskunft über die tödliche Spirale aus Armut und Gewalt. Warum produziert der pfiffige New Yorker Eddy Moretti "Heavy Metal in Bagdad", und wie reagieren heimkehrende Soldaten auf Pop und Präsident Bush? Sind Mord und Gangsta-Rap im amerikanischen Alltag wirklich verwurzelt?
"Who's Afraid of America" spricht mit Musikern, Ghettokids, Politikern, Künstlern und Veteranen. Den Soundtrack dieser Reihe liefern außerdem Country-Radiostationen, Pistolensalven aus den Ghettos und das mediale Rauschen des Fernsehens.
Auf der einen Seite sind die Staaten die Wiege und ewige Avantgarde von Pop-Jugend- und Gegenkultur - und somit auch dominante Inspirationsquelle für das "alte Europa". Auf der anderen Seite stehen Mickey Mouse, McDonald's und Hollywood - da reagiert Europa mit Unbehagen und wettert gegen "McWorld". Amerika ist eben überall, und dessen zentrale Widersprüche will die Reihe mit vier Folgen aufdecken. Vom Ghetto in Chicago bis in den südlichen Bible-Belt, von Hollywood bis nach Washington - "Who's Afraid of America" ist on the road. Im Gepäck: Die europäische Sichtweise auf das "Land of the Free" - "Who's Afraid of America" trifft die Menschen hinter den US-Klischees, atmet Weite und Vielfalt.
Protagonisten des dritten Teils: Ice-T, Cease Fire (Streetworker gegen Gang-Gewalt), David Schmid , CHPD , New Rifle Association , Polizist Ron Holt, Jill Leovy , Spider Loc (Rapper, L.A.), Mike Medavoy



Freitag, 31. Oktober 2008

05:00
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Who's Afraid of America?

(4): Markt und Moral

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Freitag, 31. Oktober 2008 um 05.00 Uhr

Wiederholungen:
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Who's Afraid of America?
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Hannes Rossacher

16:9 (Breitbildformat)

Quo vadis, America? Die vierteilige Dokumentationsreihe "Who's Afraid of America" beschreibt den Zustand einer Nation in der Vorwahlzeit und macht schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft. Sie kommentiert und analysiert das, was die USA so faszinierend und furchterregend zugleich erscheinen lässt - aus der Perspektive der Musik und ihrer Protagonisten. ARTE zeigt diese Sendung innerhalb des Programmschwerpunkts "USA 2008". Amerika ist mit Mickey Mouse und McDonald's allerorts. Doch hinter der Faszination des liberalen "American Way of Life" und den prallen MTV-Bildern verbergen sich krasse soziale Gegensätze. Wo steht der Motor des Turbokapitalismus und der Globalisierung - nach Immobiliencrash und Spritpreisexplosion - zwischen Markt und Moral? ARTE zeigt das Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zwischen Glücksverheißung und inhärentem Enttäuschungspotenzial, zwischen Wall Street und Obdachlosenheim, zwischen Glitzerschmuck und Konsumverweigerung.

(4): Markt und Moral

In New York bricht Naked Cowboy, ein Ex-Stripper vom Times Square, jeden Tag mit seiner Gitarre auf, um ein paar patriotische Lieder zu intonieren, vor allem aber um sich in eindeutigen Posen mit Touristen ablichten zu lassen. Mittlerweile gehört er zum Inventar der Stadt und steht als Plastikpuppe in den Regalen der Souvenirläden. Ein Cowboy und seine Gitarre - niemand verkörpert besser das Elend des "American Dream".
Ebenfalls in New York bekehrt Bill Talen, alias "Reverend Billy", der selbst ernannte Priester der "Church of Stop Shopping", die konsumfreudigen New Yorker zum Verzicht. Mit einer gehörigen Portion Gospel leiten die Anhänger der Kirche ihre lebendigen Vorträge ein, um dann einen Gang höher zu schalten. Die "Church of Stop Shopping" stürmt regelmäßig Geschäfte, um ihre Botschaft zu verbreiten: "Verbringt weniger Zeit mit überflüssigem Konsumstreben, glaubt nicht an Starbucks & Co. und verbringt dafür mehr Zeit mit der Familie und wesentlicheren Dingen des Lebens!"
Auch die Anhänger des "Freeganismus" kritisieren die Auswüchse des Kapitalismus und boykottieren diese. Sie verweigern sich der Teilnahme an der Volkswirtschaft, in dem sie in den Straßen New Yorks nach verwertbaren Lebensmitteln suchen - und so der Wegwerfkultur Lebewohl sagen.
Mittelschicht-Kinder halten die "Freeganer" für cool - ebenso wie Pop-Star Moby. Und so zieht das Kamerateam von den Straßen New Yorks in ein Loft in der Mott Street, Downtown. Hier wohnt der Soundtüftler aus New York, bekannt für sein Engagement für die Demokraten und die Menschenrechte in den USA und ehrbarer Streiter gegen Massentierhaltung. Seine letzte Single "Disco Lies" kritisiert die Marktmacht von Kentucky Fried Chicken.
Vom kritischen Jet-Set Pop Star zu Menschen, denen es um die blanke Existenz geht, blickt "Who's Afraid of America" wieder nach Los Angeles. Nach dem Crash des Immobilienkreditwesens kümmert sich die karitative Organisation "New Beginnings" um obdachlose Hausbesitzer, die jetzt in ihren Autos auf Parkplätzen leben. Vor wenigen Monaten gehörten sie noch dem Mittelstand an, jetzt fallen sie durchs soziale Raster.
Auch kleine Speditionsfirmen bekommen die US-Krise zu spüren. Die Cowboys der Straße, besungen in Tausenden von Trucker-Songs, sind ohnmächtig gegenüber der Preisexplosion beim Treibstoff. 15.000 Trucks werden monatlich von der Straße genommen. Geht den Truckern, in den USA das Synonym für Mobilität und Freiheit, bald der Sprit aus? Die Filmemacher besuchen Mike Schaffner, selbst Trucker und zentraler Organisator der laufenden Proteste der Fernfahrer in Kenvil, New York.
Kaum ein Komponist und Songwriter seziert den "American Way of Life" so gnadenlos wie Randy Newman. In Los Angeles gewährt der Oscarpreisträger eine Audienz bei sich zu Hause. Der satirische Anarchist wagt eine erschreckende Prognose: Nicht nur der Traum "Vom Tellerwäscher zum Millionär" sei ausgeträumt, das ganze Modell Amerika habe versagt. "Ich bin mir sicher, das ist die schlimmste Regierung, die wir je hatten", so Newman. Und so wurde sein aktuelles Album "Harps & Angels" eine einzige Abrechnung mit der Politik und der Kultur der USA. Alte Videoclips und zwei Klavier-Stücke vom neuen Album beweisen, dass der Altmeister weder seine Kampfeslust noch seine messerscharfe Beobachtungsgabe verloren hat.




ZDF/ARTE
Erstausstrahlung

Erstellt: 29-08-08
Letzte Änderung: 13-10-08