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Donnertag, 8. Dezember 2005 um 14.45 Uhr - 16/09/05

Die "Weydon School" in Farnham, England

Schulgeschichten (15)


Wiederholung am 9. Dezember 2005 um 12.00 Uhr

Traditionell kennen Englands Schulen ein Zweiklassensystem. Auf der einen Seite die privaten "Public Schools" für die Besserverdienenden, auf der anderen die maroden "State Schools". Mittlerweile wird an der Verbesserung des Niveaus der staatlichen Schulen gearbeitet. Das Mittel dabei heißt Konkurrenz.

Lynne Jackson ist Direktorin der "Weydon School", eine der drei staatlichen Schulen im Londoner Nobelvorort Farnham und muss mit dem Angebot der privaten konkurrieren. In diesem Stadtteil könnten es sich Eltern problemlos leisten, ihre Kinder auf eine der teuren Privatschulen zu schicken. Die "Weydon School" bezahlt der Staat. Der Etat ist von der Schülerzahl abhängig, aber viele kommen nur dann, wenn die Qualität stimmt. Deshalb ist die Lehrerin mit den Jahren zur Marketingexpertin geworden. Wo sie auch hinkommt macht sie Werbung für ihre weiterführende Schule.

Anne und Bob Smith und ihre beiden Söhne Richard und David haben sich für die staatliche Gesamtschule entschieden. Und damit die Schule noch besser wird, haben die Eltern beschlossen, sich selbst zu engagieren: Der Vater ist Schulrat und die Mutter in der freiwilligen Elternvereinigung PTFA. Diese sammelt vor allem Gelder: Spenden von Eltern und Unternehmern, die dann zum Einsatz kommen, wenn der Schule die Mittel ausgehen. Viele Eltern engagieren sich auf diese Weise - nicht zuletzt, um sicherzustellen, dass sie Einfluss auf die Schule haben. Die engagierte Hilfe ist in diesem System notwendig, aber die extreme Einflussnahme der Eltern im stark leistungsorientierten Schulsystem führt auch zu Problemen.


Dokumentation von Kristian Kähler
ARTE/ZDF, Deutschland / Großbritannien, 2003

Erstellt: 01-09-04
Letzte Änderung: 16-09-05