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14/01/05

Die Zeit nach Mitternacht

Ein Film von Martin Scorsese


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Synopsis

Paul Hackett (Griffin Dunne) langweilt sich in seinem Beruf als Programmierer. Der Zufall verhilft ihm zu einem nächtlichen Rendezvous mit einer attraktiven Unbekannten (Rosanna Arquette). Doch die Zeit nach Mitternacht hält andere Gesetzte bereit hält als sein monotoner Single-Yuppie-Tagesablauf und beschert ihm die angstvollste, aufregendste und verrückteste Nacht seines Lebens.

Das Bonusmaterial

1983 war vielleicht das schwierigste Jahr in der Laufbahn von Martin Scorsese – aus Geldmangel wurden seine Dreharbeiten zu „The Last Temptation of Christ“ in Israel abgebrochen, die Zeit der technisch und finanziell aufwändigen Hollywood-Großproduktionen und damit auch von anspruchsvollen Regisseuren wie Martin Scorsese, deren komplizierte Filme meist um die 150 Drehtage beanspruchten, schien für immer vorbei. Die Krise traf auch den ehemaligen Fassbinder-Kameramann Michael Ballhaus, der gerade seinen Vertrag für seinen ersten Film mit dem Starregisseur (und zweiten Film in Amerika überhaupt) unterschrieben hatte. Doch dann erinnerte sich Scorsese an das Drehbuch, dass ihm die beiden arbeitslosen Jungschauspieler Griffin Dunne und Amy Robinson zu lesen gegeben hatten, die ihrerseits in die Produzentenrolle geschlüpft waren, um Arbeit für sich aufzutreiben. Scorsese stellte sich einer großen Herausforderung – in knapp 40 Drehtagen und mit geringem Budget eine riskante Geschichte zu verfilmen, so wie er es am Anfang seiner Karriere in „Mean Streets“ gewagt hatte. Der Husarenritt durch das nächtliche Soho gelang – ein knappes Jahr später gewann Martin Scorsese auf den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme für die beste Regie, seinen Karriere, wie auch die von Michael Ballhaus erfuhr einen nie erwarteten Aufschwung.

Neben einer höchst kurzweiligen, wenn auch schwarzen und manchmal Angst einflößenden Komödie hat die DVD interessante Extras aufzubieten. Martin Scorsese kommentiert neben anderen (s.o.) in seinem unverwechselbaren New Yorker Slang die Entstehungsgeschichte seines Films derart stakkato-haft schnell, als wäre der Ton schneller gedreht worden. Dabei sprüht hier einfach nur der bis heute unverminderte Enthusiasmus des großartigen Filmemacher als dem nicht weit von Soho, aber dennoch Welten davon entfernten ‚Little Italy’. Kein Wunder, dass auch Michael Ballhaus nur Gutes und Lustiges über die ziemlich anstrengenden Dreharbeiten zu berichten weiß, wurde der Film doch zum Sprungbrett für seine Karriere in Amerika.

„Filming for Your Life“ heißt denn auch das Making-Off, weil darin deutlich wird, wie existentiell dieser Film für die Karriere nicht nur Martin Scorseses, sondern auch anderer Beteiligter war.

Unkommentiert hat Warner neben dem US-Trailer auch ein paar kurze, herausgeschnittene Szenen als Extra beigefügt – meist skurille und witzige Nebenszenen, die dem Tempo des Films wohl trotz ihrer schauspilerischen und inszenatorischen Qualität zum Opfer gefallen waren. So schnell wie damals hat Martin Scorsese nie wieder einen Film gedreht.
Martin Rosefeldt
Die Zeit nach Mitternacht
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Joseph Minion
Kamera: Michael Ballhaus
Darsteller: Rosanna Arquette, Verna Bloom u.a.

Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Finnisch, Hebräisch, Norwegisch, Schwedisch, Kroatisch, Polnisch, Tschechisch, Griechisch, Ungarisch, Türkisch, Isländisch, Slowenisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch/Englisch
Extras:
- Original-Kommentar von Martin Scorsese, Griffin Dunne (Schauspieler) & Amy Robinson (Produzentin), Thelma Schoonmaker (Cutterin) und Michael Ballhaus
- MakingOf: Filming for Your Life
- Nicht verwendete Szenen
- USA-Kinotrailer

Erstellt: 14-01-05
Letzte Änderung: 14-01-05