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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 07. Oktober 2004 - 06/10/04

Die Zwillinge

Eine schicksalshafte Version des „Doppelten Lottchens“


Synopsis: Die 6-jährigen Zwillingsschwestern Anna und Lotte werden nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern getrennt. Während die kränkelnde Lotte bei gutsituierten Verwandten in den Niederlanden aufwächst, muss die kleine Anna auf einem Bauernhof in Deutschland schuften.
 
1935 besucht Lotte – die mit einem Juden verlobt ist - Anna in Deutschland. Nachdem ihr Verlobter im KZ ermordet wird und sie herausfindet, dass ihre Schwester mit einem SS-Offizier verheiratet ist, macht sie Anna für den Tod ihres Geliebten verantwortlich. Sie bricht den Kontakt zu ihr ab. Als sie sich vier Jahrzehnte später zufällig begegnen, kämpft Anna erneut um die Liebe ihrer Schwester – bis zur Selbstaufgabe.
 
Kritik: „Die Zwillinge“ ist eine Literaturadaption des gleichnamigen Bestsellers von Tessa de Loo – es ist der bislang erfolgreichste niederländische Film aller Zeiten. Das mag einerseits an der Geschichte liegen, die ein ganz besondere Rührpotential aufweist. Die Castingabteilung hat hervorragende Arbeit geleistet. Immerhin mussten sechs Schauspielerinnen gefunden werden, die in drei verschiedenen Altersklassen glaubwürdig Zwillingsschwestern verkörpern können. Mit Nadja Uhl, Thekla Reuten, Gudrun Okras, Ellen Vogel, und den beiden Kindern hat Regisseur Ben Sombogaart eine hervorragende Auswahl getroffen.

Der polnische Kameramann Piotr Kukla leistet hervorragende Arbeit. So führt er etwa den Glaspavillon, in dem die kleine kränkelnde Lotte sitzt so ein, dass die Desorientierung des Kindes auch für den Zuschauer nachvollziehbar wird. Aus Lottes Perspektive filmt er das seltsame Glasdach, gibt nur Fragmente preis. Erst in der später gezeigten totalen Einstellung ergibt es einen Sinn, erkennt der Zuschauer den gläsernen Käfig, in dem Lotte genesen soll. Für die drei verschiedenen Altersstufen der Geschwister – 6-jährig, 20-jährig und über 60-jährig – wählt er drei verschiedene Ästhetiken. Die frühe Kindheit ist in klassischem schwarz/weiß gehalten, die Zeit der Naziherrschaft in Sepia und das späte Wiedersehen ist so realistisch wie möglich fotografiert. Piotr Kukla kreiert Bilder voller Atmosphäre, seine Arbeit wirkt subtil und sensibel.

Das lässt sich von den leider allzu häufig platten Dialogen leider nicht behaupten. Auch wegen der holzschnittartigen Zeichnung der Nebenfiguren und der oft herzzerreißenden Inszenierung der Familientragödie, die knapp am Kitsch vorbeischliddert, fragt man sich, wieso grade dieser Film für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde.

Nana A.T. Rebhan
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Die Zwillinge
Niederlande 2003, 131 Minuten
Regie: Ben Sombogaart
Mit Nadja Uhl, Thekla Reuten, Gudrun Okras, Ellen Vogel, Barbara Auer, Ingo Naujoks

Erstellt: 05-10-04
Letzte Änderung: 06-10-04