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Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

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Samstag 18. April 2009 um 19.00 Uhr - 27/04/09

Die « armen Weißen » in Südafrika


Von Gwenlaouen Le Gouil und Jean-Laurent Bodinier – ARTE GEIE / Cargo Culte - Frankreich 2009

In einer Vorstadt im Süden Johannesburgs liegt am Ufer eines Sees ein großer gepflegter Park. Am Wochenende treffen sich hier viele zum „Braï“ dem Grillen auf südafrikanisch – es sind Leute aus der Mittelklasse, Freunde: „Coronation Park“ könnte ein Symbol für den gesellschaftlichen Wandel in Südafrika sein – in den Zeiten der Apartheid für „Farbige“ verboten, ist der Park heute der beliebteste Treffpunkt vor allem für die schwarze Mittelklasse.

  • Die « armen Weißen » in Südafrika

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Doch « Coronation Park » ist zum Symbol für das Scheitern der neuen südafrikanischen Politik geworden. Seit einigen Monaten stehen auf dem gepflegten Rasen Hütten aus Blech, verschlissene Zelte oder klapprige Campingwagen – ein neuer Slum, bewohnt von 400 Weißen, „Afrikaander“, die von weniger als einem Euro pro Tag und Mensch leben müssen. Diese neuen „armen Weißen“ sind die neuen Ausgestoßenen der südafrikanischen Gesellschaft.

Mit dem Sturz des Apartheid-Regimes im Jahr 1994 begann die Armut in Südafrika die Hautfarbe zu wechseln. Viele der Enkel der „Afrikaander“, der ersten europäischen Siedler im 17. Jahrhundert, verloren ihre privilegierte Stellung. Sie wurden zu den neuen Ausgestoßenen des „Black Economic Empowerment“, der positiven Diskriminierung zugunsten der „vorher Benachteiligten“: Seitdem bekommen zuerst die Ärmsten der Schwarzen einen Arbeitsplatz.

In den Zeiten der Apartheid wurden die Weißen ohne Ausbildung bei der Job-Vergabe in Behörden und auch im Wohnungsamt bevorzugt. In diesen Tagen sind eine Million Weiße arbeitslos und hunderttausende von ihnen leben unterhalb der Armutsgrenze. Am Rande der großen Städte wie Johannesburg und Capetown überleben die « neuen Armen » der « Regenbogen-Nation » irgendwie von einem Tag auf den nächsten. Sie hausen in Hütten oder Campingwagen, sie betteln oder schlagen sich mit kleinen Jobs durch. Diese Enkel der „Afrikaander“ fühlen sich gelegentlich als die Opfer einer „umgekehrten Apartheid“.

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ARTE Reportage
Samstags um 19.00 Uhr
ARTE G.E.I.E. - Frankreich - 43 Min.
Wiederholung montags um 6.45 Uhr und samstags um 6.00 Uhr


Erstellt: 15-04-09
Letzte Änderung: 27-04-09