Sie hatte ihre Wurzeln in der Philosophie des Taoismus, fand aber ebenso in der Politik, Astrologie, Astronomie, Medizin und natürlich auch bei der Ernährung Anwendung. Für die Chinesen steht alles im Bezug zu Zeit und Raum und somit zu den vier Himmelsrichtungen. In deren Mitte befindet sich die Erde, weil man von ihr aus den Kosmos sieht. Auch die übrigen vier Elemente gehen von der Erde aus:
- das Holz in Form von Bäumen und Pflanzen,
- das Feuer aus den Vulkanen,
- das Metall aus dem Erz,
- das Wasser, welches den Quellen entspringt.
Diese fünf Elemente – Erde, Holz, Feuer, Metall und Wasser – repräsentieren die sowohl im Makrokosmos (Erde) als auch im Mikrokosmos (Mensch) wirkenden Lebensenergien. Die Anschauung von den fünf Elementen beruht auf der Beobachtung von Naturerscheinungen und ihrem jahreszeitlichen Verlauf.
Das Wasser ist das Symbol der Energie des Winters. Ohne Wasser gäbe es kein Leben, es spendet Feuchtigkeit und fällt von oben herab. Dem Wasserelement zugeordnet ist die Farbe Schwarz und der salzige Geschmack.
Das Holz steht für die Energie des Frühlings, denn es symbolisiert die Keimung und Entstehung von Leben. Holz biegt sich und richtet sich wieder auf. Dem Holzelement entspricht die Farbe Grün und der saure Geschmack.
Das Feuer symbolisiert die Energie des Sommers. Es ist Ausdruck des Lebens selbst, es lodert und steigt auf. Dem Feuerelement zugeordnet ist die Farbe Rot und der bittere Geschmack.
Das Metall ist das Symbol der Energie des Herbstes, denn es ist hart und formbar zugleich und wie das Leben selbst vergänglich. Das Metallelement wird gleichgesetzt mit der Farbe Weiß und dem scharfen Geschmack.
Die Erde verkörpert die Energie der Mitte, denn sie ist der zentrale Ort, an dem die Menschen leben. In ihr manifestiert sich das Lebensprinzip als solches. Die Erde nimmt in sich auf und bringt hervor, sie dient dem Saatgut und den Ernten. Mit dem Erdelement verbindet man die Farbe Gelb und den süßen Geschmack.Die Lehre von den fünf Elementen erhält dadurch eine besondere Bedeutung, dass diese nicht nur den Himmelsrichtungen, sondern auch Geschmacksrichtungen, Farben, menschlichen Körperorganen und Jahreszeiten zugeordnet werden. Demnach besteht beispielsweise eine Entsprechung zwischen:
- Erde, Milz, süßem Geschmack, der Farbe Gelb;
- Metall, Lunge, scharfem Geschmack, der Farbe Weiß;
- Wasser, Nieren, salzigem Geschmack, der Farbe Schwarz;
- Holz, Leber, saurem Geschmack, der Farbe Grün;
- Feuer, Herz, bitterem Geschmack, der Farbe Rot.
Die Lehre von den fünf Elementen mit ihren Entsprechungen spielt eine große Rolle für die Küche und die Ernährungsregeln der Chinesen. Sie bestimmt, was zu den verschiedenen Jahreszeiten gegessen werden sollte, um die Energien des Körpers im Gleichgewicht zu halten, also gesund zu bleiben. Nach chinesischem Verständnis sind die äußeren Faktoren, die sogenannten „schlechten“ Einflüsse, wie Kälte, Wind, Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit, potenzielle Ursachen von Krankheiten. Deshalb suchen die Chinesen traditionell bei jedem Wechsel der Jahreszeiten ihren Arzt auf, um eine Routineuntersuchung machen zu lassen. Erkennt er eine Störung des Gleichgewichts der Körperenergien, wird er eine Akupunkturbehandlung vornehmen oder eine Diät verordnen, um diese wieder in Einklang zu bringen.
In diesem Buch werden zahlreiche Kochrezepte erwähnt, die den Körper stärken sollen. Dabei hat jede Jahreszeit ihre speziellen Gerichte. Offenbar waren die ersten chinesischen Kochrezeptesammlungen nichts anderes als Arzneibücher.
DIE ENTSPRECHUNGEN DER FÜNF ELEMENTE :
ELEMENTE Holz Feuer Erde Metall Wasser
HIMMELSRICHTUNGEN Osten Süden Mitte Westen Norden
JAHRESZEITEN Frühling Sommer langer Sommer Herbst Winter
UMWELTEINFLÜSSE Wind Hitze Regen Trockenheit Kälte
GESCHMACKSRICHTUNGEN sauer bitter süß scharf salzig
ORGANE Leber Herz Milz Lunge Nieren






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