102 Min.(Le grand voyage)
Spielfilm, Frankreich / Marokko 2004, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: Ismaël Ferroukhi; Buch: Ismaël Ferroukhi; Kamera: Katell Djian; Schnitt: Tina Baz; Musik: Fowzi Guerdjou; Produzent: Ognon Pictures, Humbert Balsan; Produktion: Ognon Pictures, France
Cinéma, Soread-2M, Casablanca Film Production, Les Films du Passage, Centre Cinématographique Marocain, F.A.S.I.L.D., Cofimage 14, Gimages 6
Mit: Nicolas Cazalé - (Reda), Mohamed Majd - (der Vater), Jacky Nercessian - (Mustapha), Gina Ognianova - (die alte Frau), Kamel Belghazi - (Khalid), Atik Mohamed - (Pilger Ahmad), Malika Mesrar El
Hadaoui - (die Mutter)
Wdh.: 26.10. und 30.10.2007, jeweils um 14.55 Uhr
Redas Vater Mohamed ist marokkanischer Herkunft, wohnt seit Jahrzehnten in Frankreich und wendet sich fünfmal täglich zum Gebet gen Mekka. Reda dagegen spricht weder gut arabisch, noch interessiert er sich sonderlich für den Koran. Er ist eben ein typisch französischer Schüler kurz vor dem Abitur, und er hat vor allem eins im Kopf: Mädchen. Trotz unterschiedlichster Interessenlage wird Reda von seinem sturen Vater für eine Reise mit ganz besonderem Ziel eingespannt: Nach Mekka soll es gehen, und zwar mit dem Auto - und Reda am Steuer. Los geht die große Reise von Frankreich über Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien und etliche weitere Landesgrenzen bis nach Mekka. Warum sein Vater nicht wie alle Welt das Flugzeug zum ersehnten Pilger-Ort nimmt, kann der wütende Reda anfangs nicht begreifen. Zusammengepfercht in einem kleinen Auto geraten Vater und Sohn mehr als einmal aneinander - bis die Reise schließlich ihr wahres Ziel entfaltet: das eigene Ich und die Liebe zwischen Vater und Sohn. Deren neue Intensität ist allerdings von kurzer Dauer. Mohamed - endlich in Mekka angekommen - kehrt nicht mit den anderen Pilgern zu seinem wartenden Sohn zurück...
Zusatzinfo
Einer Pilgerreise in mehrfachem Sinne - geografisch und spirituell - widmet sich Ismaël Ferroukhi in seinem Film "Die große Reise". Mit einer virtuos komponierten Musik unterlegt, beginnt die kleine Odyssee von Vater und Sohn, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Dem alternden Einwanderer aus Marokko steht ein in Frankreich geborener Halbstarker gegenüber. Gefangen in ihrer eigenen Welt haben Vater und Sohn zunächst wenig Verständnis füreinander: "Du kannst vielleicht lesen und schreiben, aber du hast keine Ahnung vom Leben", ärgert sich der sonst so gelassene Vater über seinen Sohnemann, als dieser sich von einem Reisebegleiter das gemeinsame Geld abknöpfen lässt und obendrein noch mit Alkohol abgefüllt ins Hotelzimmer taumelt. Reda wiederum echauffiert sich über die Eigenheiten seines Vaters, der sich bei der Suche nach dem richtigen Weg nicht an Straßenschilder orientiert, sondern die Richtung nach dem Stand der Sonne bestimmt. Doch die Überheblichkeit des Sohnes schwindet, als er sich weder in der arabischer Kultur noch Sprache zurechtfindet und mit einem Mal ganz auf seinen Vater angewiesen ist. Peu à peu weichen Wut, Aggression und Schweigsamkeit einer gelassenen Heiterkeit und gegenseitigem Respekt.
Ismaël Ferroukhi beginnt seine Regie-Karriere 1993 mit seinem ersten Kurzfilm "L'Exposé", der mit dem Jury-Preis von Clermont-Ferrant ausgezeichnet wird. Prominent geht es 1996 mit seinem zweiten Kurzfilm "L'Inconnu" weiter, der mit einer Starbesetzung - Catherine Deneuve und Miki Manolojvic - aufwarten kann. "Die große Reise" ist Ferroukhis erster, vielfach preisgekrönter Spielfilm, der in Venedig mit dem Luigi De Laurentis Preis gewürdigt wird und Ferroukhi zum Durchbruch als Filmemacher verhilft. Zehn Jahre lang bewahrte Regisseur und Autor Ismaël Ferroukhi die Idee zu seinem Spielfilmdebüt, bis er sein autobiografisch inspiriertes Projekt nach langer, harter Arbeit endlich verwirklichte. Als Kind erlebte er selbst die Pilgerfahrt nach Mekka - ebenfalls im Auto mit seinem Vater. Ferroukhis Werk stellt auch insofern eine kleine religiöse Sensation dar, als dass sein Filmteam als erstes überhaupt in Mekka - noch dazu zur Pilgerzeit - eine Dreherlaubnis erhielt. "Die große Reise" ist siebter Teil eines achtteiligen Schwerpunkts, der sich den Weltreligionen widmet.
Die Programmierung in der Übersicht:
(1): "Kadosh", Spielfilm, am Donnerstag, den 11. Oktober um 20.40 Uhr
(2): "Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling", Spielfilm, am Montag, den 15. Oktober um 20.40 Uhr
(3): "Der innere Weg", Kurzspielfilm, am Dienstag, den 16. Oktober um 00.45 Uhr, Original mit deutschen Untertiteln, Erstausstrahlung
(4): "KurzSchluss - Spezial Religion", am Mittwoch, den 17. Oktober um 1.00 Uhr
(5): "Jesus von Montreal", Spielfilm, am Donnerstag, den 18. Oktober um 20.40 Uhr
(6): "Die große Reise", Spielfilm, am Montag, den 22. Oktober um 20.40 Uhr
(7): "Simon in der Wüste", Kurzspielfilm von Luis Buñuel, am Dienstag, den 23. Oktober um 1.40 Uhr
(8): Einer der Spielfilm-Beiträge war zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht bestätigt (Programm nach Ansage).
Titel- und Programmänderungen vorbehalten






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