Seit der Antike schon benutzen die Menschen Seife, um sich zu waschen. Die Seife, die damals aus einer Mischung aus Talg und Asche, manchmal auch aus Ziegenfett bestand, war für alles gut: zur Reinigung des Körpers, zum Waschen der Kleidung und sogar zum Haarefärben. Im 17. Jahrhundert wurde Marseille zur einzigen französischen Stadt auserkoren, die Seife hergestellt durfte. Dieses Monopol des Sonnenkönigs und die entsprechenden Normen wurden in einem Edikt von Finanzminister Jean-Baptiste Colbert aus dem Jahre 1688 festgelegt. Das Besondere an der Marseiller Seife ist weniger eine chemische Formel als vielmehr der Herstellungsprozess. Die Fette werden erwärmt und die Lauge mit Öl zum Sieden gebracht. Ursprünglich nahm man für die Seife Olivenöl. Nach und nach wurden auch Palmöl, Erdnuss-, Kokosnuss- und Sesamöl verwendet. Nach dem Filtern lässt man die Masse erkalten und fest werden. Dann schneidet man sie in Stücke oder presst sie in die gewünschte Form. Stempel drauf und fertig. Bei der künstlerischen Gestaltung dieser Stempel überbot man sich geradezu an Kreativität. Die Marseiller Seife war für alles gut. Mit ihr wurden die Hauswände gereinigt, die Blattläuse vernichtet und auch Krämpfe behandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam sie Konkurrenz von neuen Reinigungs-, Wasch- und Spülmitteln. Langsam verringerte sich der Absatz. Doch heute, 50 Jahre später, feiert sie ihr Comeback: die ökologische Marseiller Seife ist gefragt wie nie. Um die kleine Geschichte abzurunden sei noch hinzugefügt, dass die Bezeichnung „Savon de Marseille“ kein geschützter Begriff ist und von jedem Hersteller benutzt werden kann. Achten Sie also lieber darauf, ob die Seife von Hand hergestellte wurde und zu mindestens 72% aus reinem Pflanzenfett besteht.
Links: Der Seifenhersteller Marius Fabre
Für etwas Wohlbefinden...
Die Compagnie du Savon de Marseilles
Öle und Butter von Codina







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