Dabei galten sie nicht nur als Zeichen von Macht und Reichtum, sondern symbolisierten auch Fülle und Reinheit. Die Herren trugen daher nicht selten unzählige Stränge gleichzeitig. Schließlich gelangte die Mode dann auch nach Europa. Nach und nach kamen auch die Frauen auf den Geschmack und ließen sich Perlen aus Amerika mitbringen. Nicht nur ihr exotisches Aussehen faszinierte, sondern auch das Geheimnis um ihre Entstehung: Damals glaubte man, Perlen seien in die Muschel gefallene Tautropfen. Tatsächlich aber entsteht eine Perle, wenn ein Sandkorn in eine Muschel gespült wird, woraufhin die Muschel den Fremdkörper mit Perlmutt umhüllt. Ihre Seltenheit erklärt auch, warum Perlencolliers seit der Renaissance zu den Kronjuwelen eines jeden europäischen Königshauses gehören. Hoch im Kurs standen die Perlen dann wieder zur Zeit des Art Déco. In ihren unterschiedlichen Formen und Farben lösten sie eine eher sachliche, symmetrische Ästhetik ab. Zu dieser Zeit fand man auch heraus, wie man Perlen züchten kann. Und dank der Zuchtperlen werden die spektakulär langen Perlenketten der 20er Jahre plötzlich erschwinglich. Perlen lösen nach wie vor Begeisterung aus und rangieren in der Beliebtheit bei Schmuckdesignern direkt hinter Diamanten und Gold. Die Arbeiten von Designern wie Daniela Baumgartner und Yohji Yamamoto beweisen, dass die Perle unvergänglich aktuell ist.Marianne Lessard
Link:Um die Kreationen von Daniela Baumgartner zu entdecken







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