Ketchup symbolisiert Amerika, stammt aber aus Asien. So wie man Chutney aus Indien einführte, so wurde Ketchup im 18. Jahrhundert aus dem damals unter britischer Herrschaft stehenden Singapur mitgebracht. Das Wort ist von dem chinesischen Ke tsiap, das „Fischtunke“ bedeutet, abgeleitet. Die Engländer, die würzige Beigaben lieben, fügten Zucker und Pilze hinzu, um einen milderen Geschmack zu erreichen. Die Amerikaner schließlich nannten die Würze Cat’s up und veränderten erneut das Rezept. Ketchup hat seinen Erfolg nicht nur den Geheimnissen seines Rezepts zu verdanken, sondern auch der 1876 entworfenen Flasche. Die damaligen Hersteller verbargen die Unzulänglichkeiten ihres Produkts in Fässchen. In der Glasflasche von Henry John Heinz aber war der hohe Gehalt an Tomaten leicht zu erkennen und der lang gezogene Hals brachte die dickflüssige Beschaffenheit gut zur Geltung. 97% der Amerikaner haben nach eigenen Angaben Ketchup im Kühlschrank. Man kann es also als eine Basiswürze wie den europäischen Senf bezeichnen. Es schmeckt ausgezeichnet zu Pommes Frites oder einem Hamburger. Seinen Erfolg verdankt es seinem süßen Geschmack. Der Zucker verträgt sich gut mit allen Zubereitungsarten, sorgt aber auch für den schlechten Ruf der Würzsoße. Trotz aller Kritik ist Heinz Ketchup so beliebt, dass weltweit 650 Millionen Flaschen jährlich davon verkauft werden. Das sind knapp 50 Flaschen pro Sekunde.Marianne Lessard
Links:Was ist in Ketchup drin?







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