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18.05.2006 - 23.50 : tracks - 31/10/08

Die neue Prediger

Kanye West hat es mit "Jesus Walks" vorgemacht: Jesus funktioniert auch als Klingelton: Religion in der Popkultur hat den Coolness-Orden verliehen bekommen: Religion goes Entertainment. Kurtis Blow, Gründer der Hip Hop Church, predigt, preist und rappt. Und alles gleichzeitig. Reverend Vince Anderson nennt seinen Kirchgesang: Dirty Gospel. Und auch bei den ultra-orthodoxen Juden gibt es gute Musik, wie den Reggaestar Matisyahu.

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"Positive rapping" mit Kurtis Blow
Die Kirche stand bislang nicht unter dem Verdacht, Lieferant spannender Unterhaltung zu sein. In der Hip Hop Church in Harlem ist das anders. Dort sind Oldschool und Newschool zu Hause. für Kurtis Blow ist Rap der neue Gospel. Auf Tour heißt Kurtis Blow´s Message: Unterhaltung. Der erste Rap-Millionär der Hip Hop Geschichte macht sich stark für die positive, die gewaltfreie Seite von Hip Hop. Und fordert: Positive Rapping!

Reverend Vince Anderson
Auch Reverend Vince Anderson predigt in New York. Nicht in einer Kirche, sondern in einer Mission für die Glücklosen des Lebens. Zuerst wollte er Musiker werden. Nach einem Aufenthalt am Konservatorium, fühlte er sich jedoch von Gott in ein Priesterseminar der Methodisten gerufen. Das brachte auch keine Erfüllung und enttäuscht von der Kirche, kam er zurück in die Clubs. Und so macht Vince Anderson seine eigene Kirche. Eine Kirche ohne Namen, ohne festgelegte Zugangsbestimmungen, offen für alle, so wie eine Kneipe.

Matisyahu
.Matisyahu sieht aus wie ein chassidischer Jude, und das ist er auch. Nur dass er in den USA gerade ein gefeierter Reggae-Star ist. Mit 17 war er ein ganz klassischer Aussteiger, trampte durch Amerika, klampfte auf der Gitarre und hörte Bob Marley. Der brachte ihn mit seinen Hymnen an die Rastakultur auf die Spiritualität seiner eigenen Religion. Matisyahu zog in eine jüdische Kommune und lernte die Thora.

Die Institution Kirche bekommt mit Leuten wie Kurtis Blow, Vince Anderson und Matisyahu nicht nur eine kostenlose Werbekampagne, sondern auch einen Imagegewinn, den man mit Geld nicht bezahlen kann. Sie wollen die Religion aus der Kirche zurück ins Leben holen. Und dieses Leben läuft bereits seit dem letzten Jahrhundert nicht mehr ohne Pop- und auch nicht ohne Subkultur. Auch wenn es manche immer noch nicht bemerkt haben.
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TRACKS
Eine Reportage von Sabine Gietzelt
Donnerstag, den 18. Mai 2006 um 23.50 Uhr
Wiederholung am Dienstag, den 23.05 um 01.05 Uhr
Redaktion: BR
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Erstellt: 18-05-06
Letzte Änderung: 31-10-08


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