Im ersten Teil der Reihe sind von namhaften Architekten und Designern gestaltete Tiefgaragen in Lyon - von hier aus nahm die Bewegung ihren Anfang -, Den Haag, München, Graz und Rennes zu sehen.
Die Revolution der Abstellflächen für Autos begann Mitte der 90er Jahre in Lyon mit einer einfachen Idee. Um das Souterrain der französischen Großstadt von seinem düsteren Image zu befreien, erhält der Pariser Innenarchitekt Jean-Michel Wilmotte den Auftrag, es mit dem Parkhaus Célestins zum Ereignis zu machen. In den folgenden Jahren wird Lyon zum Wegbereiter einer Revitalisierung der Innenstadt. Konsequent setzt man nun auch in anderen Städten auf eine Architektur und ein Design für das 21. Jahrhundert.
So wird zehn Jahre später in Den Haag das Lyoner Projekt Souterrain von Floris Alkmade übernommen, der damals zum berühmten Office of Metropolitan Architecture von Rem Koolhaas gehört. Die besondere Herausforderung besteht darin, zwischen zwei Untergrundbahnhöfen, die Tramlinien und die Parkebene übereinandergestapelt unter die Erde zu bringen und alle Nutzungen transparent miteinander zu verbinden.
Auch in München geht es um das Stapeln von Autos auf kleinstmöglicher Fläche. An der Donnersberger Straße entsteht ein vollautomatisches Souterrain. Zwei unterirdische Boxen mit jeweils zwei vollautomatischen Laufkränen bieten Platz für insgesamt knapp 300 Autos.
Und in Graz sollen die Architekten Karla Kowalski und Michael Szyszkowitz direkt unter der Altstadt sechs Ebenen unterbringen und dabei einerseits die historischen Gebäude erhalten und andererseits den Druck seitens des Flussbettes abwehren.
Dass sich die Architektur von den Zwängen des profanen Stapelns emanzipieren kann, zeigt das von Nicolas Michelin gestaltete Souterrain in Rennes. Unter dem größten Platz, der Esplanade du Général de Gaulle, der für Festveranstalten und Messen genutzt wird und an dem Theater und Kinos liegen, befindet sich eine unterirdische Welt, die den Betrachter das Staunen lehrt.