Spielfilm, Republik China 1991, Synchronfassung
Regie: Zhang Yimou
Buch: Ni Zhen
Kamera: Zhao Fei
Schnitt: Du Yuan
Musik: Zhao Jiping
Produktion: Era Int./Cina Film
Mit: Gong Li - (Songlian), He Caifei - (Meishan), Cao Quifen - (Zhuoyun), Jin Shuyuan - (Yuru), Ma Jingwu - (der Herr Chen), Kong Lin - (Yanér), Cui Zhihgang, Chu Xiao
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China in den 20er Jahren: Die Studentin Songlian heiratet nach dem Tod ihres Vaters auf Drängen ihrer Stiefmutter den reichen Herrn Chen und zieht als seine vierte Frau in dessen prächtiges Anwesen ein. Chen ist ein mächtiger Clan-Chef im Norden Chinas und herrscht uneingeschränkt in seiner Sippe. Seine erste Frau hat ihm einen Sohn geboren, die zweite Frau ist eine geschickte Intrigantin und die dritte Frau hat heimlich ein Verhältnis mit dem Hausarzt. Die vier Frauen bewohnen ein eigenes Haus und haben eigene Dienerinnen. Allabendlich unterwirft Herr Chen seine Frauen einem strengen Ritual. Sie müssen vor ihren Häusern Aufstellung nehmen, dann wird verkündet, bei welcher Frau der Herr die Nacht verbringt. Als Symbol seiner Gunst leuchten anschließend rote Laternen im Hof und in den Gemächern der Favoritin. Songlian begreift bald, wie sie sich vor den anderen Frauen einen Vorteil verschaffen kann. Sie gibt vor, schwanger zu sein. Damit kann sie Chen einige Zeit lang fester an sich binden. Umso schlimmer ist aber ihre Niederlage, als die Täuschung offenbar wird.
Das Drehbuch entstand nach einem Roman von Su Tong.
Regisseur Zhang Yimou erweist sich einmal mehr als Meister symbolträchtiger Bilder. Die strenge, optisch brillante Kameraführung reflektiert eine eigenartig fremde Welt, in der die Emotionen eines Eifersuchtsdramas nicht nach außen sichtbar werden dürfen. Stattdessen entladen sie sich in tödlichen Aktionen.Obwohl die Geschichte im vorrevolutionären China spielt, war die Darstellung eines repressiven Machtapparats und seiner inhumanen Auswirkungen den heutigen Machthabern in China offenbar wegen naheliegender Vergleiche mit der Situation nach dem Tienanmen-Massaker von 1989 so unangenehm, dass der Film in seinem Ursprungsland für lange Zeit verboten blieb.
"Die Rote Laterne" gewann 1991 den "Silbernen Löwen" beim Filmfestival in Venedig und wurde im gleichen Jahr für den Oscar nominiert.
Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Ein düsteres, in faszinierenden Bildern von konzentrierter Strenge entwickeltes Drama. In Blicken und Gesten eingefangene Signale der Leidenschaft, sinnlichen Stärke und individuellen Würde werden zu bewegenden Hoffnungsträgern für ein mögliches Leben jenseits von Unfreiheit und Unterdrückung."
Filmografie des Regisseurs Zhang Yimou:
"Das rote Kornfeld" (1987, "Goldener Bär" bei der Berlinale 1988)
"The Puma Action" (1989)
"Ju Dou" (1990, nominiert für den Oscar als bester fremdsprachiger Film)
"Die rote Laterne" (1991, "Silberner Löwe" beim Filmfestival in Venedig)
"Die Geschichte der Quiju" (1992, "Goldener Löwe" beim Filmfestival in Venedig)
"Leben!" (1994, Großer Preis der Jury beim Filmfestival in Cannes)
"Shanghai Serenade" (1995, Preis für die beste technische Gestaltung beim Filmfestival in Cannes)
"Lumière and Company" (1995)
"Keep Cool" (1997)
"Keiner weniger" (1999, "Goldener Löwe" beim Filmfestival in Venedig) und "Heimweg" (1999).






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