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28/05/08

Die schwarzen Königinnen

Abenteuer Arte


Hilflos blickt die Staatengemeinschaft gegenwärtig nach Darfur. Millionen Menschen wurden vertrieben, Hunderttausende starben schon im Streit um Macht und Ressourcen. Dieser tief greifende Konflikt zwischen dem schwarzafrikanischen Süden und dem heute arabischen Norden ist schon über 5.000 Jahre alt. Bereits zu Zeiten der Pharaonen strebten die Ägypter gen Süden, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. In Nubien, dem heutigen Sudan, regierten damals schwarze Königinnen.

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Die Videoausschnitte der Sendung:

Die schwarzen Königinnen 1
Die schwarzen Königinnen 2
Die schwarzen Königinnen 3
Die schwarzen Königinnen 4

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Schon zu Zeiten der Pharaonen war der Nil der kulturelle und wirtschaftliche Korridor zwischen dem ägyptisch-mediterranen Norden und dem Herzen Schwarzafrikas. Im heutigen Sudan trafen diese beiden großen Kulturkreise aufeinander. In Nubien, wie es damals hieß, gab es jene Rohstoffe, auf die sich die Vormachtstellung Ägyptens stützte: Gold und Sklaven, Elfenbein, Ebenholz und Straußenfedern. Immer wieder zogen die Pharaonen nach Süden, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Ab dem 3. Jahrhundert vor Christus bildete sich rund um die aufstrebende Hauptstadt Meroe, 250 km nordöstlich des heutigen Khartum, ein selbstbewusster neuer Staat, der für sieben Jahrhunderte die Geschicke der Region bestimmte. Stark beeinflusst von afrikanischen Traditionen, entwickelte sich unter der Führung schwarzer Königinnen die von Ägypten zunehmend unabhängige Hochkultur Meroe. Frauen hatten innerhalb dieser weltoffenen, multikulturellen und wehrhaften Gesellschaft eine starke Position. In der Rolle der Königin, als Kandake, hatten sie wesentlichen Einfluss auf alle politischen Entscheidungen. Als Ägypten im Jahre 33 vor Christus vom römischen Imperium besetzt wurde, wollte sich die Kandake Amanishakheto nicht unterwerfen. In zahllosen Scharmützeln zermürbte sie die immer wieder vorstoßenden römischen Legionen. Das mächtige Rom, unfähig, seine Südfront zu befrieden, schloss schließlich einen Friedensvertrag mit der Königin von Meroe. Erst heute entdecken Archäologen und Historiker die Bedeutung der matriarchalischen Gesellschaft Meroes für die Geschichte der Antike und des afrikanischen Kontinents. In der Steppe des nördlichen Sahels fanden sie prachtvolle Paläste und Tempel, beeindruckende Grab- und Grenzanlagen und das größte Pyramidenfeld der Erde. Woher bezog dieser Staat seine kulturelle Identität, seine Kraft und seinen Reichtum? Obwohl die Schrift noch nicht übersetzt werden kann, enträtseln die Forscher langsam die Struktur von Religion, Staatswesen, Architektur und des schwarzafrikanisch bestimmten Sozialsystems.
Das kleine Extra
Die Dokumentation stützt sich auf die Hilfe von Karla Kröper vom Ägyptischen Museum in Berlin, Christian Loeben vom Kestner-Museum in Hannover und Vincent Rondot vom Französischen Department des Archäologischen Instituts in Khartum. Mit stimmungsvollen Spielhandlungen, großartigen Bildern und Computeranimationen rekonstruiert die Dokumentation die Geschichte einer vergessenen matriarchalischen Hochkultur im Herzen Afrikas. Fast zwangsläufig zeichnet sich in dieser Geschichte des antiken Nord-Süd-Konfliktes am Nil die Gegenwart ab. Die bildstarke Dokumentation über die Kandaken und ihre bis heute weitgehend unbeachtete afrikanische Hochkultur wird damit auch zur Parabel auf die gegenwärtigen politischen Verhältnisse.
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Die schwarzen Königinnen

Dokumentation
Regie : Dethlev Cordts, Nicola von Oppel
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Erstellt: 11-01-06
Letzte Änderung: 28-05-08