
(Japan, 1954, 193mn)
ZDF
Regie: Akira Kurosawa
Kamera: Asakazu Nakai
Musik: Fumio Hayasaka
Schnitt: Akira Kurosawa
Darsteller: Daisuke Kato (Shichiroji), Minoru Chiaki (Heihachi), Seji Miyaguchi (Kyuzo), Takashi Shimura (Kambei Shimada), Toshiro Mifune (Kikuchiyo), Yoshio Inaba (Gorobei)
Autor: Akira Kurosawa, Hideo Oguni, Shinobu Hashimoto
Vertreiber: Connaissance Du Cine
Produzent: Sojiro Motoki, Toho

Als die Samurai im Dorf ankommen, werden sie zunächst ablehnend empfangen. Obwohl man auf ihre Hilfe angewiesen ist, begegnet die Bevölkerung den Kriegern der höher gestellten Kaste mit Argwohn. Doch man hat keine Zeit zu verlieren, und so werden in ehrfürchtiger Erwartung des Angriffs die Männer des Dorfes im Lanzenkampf ausgebildet.
Doch plötzlich scheint der Plan in Gefahr: Als die Dorfbewohner den Kriegern zum Schutz alte Rüstungen von besiegten Banditen übergeben, sind diese gekränkt. Auch wenn es böswillige Samurai waren, so haben diese Rüstungen doch einmal Kameraden gehört, die im Kampf gegen die Bauern gefallen sind. In einer ergreifenden Rede hält der "Möchtegern-Samurai" Kikuchiyo den stolzen und arroganten Samurai den Spiegel vor: Dass sie die durchtriebenen und heuchlerischen Bauern anprangern würden, die stets nur auf ihr eigenes Wohl bedacht seien, wäre allein ihr Verschulden. Mit ihren Meutereien hätten die Samurai die Bauern zu dem gemacht, was sie heute sind, aufgrund der Angriffe bliebe ihnen gar keine andere Wahl als sich zu verteidigen. Es wird schließlich aufgelöst, weshalb Kikuchiyo so energisch reagiert: Als Sohn eines Bauern sieht er sich in die eigene Vergangenheit zurückversetzt und möchte nun als mutiger Samurai für die Rechte der Bauern kämpfen.
Als sich die Wogen geglättet haben, herrscht zwar eine angespannte Atmosphäre aufgrund der nahenden Bedrohung, doch innerhalb des Dorfes haben die Samurai mit Autorität, Disziplin und Humor den Gemeinschaftssinn der Bevölkerung gestärkt.
Nach einer gut organisierten und reibungslosen Ernte kündigen sich drei Kundschafter der Banditen an. Die Samurai folgen ihnen in ihr Versteck und zünden ihr Lager an, woraufhin einer ihrer Männer im Gefecht sein Leben lassen muss. Nach der Rückkehr ins Dorf herrscht allgemeine Trauer und Niedergeschlagenheit. In diesem Moment greifen die Banditen überraschend an. Doch aufgrund der guten Vorbereitung und einer ausgeklügelten Strategie gelingt es den Samurai zusammen mit der Unterstützung der Männer, das Dorf zu verteidigen. Nach einem tapferen Kampf über mehrere Tage hinweg in Dunkelheit, Regen und Schlamm ist der Feind geschlagen und der Ertrag der Ernte gesichert. Doch dafür mussten vier der sieben Samurai ihr Leben lassen.
Während die Bauern schon wieder neuen Reis anbauen, muss Kambei bei seinem Abschied enttäuscht feststellen, dass es für die Samurai aufgrund der toten Kameraden wieder einmal eine verlorene Schlacht war.
Zusatzinformation
Dieser außergewöhnlich lange Film verlangte auch eine außergewöhnlich lange Produktionszeit: Das Drehbuch zu "Die sieben Samurai" wurde von den drei Autoren durchgehend in sechs Wochen geschrieben, die Vorbereitungszeit zum Dreh dauerte drei Monate und schließlich wurde, verteilt über ein ganzes Jahr hinweg an 148 Tagen gedreht.
Die Zeit als solche, das Vergehen von Zeit wird im Film betont, um das zermürbende und qualvolle Warten der Bauern vor einem drohenden Angriff der Banditen und die kräftezehrende Dauer der Schlacht für den Zuschauer spürbar und nachvollziehbar zu machen. Die epische Länge des Werkes von fast 200 Minuten macht es möglich, dass sich die Komplexität des Konflikts und die Vielschichtigkeit der Charaktere und deren Motivation und Hintergründe langsam, aber eindringlich entfalten können.
Diese ausführliche Erzählweise, die vor allem durch ihren dezenten, feinen Humor und die Menschlichkeit ihrer Charaktere lebt, ist laut Kurosawa stark durch die Western John Fords beeinflusst. In dieser Tradition stehend, besticht der Film auch durch ausdrucksstarke Naturaufnahmen, die in ihrem Kontrastreichtum aus kargem Land, gedeihenden Feldern, blühenden Wäldern, Regen, Schlamm und Feuer die Seelenlandschaften der Protagonisten widerspiegeln.
Mit seinem Film wollte Kurosawa, der selbst aus einer Samuraifamilie stammt, die Mythen, die sich um die Samurai ranken, aufdecken und falsche, weil einseitig heroische Darstellungen und Vorstellungen entlarven. Deshalb ist seine Darstellung der Samurai auch nicht einseitig: Im Gegensatz zu den Banditen zeigt er tugendhafte, ambitionierte und idealistische Samurai als Helden, die sich für die Bauern einsetzen. Doch gleichzeitig sind sie auch gescheiterte Antihelden, die von Angst und Zweifeln heimgesucht werden; gescheiterte Existenzen, die ihr Leben für drei Mahlzeiten am Tag riskieren.
Am Ende müssen einige von ihnen im Kampf für die gute Sache ihr Leben lassen. Die Überlebenden haben zwar einen Sieg für die Bauern errungen, sehen sich selbst jedoch als Verlierer und blicken weiterhin in eine ungewisse Zukunft.
Der Trailer des Films






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