Solisten, Chor und Orchester, ein Dirigent mit drei Subdirigenten sowie 20 Statisten: Für «La Traviata im Hauptbahnhof» stehen gut 200 Künstlerinnen und Künstler im Einsatz. Noch größer aber ist der technische Aufwand: Die tpc-Techniker ziehen kilometerweise Kabel, installieren diverse Funknetze für die Kommunikation, bauen Podeste und Monitore für die gegenseitige Verständigung auf. Aber die größte Herausforderung stellt sich den Tontechnikern.
Für die Live-Inszenierung von «La Traviata» an verschieden Schauplätzen des Hauptbahnhofs Zürich benötigt man 16 HD Kameras, darunter eine sogenannte Spidercam. Diese ist im Gewölbe der Bahnhofshalle an beweglichen Seilen aufgehängt und kann von dort aus – wie eine Spinne in ihrem Netz – die verschiedensten Blickwinkel einnehmen. Dazu kommen zwei tragbare, drahtlose Steadycam-Kameras. Allein um die Spidercam zu bedienen bedarf es dreier Spezialisten, welche die bewegliche Spezialkamera zu ihren Einsatzorten lotsen.


Über eine Fläche von 115 mal 35 Metern und aus der Höhe des Hallendachs bis auf zwei Meter über dem Boden findet sie ihre Motive. Zehn Kameraleute stehen für die Livesendung im Einsatz. Dazu kommen Beleuchter, Ton- und Bühnentechniker, aber auch Chauffeure und Betreuungspersonal. Der technische Aufwand ist enorm, die Vorbereitungszeit sehr intensiv. Dazu gehört das Aufstellen der Kamerakrane und Podeste für die Subdirigenten genauso wie das Verlegen von insgesamt 15 Kilometern Kabel und 17 provisorischen Starkstrom-Anschlüssen.
Hinzu kommt die Installation der 105 Scheinwerfern, 151 Mikrophone und 67 Handfunkgeräte für die Kommunikation zwischen Aufnahmeleitung und technischem Personal. Die größte Herausforderung stellt sich den Tontechnikern: Obwohl die Sänger und Dirigenten überall im Bahnhof das Orchester hören müssen, kann die Oper nicht in die große Halle übertragen werden, da sie ja – mit einiger Verzögerung – wieder von den Mikrophonen aufgenommen und in die Livesendung eingespeist würde: Unerträgliche Rückkoppelungen wären die Folge.
Alle Beteiligten müssen deshalb per In-Ear-Kopfhörer miteinander verbunden sein, Techniker wie Künstler. Hieraus resultiert, dass die Pendler und Passanten im Hauptbahnhof nicht dieselbe Tonqualität genießen werden, wie das Fernsehpublikum zu Hause.
Doch sobald «La Traviata im Hauptbahnhof» über die Bühne gegangen ist, stellt sich den tpc-Leuten noch eine letzte Herausforderung: Sechs Stunden später muss der Hauptbahnhof Zürich geräumt sein, damit die Händler den Spezialitäten-Markt einrichten können.