- Synopsis
Vor dem Hintergrund des „Prager Frühlings“ und seines Niedergangs erlebt der attraktive Chirurg Tomas eine Liebe, die ihn mehr fesselt als all seine anderen Liebschaften. Doch dem überzeugten Junggesellen fällt es nicht gerade leicht, einer einzigen Frau sein Herz anzuvertrauen.
- Der Kommentar zum Film
Milan Kunderas gleichnamiger Roman galt eigentlich als unverfilmbar, darin waren sich Milos Forman und sein Freund und Kollege Philip Kaufman einig. Forman lehnte die ihm angetragene Regie ab, weil Teile seiner Familie noch in Prag wohnten, Kaufman nahm an.
Hervorragend ist es Kaufman gelungen, die Stimmung des Romans auf die Leinwand zu bringen. Dies liegt unter anderem an seiner großartigen Besetzung. Daniel Day-Lewis gibt den Chirurg Tomas, der sein Leben voller Leichtigkeit und Lebensfreude Tag für Tag genießt, auch in den schwersten Momenten und Situationen. Er definiert sich nicht über seinen karriereträchtigen Beruf, ist später sogar bereit, ihn für Teresa aufzugeben.
Juliette Binoche verkörpert überzeugend die Tomas völlig ergebene junge Teresa, die ihm aus der Provinz nach Prag folgt, als Pressefotografin zu arbeiten beginnt und schließlich Tomasz nach Wien folgt. Doch ihr gelingt es nicht, mit derselben Leichtigkeit wie er ans Leben heranzugehen. So schreibt sie ihm etwa in einem Abschiedsbrief: „Für dich ist das Leben so leicht, für mich so schwer. Ich gehe zurück in das Land der Schwachen.“
Die dritte Hauptfigur des Films ist Tomas' Muse Sabina, gespielt von Lena Olin. Sie ist eine chaotische und extravagante Malerin mit großem Hang und Drang zur Freiheit, mit folgender Überzeugung: „Ich versuche, mich nie zu sehr an Dinge, an Orte oder an Menschen zu gewöhnen.“ Jahrelang hat Tomas eine leidenschaftliche Affäre mit der ungewöhnlichen, exzentrischen Frau mit Vorliebe für Männerhüte, die ihm die Freiheit lässt, die sie selbst auch braucht. Selbst als er Teresa kennen und lieben lernt, mag er nicht von Sabina lassen, eine Tatsache, die für Teresa zu einem großen Problem wird.
Regisseur Philip Kaufman bemüht sich, alle Elemente des Buches in seinen Film zu bringen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass sein Film drei Stunden lang geworden ist. Er reüssiert in diesem Bemühen, und es ist ihm außerdem überraschend gut gelungen, die poetische, nachdenkliche und bisweilen melancholische Stimmung des Romans zu erhalten. Er konzentriert sich auf die drei Hauptfiguren Tomas, Teresa und Sabina, zeigt ihr hochkomplexes Beziehungsgeflecht und verwebt es meisterhaft mit dem politischen Tauwetter des „Prager Frühlings“ der ein abruptes Ende unter sowjetischen Panzern findet. DIE UNERTRÄGLICHE LEICHTIGKEIT DES SEINS ist eine der wenigen, wirklich guten Literaturverfilmungen, man könnte sie geradezu kongenial nennen.
Nana A.T. Rebhan

Originaltitel: The Unbearable Lightness of Being USA 1987, 173 Min.
Regie: Philip Kaufman
Mit Daniel Day Lewis, Juliette Binoche, Lena Olin, Derek de Lint, Erland Josephson
Kamera Sven Nykvist
Musik Mark Adler
Drehbuch Philip Kaufman, Jean Claude Carrière
Technische AngabenSprachformat Englisch 2.0 Dolby Surround, Deutsch 2.0 Dolby Surround, Spanisch 2.0 Dolby Surround
Untertitel Deutsch , Englisch , Polnisch , Tschechisch , Ungarisch , Hebräisch , Türkisch , Schwedisch , Finnisch , Dänisch , Norwegisch , Griechisch , Spanisch , Portugiesisch , Isländisch
Ausgabeformat 16:9 Aufnahmeformat 1,85:1
Ländercode 2 Fernsehnorm PAL






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