ASH RA TEMPEL 1970 von Manuel Göttsching, Hartmut Enke und Klaus Schulze in Berlin gegründet. Sie gelten neben Tangerine Dream als Hauptvertreter der „Berliner Schule“, deren Musik fast völlig auf Rockstrukturen verzichtet. Im Gegensatz zu anderen Berliner Bands spielte die E-Gitarre bei Ash Ra Temple jedoch noch eine sehr wichtige Rolle und wurde von Göttsching rhythmisch-repetitiv im Stil der Minimal Music eingesetzt.
• Top-Album: „Schwingungen“ (1972)
TANGERINE DREAM 1970 von Edgar Froese in Berlin gegründet. Nach zwei Alben, auf denen noch herkömmliche Instrumente zum Einsatz kamen, dominierten ab 1972 die Synthesizer. Mit ihren ebenso sinfonischen wie psychedelischen Elektro-Alben beeinflussten sie die Techno-Bewegung maßgeblich, sind aber auch häufig als Wegbereiter von Meditationsmusik und New Age genannt worden, wovon sich die Band allerdings distanziert.
• Top-Alben: „Electronic Meditation“ (1970); „Zeit“ (1972)
CLUSTER1969 von Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius und Conrad Schnitzler gegründet, der zeitweise auch bei Tangerine Dream spielte. Ihre Elektronik-Avantgarde knüpfte an zeitgenössische Komponisten wie Karl-Heinz Stockhausen an, entwickelte sich aber im Laufe der Jahre immer stärker in Richtung wohlklingende Ambient-Musik. Am Cluster-Nachfolgeprojekt Harmonia war auch Brian Eno beteiligt.
• Top-Alben: „Cluster“ I und II (1971/72)
KRAFTWERK1970 in Düsseldorf gegründet. Anfangs trat die von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründete Band noch mit Querflöte auf. Erst 1973 entschlossen sie sich, ausschließlich elektronische Instrumente zu benutzen. Ihr Album „Autobahn“ gilt als Erfindung des Elektropop, das gleichnamige Stück war sogar in den USA ein Chart-Erfolg. Kraftwerk-Stücke wurden von nachfolgenden Bands in allen nur denkbaren Varianten gecovert
• Top-Alben: „Kraftwerk“ (1970); „Autobahn“ (1974); „Radioaktivität“ (1975)
NEU!1971 von Michael Rother und Klaus Dinger in Düsseldorf gegründet. Seinen eigenwilligen Sound verdankt der Kraftwerk-Ableger der Produzenten-Legende Conny Plank. Der jegliche Virtuosität vermeidende Gitarrenstil des Debütalbums erinnert bereits an Punk und New Wave. Der Nachfolger war noch gewagter: Weil das Geld für die Studiokosten fehlte, bestand die B-Seite aus elektronischen Bearbeitungen bereits vorhandener Stücke – die Geburtsstunde des Remix.
• Top-Alben: „Neu!“ (1972); „Neu! 2“ (1973)
CAN1968 in Köln gegründet. Die entspannte Atmosphäre im eigenen Studio auf Schloss Nörvenich bei Düren machte den Can-Sound besonders organisch und fließend. Inspirationen waren neben Velvet Underground vor allem Free Jazz und Weltmusik. Die langen, improvisationsnahen Nummern nahmen bereits Elemente von Ambient, Techno und Hip-Hop vorweg. Selbst Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten outete sich als großer Can-Fan.
• Top-Album: „Monster Movie“ (1969)
FAUST1970 in Hamburg gegründet. Dank des befreundeten Musikjournalisten Uwe Nettelbeck erhielt die Band einen Plattenvertrag bei Polydor, ohne jedoch musikalische Kompromisse dafür eingehen zu müssen. Ihre von Frank Zappa und der Musique Concrète beeinflussten Stücke lassen sich am ehesten als Klangcollagen bezeichnen. Der experimentelle, geräuschhafte Sound nahm bereits Elemente der Stilrichtungen Industrial und Noise-Rock vorweg.
• Top-Alben: „Faust“ (1970); „The Faust Tapes“ (1973)
AMON DÜÜL1967 aus einer Münchener Künstler-Kommune hervorgegangen. Prominentestes Bandmitglied der Frühphase: Uschi Obermaier. Musik wurde als soziales Experiment begriffen. Im Mittelpunkt stand reine Improvisation, an der auch Laien teilnehmen konnten. Aus Amon Düül gingen die weitaus professionelleren Amon Düül 2 hervor, die für ihren Progressiv-Rock bekannt wurden.
• Top-Album: „Paradieswärts Düül“ (1971)
GURU GURU1968 vom Avantgarde-Schlagzeuger Mani Neumeier gegründet, konnte die Band, die lange als Land-Kommune im Odenwald lebte, in diesem Jahr nach vielen Umbesetzungen in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiern - mit dem neuen Album "PSY" und einer ausgedehnten Frühjahrs- und Herbst-Tournee.
• Top-Alben: "Ufo" (1970); "Tango Fango" (1976); Moshi Moshi (1997)
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BUCH-TIPPS: „KrautRockSampler: One Head’s Guide To The Große Kosmische Musik“, Julian Cope (Piepers Medienexperimente 1996); „Krautrock: Underground, LSD und kosmische Kuriere“, Henning Dedekind (Hannibal 2008)






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