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Schwerpunkt Europa

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Schwerpunkt Europa

Themenabend am Freitag, 9. Juli ab 22.20 Uhr - 08/07/04

Jung sein in Europa: Lissabon

Die Zukunft sind wir!


Mit der Themenabend-Reihe "Die Zukunft sind wir! Jungsein in Europa" widmet sich ARTE den aufsteigenden Metropolen des europäischen Kontinents jenseits von Berlin, Paris und London. Nach Belgrad geht es in der zweiten Folge nach Lissabon.

Videoausschnitte aus dem Programm

Weitere Artikel zum Thema

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>22.20 Uhr: Lissabon, Tag und Nacht

VPS : 22.20
Von: Catarina Mourão
Dokumentation, Frankreich 2003, Erstausstrahlung



Lissabon, eine Stadt, die ständig in Bewegung ist, eine Stadt der Gegensätze, mit heruntergekommenen und bürgerlichen, mit Arbeiter- und Szenevierteln. Eine Stadt, die sich schneller entwickelt hat als die Menschen, die in ihr leben.

Wäre Lissabon ein Stummfilm, würde die Stadt melancholisch und beschaulich erscheinen, doch durch die Geräusche zeigt sie sich von einer ganz anderen Seite.
Die sieben Hügel prägen das pittoresk-romantische Stadtbild, das mit der Wirklichkeit kontrastiert, denn in Lissabon zu leben und zu arbeiten ist keineswegs einfach. So lebendig und verführerisch sich Lissabon im Spätsommerlicht zeigt, so schnell taucht der Regen die Stadt in eine bedrückende Dunstglocke. Der Schweizer Regisseur Alain Tanner nannte Lissabon die "weiße Stadt", doch welche Farbe hat sie für ihre Bewohner?
Vor dem Hintergrund dieser wechselnden Atmosphäre erzählt Catarina Mourão die Geschichte von zwei Portugiesen und einer Portugiesin: João Fazenda, Paulo Silva und Mónica, alle drei 24 Jahre alt. Während ein Großteil der heute 40 bis 50-Jährigen ihr Selbstverständnis aus der Kritik am faschistischen Regime des Estado Novo bezieht, leben viele der 20-Jährigen in einem gewissen Widerstreit zwischen zur Schau getragener Modernität und ungebrochen starken traditionellen Werten.
So unterschiedlich auch soziale Herkunft und Lebensgewohnheiten der drei Lissaboner sein mögen, ihre Wege kreuzen sich dennoch. Es ist, als gäbe es eine geheime Energie, die der Anonymität der Stadt entgegenwirkt. Eine Energie, die sich allen unterschiedslos mitteilt und die in der Bereitschaft besteht, aufzunehmen, was kommt, und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

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>23.10 Uhr: Voyages, Voyages: Lissabon

VPS : 23.50
Von: Yves de Peretti, Inês Medeiros
Dokumentation, Frankreich 1998


Die Dokumentation zeigt nicht die für Touristen attraktive Fassade der portugiesischen Hauptstadt, sondern blickt hinter die Kulissen. Der Filmemacher João César Monteiro, die Architektin und Abgeordnete Helena Roseta und der in der Oberstadt bestens bekannte Alfredo zeigen das "wahre" Lissabon und bringen dem Zuschauer den typischen Seelenzustand der Stadt, den die Portugiesen "saudade" nennen, näher.

Städte sind nicht immer so, wie wir sie uns vorstellen. Insbesondere dann, wenn die Stadt - wie im Falle Lissabon - sofort mit Bildern aus Filmen ("In der weißen Stadt", "Lisbon Story") in Verbindung gebracht wird. Lissabon besitzt keinen Eiffelturm, kein bekanntes Bauwerk, das als unverwechselbares Motiv für eine Ansichtskarte geeignet wäre. Beliebige Ansichten des Hafens, der steilen Hügel, die von der Straßenbahn erklommen werden, und der Labyrinthe, die an Nordafrika erinnern, eine Vielfalt an malerischen Klischees, machen diese Stadt zum Dekor. Der Film stellt dieser als Kulisse dienenden Stadt Lissabon, die Filmemacher inspiriert und Touristen entzückt, die "reale" Stadt gegenüber, wie sie ihre Einwohner täglich erleben. Auf einem Spaziergang in Begleitung der Schauspielerin Inês de Medeiros zeigen uns mehrere Lissabonner mehr oder weniger unbekannte Seiten ihrer Stadt: der Filmemacher João César Monteiro, die Architektin und Abgeordnete Helena Roseta und der in der Oberstadt bestens bekannte Alfredo bringen uns den für die Stadt typischen Seelenzustand nahe. Den nennen die Portugiesen "saudade" und er findet im "fado" seinen Ausdruck. Der kürzlich verstorbene große Lissabonner Dichter Al Berto meinte, das Leben der Stadt lasse sich nur aus dem fahrenden Taxi erfassen. Mehr als andere Städte lässt sich die portugiesische Hauptstadt nur im Zustand der Bewegung "erfahren": während einer kurvenreichen und melancholischen Fahrt durch Lissabon, die unausweichlich am "Strohmeer" , am Unterlauf des Tejo, endet.

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>23.55 Uhr: Madredeus und die Azoren

VPS : 23.10
Von: Rob Rombout
Dokumentation, Frankreich / Portugal 1995
Wiederholungen : 14.07.2004, 16.30 Uhr und 17.07.2004, 02:15 Uhr


Die Inselgruppe der Azoren liegt etwa 1.400 km westlich von Portugal im Atlantischen Ozean. Ihre kontrastreiche Landschaft und das launische Klima verleihen ihnen ihre unverwechselbare Eigenart. Der Film begleitet eine Gruppe von Musikern, die sich auf die Suche nach einer auf dem portugiesischen Festland längst verschwundenen musikalischen Tradition gemacht hat.

Die Azoren sind eine Inselgruppe im Atlantischen Ozean, etwa 1.400 km westlich von Portugal. Mit ihrer kontrastreichen Landschaft - Meer und vulkanisches Hochgebirge, üppige Vegetation und schwarze Lavafelder - bieten sie eine ständig wechselnde Kulisse, in der sich das Licht unter dem Einfluss eines launischen Klimas jeden Moment ändert. Die Sängerin Teresa und der Komponist Pedro durchstreifen mit einer Musikergruppe die Inseln und entdecken auf ihrem Weg die Quellen ihrer Musik wieder. Jahrhundertealte, auf dem Kontinent längst verschwundene Traditionen setzten sich hier unvermutet lebendig fort. In der Meereslandschaft, im Bericht eines alten Mannes und in den fröhlichen Riten der Volksfeste finden sich Anklänge an die Themen der Madredeus-Lieder. Bezaubernd erhebt sich Teresas helle Stimme, nur von einer Gitarre begleitet, am Ufer eines unbeweglich daliegenden Sees oder in der heiter-gelassenen Atmosphäre eines alten Hauses. Auf dieser Spurensuche berichten die Mitglieder der Gruppe wie von selbst über ihre Geschichte und ihre musikalischen Anliegen. Pedro bekennt: "Madredeus ist ein Einzelfall, vergleichbar mit den im Ozean verlorenen Azoren".

Erstellt: 07-07-04
Letzte Änderung: 08-07-04