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Das Kulturmagazin auf ARTE - Samstags ab 17.30 Uhr (WH: Montag ca. 0.10 Uhr)

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Samstag, 4.08.07 um 20 Uhr und Sonntag, 5.08.07 um 12.45 Uhr - 13/08/07

Die Angst um deutsches Heldentum

Der bekennende Scientologe Tom Cruise spielt Graf von Stauffenberg


Bernhard Wicki, Wolfgang Preiss und Sebastian Koch. Drei Schauspieler sind bereits in die Rolle des deutschen Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) geschlüpft. Jetzt wird die Geschichte des gescheiterten Hitler-Attentäters zum vierten Mal verfilmt. Dieses Mal in der Hauptrolle: Hollywoodstar Tom Cruise.

Am 19. Juli ist die erste Klappe für den Thriller „Valkyrie" gefallen. Das Filmset südlich von Berlin ist hermetisch abgeriegelt. Schon im Vorfeld sorgte der Film für heftige Kontroversen. Der Grund: Tom Cruise ist Scientologe.
Während es für Stauffenbergs Sohn Berthold Schenk Graf von Stauffenberg schlicht „unsympathisch" ist, wenn ein „bekennender Scientologe" seinen Vater spielt, sieht der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg eine große Gefahr: „Als hoher Scientology-Funktionär steht Cruise für eine neue Form des totalitären Systems", sagt Thomas Gandow.

Weniger kritisch äußert sich hingegen der ehemalige Widerstandskämpfer Philipp Freiherr von Boeselager. Er ist der letzte Überlebende des engeren Verschwörerkreises um Stauffenberg.
In der Besetzung mit Tom Cruise sieht er eine Chance, das Andenken an Stauffenberg auch in den USA zu fördern. Natürlich müsste Tom Cruise aber während der Dreharbeiten quasi vergessen, dass er Scientologe ist.

Die Drehgenehmigung für den Bendler-Block, wo Stauffenberg das Attentat plante und später hingerichtet wurde, wurde abgelehnt mit der Begründung, dass man einen Ort der Erinnerung und Trauer nicht als Filmkulisse instrumentalisieren könne.

Regisseur Bryan Singer („Die üblichen Verdächtigen") war überrascht über die Negativhaltung: "Ich hätte nicht erwartet, dass ich ausgerechnet in Deutschland Schwierigkeiten bekomme, nur weil einer meiner Schauspieler einer Glaubensgemeinschaft angehört, die den Deutschen nicht passt. Und wenn schon. Ich bin Jude, mein Drehbuchautor ist Katholik, die Produzentin ist Protestantin. Das hat alles nichts mit unserem Film zu tun."

Metropolis über die Geschichte Stauffenbergs und ein ambitioniertes amerikanischen Filmprojekt, das in Deutschland zum Politikum wurde.
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Metropolis
Samstag, den 4. August 2007 um 20.00 Uhr
Wiederholung am Sonntag, den 5. August 2007 um 12.45 Uhr
Redaktion: SWR
Bericht: Ursula Böhm
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Erstellt: 03-08-07
Letzte Änderung: 13-08-07