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Summer of the 80s

Eine Zeitreise in die 80er Jahre – zu ihrer Musik, ihren emblematischen Filmen und kulturellen Entwicklungen. Im Juli und August – jeden Dienstag und Donnerstag.

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Summer of the 80s

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Summer of the 80s

05/08/09

Diva

Der junge Jules vergöttert die berühmte Sopranistin Cynthia: Am liebsten würde er rund um die Uhr nur ihrer Stimme lauschen. Da die verwöhnte Diva sich jedoch jeglichen Tonaufzeichnungen widersetzt, macht Jules während eines Konzerts einen illegalen - und einzigen - Mitschnitt. Und schon gerät er in Lebensgefahr, denn das Band wird mit einem zweiten verwechselt, das einen Gangsterboss belastet. Kann Jules den Verfolgern entkommen und die stolze Cynthia für sich gewinnen?

Der junge Postbote Jules macht einen illegalen Konzertmitschnitt, um die Stimme der von ihm vergötterten Opernsängerin Cynthia Hawkins immer bei sich zu haben. Diese Aufzeichnung ist jedoch ein Unikat, denn die launische Diva hat sich stets vehement Schallplatten- und Videoaufnahmen gegenüber verweigert. Als die unnahbare Cynthia sich für Jules' Verehrung nicht unempfänglich zeigt, schwebt dieser im siebten Himmel.
Doch sein Tonband wird mit einem zweiten verwechselt, der die letzte Aussage der ermordeten Ex-Prostituierten Nadja enthält und einen mächtigen Gangsterboss ins Gefängnis bringen könnte. Von nun an wird der nichtsahnende Jules gnadenlos durch das nächtliche Paris gejagt. Dann trifft er die Gelegenheitsdiebin Alba und ihren mysteriösen Freund, den älteren Gorodish. Kann der Jules helfen? Und wird Cynthia ihm den "Raub ihrer Stimme" verzeihen?

Jean-Jacques Beineix ist neben Luc Besson und Leos Carax der dritte große Regisseur des französischen "Cinéma du look" der 80er Jahre - einer Filmbewegung, die eine gestylte Bildsprache über alles erhob, junge Charaktere in den Mittelpunkt rückte und ganz nebenbei die Postmoderne im Film einläutete. Mit "Diva" gelang Beineix ein erster Film, der heute Kultstatus genießt und unbestritten einer der wichtigsten Filme der 80er Jahre ist. Auf "Diva" folgten "Der Mond in der Gosse" (1983) mit Gérard Depardieu und Nastassja Kinski sowie "Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen" (1986), der ebenfalls im ARTE-Schwerpunkt "Summer of the 80s" läuft.
Allen drei ersten Spielfilmen von Beineix liegt ein "roman noir" zugrunde, das französische Pendant zu den US-amerikanischen "hardboiled novels". Dennoch scheint die Kriminalhandlung beinahe peripher zu sein. Bereits mit "Diva" entwirft Beineix seine Vision vom Kino: einen fulminanten Genremix, der sich irgendwo zwischen Kriminalfilm, Liebesfilm und Musikfilm bewegt. Dabei scheut sich Beineix nicht, die Oper - als hohe Sphäre des Bildungsbürgertums - mit der populären Ästhetik von Pop- und Werbekultur zu verbinden. Die originelle Visualität des Films rückt er dabei so in den Vordergrund, dass der Schauplatz zum heimlichen Protagonisten des Films wird: das nächtliche Paris - gestaltet als filmische Collage aus buntem Plastik, Neonlicht und leuchtenden Werbebildern. Und am Ende verschmilzt die opernhafte Bühnenkunst mit der ohnehin inszenierten, medial konstruierten Wirklichkeit. "Der schöne Stil siegt über die finsteren Gestalten des Genrefilms", urteilte der Filmtheoretiker Jürgen Felix in Reclams "Filmklassikern".

Diva
Montag 7. September 2009 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1981, 112mn)
ARTE F

Erstellt: 07-05-09
Letzte Änderung: 05-08-09


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