„Künstler sein, bedeutet für mich eine bestimmte Beziehung zur Welt zu haben“, sagt Djamel Tatah über sich selbst. Auf seinen Bildern stellt er Menschen von heute in einer bestimmten Pose dar, sodass sich der Betrachter mit seinen Figuren stark identifizieren kann. Seine zarten Menschengestalten mit melancholischem Gesichtsausdruck strahlen eine faszinierende Ruhe aus und erzählen von der Zeit, in der wir leben.
Die Bilder von Djamel Tatah, 1959 in Saint-Chamond geboren, ähneln sich und sind dennoch immer wieder anders. Sie laden den Betrachter dazu ein, sich mit den auf ihnen dargestellten Personen zu identifizieren: Auf großen meist schwarzen oder blauen Farbflächen sind zarte Menschengestalten mit blassen Gesichtern in Alltagsbekleidung zu sehen. Sie sind in einem beinahe dokumentarischen Stil gemalt und sehen einen mit melancholischen Augen an oder wenden den Blick zu Boden.
„Die Gestalten auf meinen Bildern sind nicht traurig, sind aber Menschen von heute, die dem Lärm der Welt ausgesetzt sind, beziehungsweise mitten im Lärm der Welt stehen. Mit Hilfe des Bilds wird die Stille im Lärm der Welt dargestellt. Das ist fast schon eine politische Handlung, der heutigen Welt die Stille aufzudrängen“, sagt Djamel Tatah.
Tatahs Motive wiederholen sich ganz bewusst, oft auch auf ein und demselben Bild. „Wenn auf einem Bild 20 identische Personen vorkommen“, erklärt Djamel Tatah, „wird damit gewissermaßen die Anwesenheit dieser Person verstärkt.“ Der Künstler strebt so nach der reinen Präsenz zwischen Figuration und Abstraktion.
„Künster hautnah“ begleitet den Maler bei der Vorbereitung zu einer Ausstellung im „Centre d’Art Contemporain ‚Le Parvis Tarbes’“ und lässt ihn seine eigenen Werke kommentieren: Er spricht von Piero della Francesca sowie Barnett Newman und schildert sehr eindrücklich, wie Figur und Raum allmählich auf der Leinwand entstehen.
Links
- Die Website von Djamel Tatah
- Die Website der Galerie Kamel Mennour
- Dokumente zur Ausstellung in Tarbes







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