ARTE Journal - 9. April 2010 - 12/04/10
Dokumentarfilme: "Neukölln Unlimited" und "Friedensschlag"
In den letzten Jahren werden Jugendliche, vor allem mit Migrationshintergrund, immer mehr als Problemfall behandelt. In den Nachrichten tauchen sie vor allem bei spektakulären Gewalttaten auf. Politiker versuchen die eigene Popularität durch Ausfälle gegen sie zu steigern. Zwei Dokumentarfilme setzten dem jetzt etwas entgegen: "Neukölln Unlimited" und "Friedensschlag".
Hassan und Maradona Akkouch sind waschechte Berliner - und sie sind zusammen mit ihrer älteren Schwester die Helden der Doku "Neukölln Unlimited". Maradona ist deutscher Vizemeister im Breakdance, Hassan seit dem Abitur als Profitänzer unterwegs. Ein Musterfall gelungener Integration - wäre da nicht das deutsche Ausländerrecht. Seit zwanzig Jahren lebt die aus dem Libanon stammende Familie hier, trotzdem ist sie in Deutschland nur geduldet. Ein gutes Beispiel für den absurden Umgang mit Einwanderern.
Der Film "Friedensschlag" begleitet eine Gruppe deutsch-ausländischer Jugendlicher mit kriminellem Vorstrafenregister und düsterer Sozialprognose. Sie stehen vor der Wahl: Entweder Knast oder sich in einem Boxcamp 1 Jahr lang beweisen. Auffällig: Die meisten litten von klein auf unter gewalttätigen Vätern und zerstörerischen Familien.
Marco Stahlhut stellt die beiden Dokumentarfilme vor.
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Erstellt: 08-04-10
Letzte Änderung: 12-04-10