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11/05/10

Donnerstag, den 04. März 2010

Yoko Ono
Im Sommer 2009 bekam Yoko Ono bei der Kunstbiennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Die Jury meinte wohl, ihr Werk sei vollbracht - nicht so Yoko Ono. Sie schob Ende September gleich ihr erstes Studioalbum seit neun Jahren nach. Zusammen mit ihrem Sohn Sean Lennon, der auf "Between My Head and the Sky" auch an Gitarre, Klavier und Drums zu hören ist, hat sie es produziert und auf dessen Label Chimera veröffentlicht. Bei den Aufnahmesessions fühlte sich die 76-Jährige an ihre Zusammenarbeit mit John Lennon erinnert. "Tracks" hat Yoko Ono in New York getroffen, mit ihr über ihr Leben geplaudert und über das, was noch kommen kann.

Donk
Kombiniere 150 Beats pro Minute mit oberflächlichen Rap-Texten, drehe dazu Videos, in denen Mädchen in kurzen Röcken tanzen - und Du bist ein neuer Star im Nordwesten Englands. Die Donk-Szene, die rund um die Städte Bolton, Wigan und Liverpool entstanden ist, hat ihren sehr eigenen musikalischen Charme. Die Songs klingen mit ihrem simplen Aufbau, schlau eingesetzten Pop-Samples, Trance-Anleihen und hartem Sprechgesang verdächtig nach den deutschen Technosauriern Scooter. Die führende Boygroup des Donk ist die Boltoner Blackout Crew, bestehend aus sechs MCs, deren Texte aus ihrem Alltag zwischen Party und Sonnenbank, Handy und Sportklamotte erzählen. Von der britischen Presse belächelt, feiert die Boltoner Jugend ihre Helden, die sie am Wochenende aus der Perspektivlosigkeit herausholen und ihnen die perfekte Party liefern. "Tracks" hat die Blackout Crew in ihrem Studio und zu Hause in Bolton besucht.

Live: Them Crooked Vultures
Eine Supergroup entsteht, wenn sich gestandene Musiker langweilen oder sich noch einmal selbst verwirklichen wollen. So geschehen bei Josh Homme, Frontmann von Queens of the Stone Age, Dave Grohl, Sänger der Foo Fighters, auch bekannt als bester Schlagzeuger der Welt und John Paul Jones, vor allem berühmt als ehemaliger Bassist von Led Zeppelin. "Tracks" fragte, wer denn eigentlich das Sagen habe, und war beim Gitarreninferno live in Berlin dabei.

Tim Burton
Mit Filmen wie "Edward mit den Scherenhänden" (1990), "Nightmare Before Christmas" (1993) und "Charlie und die Schokoladenfabrik" (2005) schrieb Tim Burton Film-, Animations- und Gruselgeschichte. Mit seinem neuesten Werk einer schrillen Adaption von "Alice im Wunderland" setzt er jetzt noch eins drauf. Grund genug, für das New Yorker Museum of Modern Art Burtons Werk mit einer Retrospektive genauer unter die Lupe zu nehmen. Kurator Ron Magliozzi hat dafür in den dunkelsten Ecken des Burtonschen Kellers gewühlt und dabei Notizbücher, Modelle und frühe Filme des Meisters zu Tage gefördert. Herausgekommen ist dabei eine ganz spezielle Freakshow. "Tracks" reiste nach New York und sah sich das Gruselspektakel an.

Fast Foot Challenge
"Räuber und Gendarm" gilt landläufig als Kinderspiel, doch bald kann man auch als Erwachsener die Bösen jagen und vor den Guten flüchten, ohne dabei rot zu werden. Bremer Informatikstudenten haben ein Programm entwickelt, mit dem GPS-fähige Handys dem Spiel eine neue Dimension geben. Die Jäger sehen den Gejagten alle fünf Minuten auf ihren Handy-Displays, während der flüchtige Räuber immer sieht, wer ihm wo auf den Fersen ist. Das Beste daran: Bald kann jeder mitspielen, denn die Bremer Entwickler planen die Veröffentlichung der Software als iPhone-App. "Tracks" ist schon mal eine Runde mit den Pionieren des real-digitalen Versteckspiels durch die Bremer Innenstadt gerannt.

John Niven
Als A&R Man nahm John Niven in den 90ern die Indieheroen Mogwai und den Britpopcrooner Mike Flowers Pops unter Vertrag. Doch dann verließ er das Musikgeschäft, um sich ganz der Literatur zu widmen. Heute schreibt John Niven die blutigsten und spermalastigsten Romane der englischen Literaturszene. In seinem Romandebüt "Kill Your Friends" metzelt sich ein fiktiver A&R-Kollege durch das englische Popbusiness, sein zweites Werk "Coma" spielt im Golf- und Kleinganoven-Milieu Schottlands. "Tracks" trifft den Hobbygolfer und Meister des Splatterpop-Romans in Berlin.

Pantha du Prince
Hendrik Weber alias Pantha du Prince hat sich musikalisch einiges vorgenommen: Der in Berlin und Paris lebende Produzent und DJ will mit seinem dritten Album "Black Noise" nicht weniger als Stille hörbar machen. Dafür sammelte der Elektrobastler in den Schweizer Bergen Geräusche und fabrizierte aus Klopfen, Klackern, Klicken und Klimpern elektronische Klanginstallationen irgendwo zwischen Techno, Kunst und Folklore. - "Tracks" hat sich das mal angehört.

Erstellt: 22-09-08
Letzte Änderung: 11-05-10


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